Erfolg für die Brose Baskets: Andrea Trinchieri begann seine Spielanalyse erstmals in deutscher Sprache: "Alles in Ordnung", konstatierte Bambergs Erfolgstrainer nach dem 101:64-Kantersieg gegen überforderte Tübinger. Drei Tage nach dem triumphalen 74:70-Sieg in der Euroleague gegen den FC Barcelona hatten die Freaks im basketballverrückten Bamberg am Faschingssonntag erneut Grund zum Feiern: Zum einen brannten "ihre" Jungs in der ersten Halbzeit gegen die zahnlosen Tiger ein wahres Feuerwehr ab - 20:4 (5. Minute), 43:15 (13.), 53:23 (16.) und 63:24 (20.) lauteten die Zwischenstände in der ersten Halbzeit. Der enttäuschte Tigers-Trainer Tyron McCoy meinte später: "Das war eine herbe Niederlage. Die Partie war schon nach vier, fünf Minuten entschieden."

Aber auch die Ergebnisse der Konkurrenz bereiteten den teils verkleideten Fans in der Frankenhölle viel Freude - die anderen beiden großen "B's" mussten nämlich am 21. Spieltag Federn lassen: Bereits am Samstag kassierte Alba Berlin eine 74:78-Heimniederlage gegen Angstgegner Ludwigsburg. Und am Sonntag erwischte es auch die Münchner Bayern, die in Ulm eine 72:91-Pleite hinnehmen mussten und auf den dritten Platz hinter die punktgleichen Frankfurter zurückfielen. Sechs Punkte beträgt nun schon der Vorsprung des deutschen Meisters vor dem Verfolgerduo.

"Die Zahlen lügen nicht. Das war ein ganz gutes Spiel von uns. Wir wollten seriös auftreten, von der ersten bis zur letzten Minuten unseren Basketball spielen. Ich denke, wir können zufrieden sein, obwohl es natürlich immer etwas zu verbessern gibt", freute sich besonders Aleksej "Ali" Nikolic über den klaren Erfolg. Nachdem Janis Strelnieks auf Grund muskulärer Probleme die letzten Tage nicht trainieren konnte, schenkte Andrea Trinchieri dem 20-jährigen Slowenen das Vertrauen und beorderte ihn sogar in die Startformation. Und der talentierte Aufbauspieler belohnte sich und seinen Trainer mit einer respektablen Vorstellung. Nikolic legte nicht nur Tübingens Spielmacher Jared Jordan (5 Punkte/7 Assists), der an alter Wirkungsstätte mit viel Applaus begrüßt worden war, an die Kette, sondern setzte auch in der Offensive Akzente: 14 Punkte, vier Rebounds und sechs Assists standen am Ende für den 20-Jährigen, der fast 31 Minuten sein Können zeigen durfte, in der Statistik.


Viel Lob für "Ali" Nikolic

"Er ist ein exzellenter Spieler. Ich denke, dass er in zehn, zwölf Mannschaften in der Bundesliga als Ausländer mitspielen könnte. Er ist sehr konstant und arbeitet jeden Tag sehr hart", lobte Trinchieri den Slowenen. "Ich bin natürlich sehr dankbar, dass der Trainer mir vertraut. Ich werde auch in Zukunft im Training alles geben, damit ich mehr Minuten im Spiel bekomme", hofft Nikolic, der viel Spielpraxis in der ProA bei den Baunachern sammelt, dass er sich nach und nach in der Mannschaft etablieren kann.

In der zweiten Halbzeit schalteten die Hausherren dann einen Gang zurück, nachdem längst klar war, wer als Sieger vom Parkett gehen würde. Trinchieri schonte seine Stars für den Euroleague-Auftritt am Donnerstag in Vitoria.



Die Statistik

Brose Baskets Bamberg - Walter Tigers Tübingen 101:64
(31:9, 32:15, 21:21, 17:19)
Bamberg Staiger (15 Punkte/3 Dreier), Harris (15), Nikolic (14/1), Melli (13/3), Wanamaker (10), Radosevic (10), Theis (6), Zisis (5/1), Miller (5/1), Heckmann (5/1), Idbihi (3)
Tübingen Green (18/3), Buford (17/1), Fitzpatrick (10/1), Radosavljevic (8/1), Jordan (5/1), Nadjfeji (4), Russell (2), Albus, Mihailovic
SR Neubecker, Bittner, Arik
Zuschauer 6800 (ausverk.)
Gesamtwurfquote Bamberg 60 Prozent (35 Treffer/59 Versuche), Tübingen 41 (23/56)
Dreierquote Bamberg 39 Prozent (10/26), Tübingen 41 (7/17)
Freiwurfquote Bamberg 91 Prozent (21/23), Tübingen 85 (11/13)
Rebounds Bamberg 37 (29 defensiv/8 offensiv), Tübingen 19 (15/4)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 7/12, Tübingen 5/16
Assists Bamberg 30/ Tübingen 17
Fouls Bamberg 15 / Tübingen 22

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