Nach Toren von Michael Kutzelmann (13. Min.) und Kingsley Osuji (40.) lag der RSC zur Pause mit 2:0 in Führung. Michael Joneitis gelang acht Minuten nach dem Wechsel für den FCO II der Anschlusstreffer. Christian Then stellte mit dem 3:1 für die "Concorden" den alten Torabstand wieder her. Michael Stetson glückte kurz vor dem Abpfiff für die Platzherren noch eine Resultatsverbesserung.
"Von der Zielsetzung her ging der FC Oberhaid II mit der gleichen Vorgabe in die Saison 2016/17 wie im vergangenen Jahr", sagt dessen Fußball-Vorstand Oliver Dotterweich. Grundsätzlich wollen die FCO-Reservisten den Abstieg verhindern, und dies, ohne in die Relegationsrunde zu kommen. Alles andere wäre nach Dotterweichs Meinung "vermessen". Auch in der laufenden Serie plagten das Oberhaider Reserveteam Verletzungssorgen. Vom Potenzial her wäre sicher eine bessere Platzierung möglich, doch neben den gesundheitlichen Ausfällen ließ auch die Trainingsbeteiligung viele Wünsche offen. Mit diesem Problem scheinen allerdings fast alle Reserven, unabhängig davon, welcher Spielklasse sie angehören, konfrontiert zu werden. Nach Einschätzung des früheren FCO-Vorstandes und jetzigen Pressewartes Rudolf Kopfmüller "liegt der Klassenerhalt noch immer im Bereich des Machbaren."
Die Torschützenliste der "Blau-Weißen" führt Philipp Stark mit acht Treffern an. Im Hinspiel siegte der FC II beim RSC mit 2:0. In der Winterpause ist der Trainer der Oberhaider zweiten Garnitur, Ewald Rugel, aus Zeitgründen zurückgetreten. Er steht aber dem Betreuerteam der "Ersten" zur Verfügung. Die Reserve coacht nun der 30-jährige Ur-Oberhaider Florian Pieper.
"Die bisherige Saison ist nicht ganz so gelaufen, wie wir uns das als Aufsteiger vorgestellt haben", ließ RSC-Fußball-Abteilungsleiter Matthias Müller vor dem Oberhaider Gemeindeduell wissen. Nach zahlreichen Verletzungen und sonstigen Ausfällen im ersten Saisonabschnitt sei es oft sehr schwierig gewesen, Woche für Woche eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen. "Es gilt jetzt, nicht darüber zu jammern, sondern den Blick nach vorne zu richten und die weiteren Spiele so anzugehen, wie zuletzt im Nachbarderby bei der SpVgg Lauter. Zwar mussten wir beim dortigen Tabellendritten in der Schlussphase noch eine 2:4-Niederlage hinnehmen, doch die erforderliche Einstellung und der Kampfgeist unserer Jungs stimmten voll", wie Matthias Müller bilanziert. Dieser zeigte sich zugleich sehr zuversichtlich, dass die Concordia die zum Ligaerhalt notwendigen Punkte noch einfährt.
Zwei bemerkenswerte Zahlen kann der RSC bislang vorweisen. Der Neuling führt die Fairness-Tabelle der Kreisklasse 1 an und liegt daneben mit durchschnittlich 138 Besuchern pro Heimspiel in der Zuschauerbilanz hinter dem Spitzenreiter SC Kemmern auf Platz 2.
Die obligatorische Abtastphase war im Derby schnell vorbei. Michael Kutzelmann (RSC) bot sich aus zwei Metern die Chance zur Führung. Sechs Minuten später holte FCO-Keeper Christian Jaworski den gegnerischen Offensivmann Carlo Christa von den Beinen. Christian Then trat zum Strafstoß an, aber der FCO-Schlussmann merzte seinen Fauxpas bravourös aus. Auch der Nachschuss brachte nichts ein. In der 13. Min. kam ein Freistoß der Gäste auf das lange Eck des FC-Tores, Michael Kutzelmann hatte keine Mühe, den Ball über die Linie zu drücken. Bis kurz vor dem Wechsel waren die Gastgeber bemüht, mehr Linie in ihr Spiel zu bringen. Doch Kingsley Osuji schloss eine Körpertäuschung mit dem 0:2 ab.
Nach dem Pausentee erinnerten sich die FCler an ihre Tugenden Kampfkraft und Siegeswillen. Michael Joneitis brachte in der 53. Min. eine Freistoß-Vorlage mit dem Kopf im Kasten von RSC-Torwart Tim Hauptmann unter. Schlussmann Jaworski hielt die Gastgeber nach einem Konter der "Gelb-Schwarzen" im Spiel. Die 72. Min. brachte die Vorentscheidung. Als sich der ansonsten sehr sichere FC-Keeper Jaworski bei einem von Christian Then als Bogenlampe aus 30 m abgefeuerten Freistoß verschätzte und daneben griff, landete das Leder zum dritten Mal im FC-Gehäuse. Der 2:3-Anschlusstreffer durch Michael Stetson der 86. Min. konnte den "Dreier" des FCO II nicht mehr verhindern. Schiedsrichter Karl-Heinz Maier brachte mit acht Gelben, drei Gelb-Roten und einer Roten Karte viel Farbe in das Oberhaider Ortsderby.
FC-Coach Pieper bezeichnete den Sieg des Aufsteigers aufgrund der besseren Chancen als leistungsgerecht. RSC-Trainer Uli Doktorowski stufte den Derbysieg seiner Mannschaft als "verdient" ein. "Zahlenmäßig hätte unser Erfolg bei etwas besserem Verwerten der Einschussmöglichkeiten sogar noch deutlicher ausfallen können."