Ja, sie sind gerade echt im Stress, die Korbjäger der Brose Baskets: Spiel, Training, Busfahrt, Spiel, Busfahrt, Training, Training, Spiel, ... Play-offs eben. Nein, dieser Stress ist nicht der Grund dafür, dass Spieler, Trainer und Anhänger keine Zeit haben für ausreichende Körperpflege. Sie verzichten ganz bewusst auf die Rasur. Das Phänomen "Play-off-Bart" grassiert.
 
Hier finden Sie die Play-off-Bärte der Brose Baskets in einer Bildergalerie!

Diesen Bart tragen die Spieler aller zunächst acht Play-off-Mannschaften der Basketball-Bundesliga gerne. Und das am liebsten möglichst lange. Auch als Glücksbringer. Diejenigen, die sich vor Beginn der Finalserie von dem Wildwuchs trennen müssen, sind raus aus dem Rennen um die Meisterschaft. Der Play-off-Bart ist über Viertel- und Halbfinale hinweg also auch ein etwas anderer Gradmesser für den sportlichen Erfolg.

Fallen die Barthaare schon am Mittwoch?
Mit dem Erreichen der Finalserie wächst nicht nur der Bart, sondern auch der Wunsch, diesen möglichst schnell wieder los zu werden: Im Idealfall bereits nach dem dritten Spiel der Serie. Und mit dem Meisterpokal in Händen.
Seit dem Start der Play-offs um die Meisterschaft im deutschen Basketball sind inzwischen gut fünf Wochen vergangen. Play-off-Bärte gibt es nur noch bei den Teams aus Bamberg und München. Freak City hofft natürlich darauf, dass bereits Mittwochabend ab 22 Uhr im Münchner Audi Dome die Rasiermesser angesetzt und die Rasierapparate surren werden. Das wäre das untrügliche Zeichen dafür, dass die Brose Baskets die siebte Meisterschaft nach Franken holen konnten.

In Bamberg spross das Barthaar der Basketballer erstmals bemerkbar im Jahr 2005 mit dem Gewinn des ersten Meistertitels. Kultiviert hat diese Tradition dann Anton Gavel. Der Shooting Guard stieß im November 2009 zu den Bamberger Korbjägern, feierte die Meistertitel drei bis sechs (2010 bis 2013) mit den Franken und wechselte vor einem Jahr zum Ligakonkurrenten nach München. Dorthin, wo - dann zum Leidwesen von Anton Gavel - vielleicht schon am Mittwochabend Play-off-Barthaare fallen werden.

Hintergrund: Play-off-Bart

Eishockey Der Play-off-Bart hat seinen Ursprung im amerikanischen Eishockey. Die Tradition geht zurück in die 1980er Jahre. Immer mehr Spieler rasieren sich seitdem nicht mehr, bis ihre Mannschaft aus den Finalspielen ausgeschieden ist oder den Stanley Cup gewonnen hat. Überlieferungen zufolge haben die schwedischen Spieler der New York Islanders die frühere Praxis ihres Landmannes Björn Borg übernommen haben, sich beim Wimbledon-Turniers nicht zu rasieren.

Sportarten Vom US-Eishockey breitete sich der Play-off-Bart auf Baseball, Football und Basketball und natürlich auch in andere Länder aus.

Fan-Bart Zur Unterstützung setzen auch eine ganze Reihe von Fans der Mannschaften den Rasierer während der Play-off-Phase ihrer Mannschaft nicht an der entsprechenden Kopfpartie an.