Noch nicht einmal ein Viertel der Saison in der Bundesliga ist vor dem Jahresabschlussspiel, dem Oberfrankenderby zwischen Bamberg und Bayreuth am 30. Dezember, absolviert. Dennoch haben wir den Geschäftsführer der Bamberger Basketball-GmbH, Philipp Galewski, nach einem sportlich wie wirtschaftlichen Zwischenfazit gebeten.

Sportlich zeigt der Trend nach oben

Sportlich bewertet der 34-Jährige das Abschneiden in der Champions League als "fast sensationell gut. Wir sind das einzige Team ohne Niederlage und als einziges bereits für die nächste Runde qualifiziert." Der Sieg in Karsiyaka sei für ihn eine Riesenüberraschung gewesen.

Galewski sieht einen klaren Trend nach oben: "Die Mannschaft hält das, was wir uns von ihr versprochen haben. Da schaut man gerne zu, es gibt spektakuläre und überraschende Aktionen, das sieht der Fan sicher gerne. Selbst bei den Niederlagen gegen Berlin und München hat es kaum einen gegeben, der gesagt hat, das sei total schlecht gewesen - das ist die neue Realität."

Einzig die Niederlage in Hamburg habe ihn massiv geärgert. "Da haben wir uns selbst geschlagen." Gegen Crailsheim attestiert der Geschäftsführer den Merlins einen verdienten Sieg. Zuversichtlich macht ihn, dass man an einem Sahnetag auch große Teams schlagen könne.

Wirtschaftlich auf soliden Füßen

Auch wenn zum Jahresende nicht finanziell Bilanz gezogen wird, so nahm Galewski auch zur wirtschaftlichen Situation der Basketball-GmbH Stellung. "Wir haben die Sanierung in der letzten Saison abgeschlossen und stehen grundsätzlich solide da." Die Kosten für Personal und Spieler seien fix. "Die sind nicht zu ändern. Die fehlenden Zuschauereinnahmen tun uns weh, auch wenn es die Kompensationsleistung vom Bund gab." Für Dauerkartenbestellungen hat der Klub bisher noch nichts eingezogen. Käme es also zu Spielen mit Zuschauern, dann bedeutet das Zusatzeinnahmen.

Für die Sponsoren und VIP-Logen hat Brose jedoch Geld erhalten. "Da gibt es natürlich einen Kompensationsanspruch. Wir versuchen hier, das mit Werbung auf dem Trikot oder den Aufwärmshirts zu kompensieren", sagt Galewski, der auf Zuschauer im März oder April oder eine zweite Tranche Corona-Hilfen vom Bund hofft.

"Sonderbare Situation"

Insgesamt sei die Situation für ihn im Moment sehr sonderbar. "Normalerweise beginnen jetzt die Planungen für die neue Saison, führt man Gespräche mit Spielern über Vertragsverlängerungen. "Stattdessen sucht man, wo man noch Kosten eindämmen kann", schließt Galewski.

Den Ausblick vor dem Oberfrankenderby mit einem Statistikvergleich beider Teams lesen Sie hier.

Ein Interview mit Medi-Kapitän Bastian Doreth zur Lage in Bayreuth und zum Derby lesen Sie hier.