Der Aufbauspieler steht nach David Walker mit 30:31 Minuten im Schnitt am längsten auf dem Feld. Vor dem Derby sprachen wir mit dem Medi-Kapitän.

Was ist mit Medi Bayreuth in den drei Wochen nach dem Sieg über Vechta passiert?

Bastian Doreth: Gute Frage. Bis Vechta waren wir auf dem richtigen Weg. Danach haben wir die nötige Intensität und den Fokus in der Defensive vermissen lassen. Und so wird es gegen jede Mannschaft schwer. Unsere Abwehr ist seit unserer Quarantäne ein Thema. Hier sind wir nicht gefestigt und offenbaren immer wieder große Löcher. Das beginnt mit individuellen Fehlern, dass wir uns im Eins-gegen-eins zu leicht schlagen lassen, und hört beim Defensiv-Rebound auf. Zunächst muss jeder sich an seine eigene Nase fassen, dann kommt die Team-Defense. Wenn die Abwehr nicht steht, zieht das auch Selbstbewusstsein aus dem Team. Wir legen derzeit den Fokus darauf und wollen uns da verbessern, denn ein Problem im Angriff sehe ich nicht.

Gegen Gießen kassierte Ihr Team 39 Punkte im Schlussviertel. Waren Sie da froh, dass keine Zuschauer in der Halle waren?

Ich glaube, mit Zuschauern wäre uns vielleicht so ein Viertel nicht passiert. Es wäre aber eventuell gar nicht so schlecht, wenn man bei schlechten Leistungen direkt ein Feedback von den Fans bekommt, dann kann man sich nicht so leicht wegducken. Derzeit sehen wir alle schlecht aus, das wollen wir schnell ändern.

Welches Spiel erwarten Sie gegen Bamberg?

Bamberg spielt in der Champions League extrem gut. In der Bundesliga hat Brose die Partien gewonnen, die sie gewinnen sollten. Wir sind klarer Außenseiter, ich denke aber nicht, dass wir chancenlos sind. Wir haben einige Spiele verloren, die wir hätten gewinnen sollen. Nun gilt es, mal eines zu gewinnen, das wir nicht auf der Rechnung haben. Wir haben keine Angst oder zu großen Respekt, wir glauben an uns.

Was macht Sie zuversichtlich, dass Bayreuth nicht die fünfte Niederlage in Folge kassiert?

Wir können uns nicht vorwerfen, dass wir nicht hart arbeiten. Wenn man das Training beobachten könnte, dann sieht man, wie hart wir arbeiten und Dinge verbessern. Ich bin ein grundoptimistischer Mensch - es wird besser.

Sie selbst müssen derzeit über 30 Minuten pro Spiel ran. Geht das nicht über Ihre Kräfte?

Ich muss es nehmen, wie es ist. Mein Körper verkraftet das gut. Bisher war mein Spiel auf 20 Minuten ausgelegt mit dem Fokus auf die Defensive. Derzeit muss ich mich auch noch mehr um die Spielkontrolle und das Scoring kümmern. Es macht es nicht einfach, wenn man zurzeit alle drei, vier Tage spielt. Ich beschwere mich aber nicht. Jeder Sportler will möglichst viel spielen, deshalb genieße ich es, lange auf dem Feld zu stehen, denn ich habe schon andere Zeiten erlebt.

Mit welchen Wünschen und Vorsätzen gehen Sie ins Jahr 2021?

Weniger Vorsätze, mehr mit dem Wunsch, dass mehr Stücke der Normalität wiederkommen. Das ist nicht nur für den Sport wichtig. Daneben natürlich Gesundheit, und dass uns die Solidarität auch nach der Krise erhalten bleibt.

Die Fragen stellte unser Redaktionsmitglied Udo Schilling.

Den Ausblick vor dem Oberfrankenderby mit einem Statistikvergleich beider Teams lesen Sie hier.

Die Zwischenbilanz zum Jahresende von Brose-Geschäftsführer Philipp Galewski lesen Sie hier