Wie schlimm steht es um den Fußball-Bayernligisten FC Eintracht Bamberg? Steht eine Pleite des 2010 neu gegründeten Vereins unmittelbar bevor? Es gibt neue Spekulationen, dass es große finanzielle Probleme gibt. Spieler sollen keine Gehälter bekommen. Zudem hat der Club Außenstände bei der Stadt, die er nicht bedient, und es gibt wohl auch Probleme mit den Krediten bei der Sparkasse.

Was sagt der Verein dazu? Gegenüber dieser Zeitung spricht Präsident Mathias Zeck Klartext und stellt klar, wie hoch die Außenstände des FC Eintracht Bamberg wirklich sind, und wie er die Finanzprobleme in den Griff bekommen möchte:

Nachzahlung Steuer: 180 000 Euro (inklusive Beträge für Sozialversicherung und Berufsgenossenschaft) musste der Verein an das Finanzamt zahlen, die Hälfte ist getilgt. "In diesem Punkt haben wir als Lösung Ratenpläne vereinbart, die wir kurzfristig abzahlen werden", versichert Zeck. Außerdem sei man in Verhandlung wegen der Haftpflicht für den Vorstand.

Nachzahlung Krankenkasse: Diese beträgt rund ein Drittel des gesamten Fehlbetrags: 62 000 Euro. "Eine langfristige Ratenzahlung ist vereinbart", betont Zeck.

Stadionmiete: Rund 30 000 Euro für die Vorsaison sowie 17 000 Euro für die aktuelle Spielzeit soll die Stadt verlangen? Sport-Bürgermeister Christian Lange (CSU) wollte diese Zahlen zwar nicht bestätigen, doch er erklärte: "Es ist richtig, dass es Forderungen der Stadt gegenüber dem FC Eintracht gibt. Bamberg ist daher auch verpflichtet, solche Forderungen rechtlich abzusichern." Und zwar in Form eines Mahnbescheids. "Wir stehen aber diesbezüglich in einem engen Austausch mit dem Vorsitzenden des Vereins", fügt Lange an. Zeck: "Es ist aus den letzten Jahren eine niedrigere Summe offen, die laufende Summe ist bezahlt."

Ausstehende Sponsorengelder: 70 000 Euro fehlen in der Vereinskasse. Geld, das nun rasch auch fließen soll. Zeck: "Bis Saisonende sind noch weitere Gelder zu erwarten." Möglicherweise rund 130 000 Euro sollen es sein.

Ausstehende Löhne für Spieler: Ende Januar gab es kein Gehalt für die Kicker. Geht man von einem Etat von rund 280 000 Euro für die Spieler aus, belaufen sich die Kosten dafür auf rund 23 000 Euro, die Ende Februar nachbezahlt werden sollen. Zeck: "Es sind netto deutlich weniger, wir sind ein Gehalt im Rückstand. Die Mannschaft ist seit Januar informiert." Um diese hohen laufenden Kosten in den Griff zu bekommen, soll das Team ab der kommenden Saison weniger Geld erhalten. Insgesamt beläuft sich der Etat des FC Eintracht Bamberg übrigens auf jährlich 500 000 Euro.

Laut Zeck beträgt die Finanzlücke des Clubs rund 150 000 Euro, die durch Sponsoren und Gönner jedoch zu mehr als zwei Dritteln geschlossen sei. Er ist sich sicher, dieses Problem zu lösen. Er will die Zukunft des FC Eintracht sichern: "Wir wollen das alle zusammen schaffen und zwar mithilfe von Freunden, Gönnern und auch eines neuen Generalsponsors - einem Unternehmen mit Sitz in Kopenhagen. Wir hatten im Winter einen gewissen Liquiditätsengpass, für den wir aber eine Lösung gefunden haben."

Mathias Zeck betont, dass es im Verein viele ernste, aber auch offene Gespräche gegeben habe. "Ende Februar wollen wir alles gelöst haben." Für den Präsidenten sei es wichtig, eine eigene Lösung zu gestalten. Denn die Banken zeigten sich bei Verhandlungen über eine Gewährung von Krediten sehr vorsichtig, was auch daran liegt, dass der Verein über kein Eigentum verfügt, das als Sicherheit dienen könnte.

"Wir schaffen das selbst", bringt es Zeck auf den Punkt und muss sich nun an diesen Worten auch messen lassen.