Vor gut 500 Zuschauern in der Graf-Stauffenberg-Halle verlangten die Unterfränkinnen der Mannschaft von Trainer Ulf Schabacker über 40 intensive Minuten alles ab, in den entscheidenden Momenten gehörten die Szenen jedoch dem Tabellenzweiten.
Bezeichnenderweise ging dabei die Sequenz, die den 15. Sieg der DJK Brose in dieser Saison besiegelte, auf das Konto der an diesem Tag herausragenden Akteurin: Kapitänin Jessica Miller. Mit 22 Punkten, sieben Rebounds, fünf Assists und sieben Ballgewinnen lieferte die im fünften Jahr in Bamberg aktive US-Amerikanerin eine Galavorstellung ab. Ihr Steal nach einem Würzburger Einwurf und der anschließende erfolgreiche Schnellangriff brachten 55 Sekunden vor Schluss die endgültige Entscheidung in einem von taktischen Varianten und Kampf geprägten Spitzenspiel.
"Die Würzburgerinnen sind einfach eine Klasse besser, als unsere vorherigen Gegner es waren", zollte Trainer Ulf Schabacker den
Gäste-Damen im Allgemeinen und seiner Trainerkollegin Janet Fowler-Michel im Speziellen Respekt für deren Leistung. "Sie haben uns vor eine echte Herausforderung gestellt. Zum einen mit ihren vielen Wechseln zwischen klein und groß in den defensiven Rotationen. Zum anderen mit ihrer Halbfeld-Zonenpresse und ihrer Zonenverteidigung, gegen die wir teils lange gebraucht haben, um uns aufzustellen und uns dementsprechend schwergetan haben, im Angriff unseren Rhythmus zu finden."
Sobald bei den Gastgeberinnen ein wenig Spielfluss aufkam und sie sich leicht absetzten, suchten und fanden die Würzburgerinnen ein Mittel dagegen. Im ersten Viertel war es die Umstellung auf Zone, die dem Brose-Team nach guter Anfangsphase (13:4) den Schwung nahm. Im zweiten Durchgang zogen die Bambergerinnen bis auf 15 Zähler davon, brachten anschließend aber über vier Minuten lang nichts Zählbares mehr zustande, während der Tabellendritte bis zum Seitenwechsel auf 31:25 verkürzte.
Nach 24 Minuten trennten beide Kontrahenten gar nur noch zwei Punkte, ehe Miller und die mit 17 Punkten und neun Rebounds zweite überragende Spielerin der Partie, Svenja Zeis, für Entlastung sorgten. Letztere markierte mit einem erfolgreichen Drei-Punkt-Spiel zu Beginn des Schlussabschnitts das 52:37, doch der Gast meldete sich wieder zurück. Angeführt von der nun starken Raphaela Jochimczyk kamen sie dem Schabacker-Team nochmals gefährlich nahe (56:53). Vier Freiwürfe und die Abgeklärtheit einer Jessica Miller ließen aber die Oberfränkinnen jubeln.
"Wir haben uns zweimal aus dem Tritt bringen lassen, am Ende aber die Nerven behalten und verdient gewonnen. Abgesehen von den beiden Schwächephasen, in denen wir uns zu viele Unkonzentriertheiten erlaubt und Fastbreaks eingefangen haben, konnten wir uns auf unsere Verteidigung verlassen. Offensiv müssen wir uns steigern und vor allem die einfachen Chancen verwerten", zog Svenja Zeis Bilanz. Den Bambergerinnen ist bei vier Siegen Vorsprung auf die Verfolger einer der ersten beiden Plätze nach Abschluss der Hauptrunde kaum mehr zu nehmen. Am Sonntag (18 Uhr) geht es zum Tabellensechsten nach Speyer, am Samstag, 21. Februar, um 16.30 Uhr ist der Vierte aus Mainz zu Gast.
DJK Brose Bamberg: Miller (22), Zeis (17), Thorman (11), Münder (4), Schrüfer (3), Gröger (2), Ilmberger (2), Lohneiß (2), Sokman (1), A. Gut / Take-Off Würzburg: Yeboah (13), Jochimczyk (12), Pfister (8), Chiaramonte (7), Barthel (5), Jäger (5), Wiegand (4), Daub (2), Brox (1), Rieß, Sokolowski / Schiedsrichter: Senkesen, Seye / Zuschauer: 520