Zwar befindet sich der bayerische Amateurfußball in der vorgezogenen Winterpause, mit der absehbaren Verlängerung des Teil-Lockdowns am heutigen Mittwoch werden aber auch die Sportanlagen grundsätzlich geschlossen bleiben müssen. Ein Trainingsbetrieb ist damit weiter untersagt. Was bleibt, ist die Hoffnung auf eine Besserung im neuen Jahr.

Dass es für Vereine aber gar nicht einfach ist, den Wiedereinstieg 2021 zu planen, zeigt ein Beispiel aus der Bayernliga. Die DJK Don Bosco Bamberg und der FC Eintracht hatten vor einigen Tagen eine Verbands-E-Mail aus München erhalten, ein knapper Dreizeiler mit der Ansetzung der Toto-Pokal-Partie der Bayernliga-Kontrahenten: Zwischen dem 13. und 17. März solle die Partie in der zweiten Hauptrunde stattfinden.

Die Mail sei wie "aus dem Nichts gekommen, ohne weitere Infos", sagt Holger Denzler, Sportlicher Leiter der DJK: "Irgendwie muss man da schmunzeln, aber auch wieder nicht. Wir hätten es für sinnvoll gehalten, einen Rahmenplan zu erhalten oder zu erfahren, was der Verband priorisiert: die Pokal-Wettbewerbe oder die Liga. Unser Fokus liegt klar auf der Liga und dem Klassenerhalt. Bislang wissen wir aber nur, dass mit der Bayernliga im April begonnen werden soll. Mehr nicht."

Pokal erhält wieder den Vorzug

Der Ärger hat eine Ursache: Nach der langen, zweimonatigen Vorbereitung auf den Re-Start im September konnte die DJK nur vier Spiele bis zum neuerlichen Lockdown absolvieren, und davon nur zwei Partien in der Bayernliga. "Jetzt müssen wir, wie im Herbst, wieder mit dem Pokal beginnen", sagt Denzler. Bei der Ansetzung werde zudem außer Acht gelassen, ab wann ein Training wieder durchführbar ist.

"Wir haben ja das Glück, auf Kunstrasen spielen und trainieren zu können. Aber wann das wieder möglich sein wird, wissen wir natürlich auch nicht. Ohne eine vierwöchige Vorbereitung wäre ein Einstieg in den Spielbetrieb wegen der Verletzungsgefahr aber nicht zu verantworten", so Denzler.

Jörg Schmalfuß, der Vereinsvorsitzende des FCE, sorgt sich vor allem wegen der drohenden Geisterkulisse: "Die Ansetzung war sicher nicht notwendig, solange nicht feststeht, wann die Liga beginnt. Noch kann ich dafür aber wenig Emotionen aufbringen. Wichtig ist: Wir müssten zu einer Lösung zurückfinden, die 200 oder 400 Zuschauer zulässt. Es waren sich alle Bayernliga-Vereine einig, dass Pflichtspiele ohne Zuschauer aus wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn machen."

Am 28. Januar möchte die DJK wieder zum Training bitten, ein paar Tage später hofft der FC Eintracht auf die erste Einheit. "Vielleicht ist es möglich, in der zweiten oder dritten Februarwoche mit dem Ligapokal zu beginnen. Aber das ist nur Kaffeesatzleserei, wie so vieles aktuell", so Schmalfuß.