Seit Donnerstag, 20.31 Uhr, steht es fest - die Viertelfinal-Play-offs der Euroleague finden auch 2016 ohne einen Teilnehmer aus Deutschland statt. Der FC Barcelona gewann in Kaunas mit 66:59 und zerstörte damit endgültig den Traum der Brose Baskets, sich in der europäischen Königsklasse für die Top 8 zu qualifizieren. Der deutsche Meister aus Bamberg trumpfte aber trotz dieser bitteren Erkenntnis in der heimischen Frankenhölle im letzten Spiel der Top 16 gegen Laboral Kutxa Vitoria auf und beendete eine herausragende Euroleague-Saison mit einem 89:69 (45:28)-Sieg - es war der zehnte Erfolg auf heimischem Parkett in der elften Partie. Die Mannschaft von Trainer Andrea Trinchieri kann sich nach gut einem halben Jahr mit durchgängig englischen Wochen nun gänzlich auf die Titelverteidigung in der Bundesliga konzentrieren. Gewinnen die Bamberger am Sonntag (15 Uhr) auch ihr Heimspiel gegen Ulm, ist ihnen der erste Platz nach der Hauptrunde nur noch theoretisch zu nehmen.



Nach kurzer Anlaufzeit brannte der deutsche Meister ein wahres Offensiv-Feuerwerk ab. Man musste sich schon fragen, wer eigentlich der Außenseiter in dieser Partie ist. Nach drei Dreiern von Darius Miller, Brad Wanamaker und Elias Harris lag der Gastgeber mit 19:7 vorn und überrannte die Basken. Vor allem Miller traf aus allen Lagen und war mit zehn Punkten maßgeblich an der 29:14-Führung nach dem ersten Viertel beteiligt. Fünf von sieben Dreiern getroffen, 12:3 Rebounds und 7:2 Assists - es sprach alles für die Bamberger.

Und die legten zu Beginn der zweiten zehn Minuten drauf: 38:17 stand es nach 14 Minuten. Jetzt kam zwar Vitoria (8:0-Lauf) etwas besser ins Spiel, doch Miller (16 Punkte in Halbzeit 1) sorgte mit seinem Dreier aus der Ecke - er stand dabei nur auf einem Bein - für ein weiteres Highlight und den 45:28-Pausenstand. Die Frankenhölle war ob der grandiosen Vorstellung der Bamberger aus dem Häuschen, obwohl sich inzwischen der Erfolg von Barcelona in Kaunas herumgesprochen hatte.


Starke Vorstellung von Theis

Nach Wiederbeginn knüpfte dann Daniel Theis an seine starke Vorstellung vor der Pause nahtlos an und sorgte mit seinen beiden Dreiern wieder für eine 20-Punkte-Führung (56:35). Doch jetzt drehte Ioannis Bourousis auf. Der griechische Star-Center wurde aufgrund seiner von den Schiedsrichtern nicht geahndeten harten Spielweise von den Zuschauern konsequent ausgepfiffen. Die Bamberger Langen holten sich dagegen gegen den MVP des Monats März Foul um Foul. Nachdem auch Jaka Blazic heiß lief, betrug der Vorsprung vor dem Schlussviertel nur noch elf Punkte.


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Eine starke Verteidigung und Nikos Zisis, Miller mit seinem fünften Dreier und Leon Radosevic in der Offensive rückten die Kräfteverhältnisse aber schnell wieder zurecht (73:54).

In der Schlussphase ließen sich die Hausherren auch von den Unparteiischen, die nur Fouls auf Seiten der Bamberger sahen, nicht verrückt machen und steuerten einem weiteren Triumph auf heimischem Parkett entgegen. Freak City feierte die Euroleague-Helden mit stehenden Ovationen.


Die Statistik

Brose Baskets Bamberg -
Laboral Kutxa Vitoria 89:69

(29:14, 16:14, 18:24, 26:17)
Bamberg Theis (21 Punkte/3 Dreier), Miller (19/5), Wanamaker (9/1), Harris (8/1), Radosevix (8), Zisis (7), Staiger (6/2), Heckmann (4), Strelnieks (3), Melli (2), Nikolic (2)
Vitoria Blazic (19/4), Hanga (11/1), Bourousis (11/1), Adams (11/3), James (5/1), Tillie (5/1), Diop (3), Planinic (2), Bertans (2), Corbacho
SR Rocha (Portugal), Javor (Slowenien), Halliko (Estland)
Zuschauer 6800 (ausverk.)
Gesamtwurfquote Bamberg 56 Prozent (32 Treffer/57 Versuche), Vitoria 40 (22/55)
Dreierquote Bamberg 60 Prozent (12/20), Vitoria 35 (11/31)
Freiwurfquote Bamberg 76 Prozent (13/17), Vitoria 78 (14/18)
Rebounds Bamberg 38 (26 defensiv/12 offensiv), Vitoria 23 (15/8)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 7/18, Vitoria 5/15
Assists Bamberg 26 / Vitoria 13
Fouls Bamberg 27 / Vitoria 21