Der umstrittenste Spieler von Brose Bamberg der vergangenen Saison steht vor seiner Rückkehr. Am Rande eines Fantalks bestätigte Geschäftsführer Rolf Beyer am Mittwochabend, dass sich Ricky Hickman bald wieder das Trikot des neunfachen deutschen Meisters überziehen könnte.

Hickman hatte sich nach Ende der letzten Saison einer Fußoperation unterziehen müssen. In den letzten beiden Wochen absolvierte er ein Individual- und Aufbautraining in Bamberg und wird am Donnerstag erstmals wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. In der ab kommenden Montag anstehenden zweiwöchigen Länderspielpause soll der 33-Jährige weiter aufgebaut werden und Anfang Dezember dann eine Entscheidung über ein Comeback fallen. "Das Ziel ist es, ihn spielfähig zu machen und eventuell auch dann wieder in der Mannschaft zu sehen", meint Beyer. "Er kann uns Entlastung auf den Guard-Positionen geben und, wenn er komplett fit ist, mit seinem Wurf weiterhelfen. Er muss aber dafür bereit sein, sich in die Mannschaft zu integrieren. "

Nachdem es dem Verein in den vergangenen Monaten nicht gelungen ist, den gut dotierten und noch bis Ende dieser Saison gültigen Vertrag mit dem US-Amerikaner, der in der vergangenen Spielzeit nur in sehr wenigen Partien überzeugen konnte, aufzulösen, erhält er nun im Brose-Team eine zweite Chance.

Ob er diese bei einigen Bamberger Fans auch bekommt, steht dagegen in den Sternen. Denn Hickman war für viele Anhänger der Buhmann in der verkorksten vergangenen Spielzeit. Dass Hickman polarisiert, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht zusammengepasst hat, ist Beyer bewusst. "Natürlich müssen wir mit diesem Thema umgehen, aber man muss ihm das Vertrauen aussprechen. Und er muss auch beweisen, dass er das Vertrauen verdient hat. Von den Fans erhoffe ich mir daher einen fairen Umgang mit Ricky", sagt der scheidende Geschäftsführer.

Seit seiner Rückkehr nach Bamberg habe sich der Aufbau- und Flügelspieler sehr motiviert gezeigt. "Ricky Hickman hat wieder richtig Lust, Basketball zu spielen. Er will angreifen und ist auch fit. Aus psychologischer und physiologischer Sicht spricht nichts gegen ihn. Jetzt liegt es an ihm."