Das Top Four findet ohne Brose Bamberg statt. Nach Siegen über Ratiopharm Ulm und s.Oliver Würzburg verlor die Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers am Sonntagabend das letzte Gruppenspiel im reformierten Pokalwettbewerb nach einer schwachen Leistung gegen die MHP Riesen Ludwigsburg mit 72:99 (29:43). Als Sieger der Gruppe C qualifizierten sich die Ulmer - punktgleich mit Bamberg und Ludwigsburg, aber besser als die beiden Konkurrenten im Dreiervergleich - für das Endturnier in München.

BBL-Pokal

Brose Bamberg - MHP Riesen Ludwigsb. 72:99

(21:24, 8:19, 21:16, 22:40) Die Bamberger waren als Favorit in die Partie gegangen, doch das störte den Gegner wenig. Ludwigsburg fand offensiv schnell in den Rhythmus und erwies sich vor allem aus der Distanz treffsicher. Weil die Oberfranken an der Drei-Punkte-Linie schlecht verteidigten, nutzten die Schwaben dort ihre Freiräume. Sechsmal trafen sie im ersten Viertel von der 6,75-Meter-Linie. Doch auch das Brose-Team war zunächst sicher im Abschluss. Tyler Larson, der am Vortag gegen Würzburg noch ohne Punkt blieb, war im ersten Abschnitt mit vier Zählern und drei Assists auffälligster Spieler im Brose-Team.

Das zweite Viertel war dann für die Bamberger eines zum Vergessen. Sechs Minuten lang gelang ihnen kein Korb, weil sie gegen die agile Verteidigung des Gegners kein Mittel fanden. Ludwigsburg unterband das Passspiel konsequent, die Bamberger versuchten es vermehrt mit Einzelaktionen, die ohne Erfolg blieben. Von Minute zu Minute wuchs die Verunsicherung, die sich in acht Ballverlusten bemerkbar machte.

Barry Brown nicht zu stoppen

Dagegen klappte bei den Schwaben weiterhin vieles. Die Distanzwürfe fielen, und Barry Brown "vernaschte" Kenneth Ogbe ein ums andere Mal. Der Ludwigsburger Neuzugang lief heiß und hatte zur Pause bereits 13 Punkte auf seinem Konto. Zur Pause hatten die Schwaben die bessere Trefferquote (60 Prozent/Bamberg 47), mehr Rebounds (13/10) als auch Assists (9/8) zu Buche stehen und führten daher verdient mit 16 Punkten Vorsprung.

Nach der Pause fingen sich die Oberfranken und senkten ihre Fehlerquote. Offensiv lief jetzt vieles über Chase Fieler und Michele Vitali. Der US-Amerikaner mit zehn Punkten und der Italiener mit sieben im dritten Viertel brachten ihr Team wieder bis auf neun Punkte an den Gegner heran (50:59).

Doch der Vizemeister fuhr im Schlussabschnitt wieder die Krallen aus. Brown spielte sich in einen wahren Rausch und hielt den Gegner auf Distanz. Es spielte auch keine Rolle mehr, dass die Bamberger mit Christian Sengfelder und David Kravish zwei Center nach dem jeweils fünften Foul verloren. Die Köpfe der Bamberger gingen immer weiter nach unten, weil sie merkten, dass sie an diesem Abend gegen starke Ludwigsburger keine Chance haben. Da die Gegenwehr immer mehr nachließ, kassierte Brose im Schlussabschnitt 40 Punkte und eine peinliche Niederlage.

Die Statistik

Bamberg: Fieler (21 Punkte/5 Dreier), Kravish (11), Vitali (10/2), Larson (10/1), Sengfelder (6), Hundt (5/1), Odiase (4), Lasisi (3), Ogbe (2), Lockhart, Plescher, Grüttner Bacoul Ludwigsburg: Brown (30/4), Darden (14/2), Smith (14/4), Harris (9), Polas Bartolo (8), Wohlfarth-Bottermann (8), Hulls (5/1), Rodriguez (4), Ja. Patrick (3/1), Herzog (3/1), Warren (1), Jo. Patrick Schiedsrichter: Panther, Madinger, Bohn Zuschauer: keine Gesamtwurfquote: Bamberg 43 Prozent (26 Treffer/60 Versuche), Ludwigsburg 59 (33/56)

Dreierquote: Bamberg 32 (9/28), Ludwigsburg 57 (13/23) Freiwurfquote: Bamberg 61 Prozent (11/18), Ludwigsburg 74 (20/24) Rebounds: Bamberg 26 (15 defensiv/11 offensiv), Ludwigsburg 31 (24/7) Ballgewinne/-verluste: Bamberg 4/21, Ludwigsburg 7/16

Assists: Bamberg 20 / Ludwigsburg 18 Fouls: Bamberg 26 / Ludwigsburg 23

Spieler des Spiels

Chase Fieler war wie schon am Vortag gegen Würzburg der effektivste Bamberger und mit 21 Punkten bester Werfers seines Teams. Der US-Amerikaner traf acht seiner 14 Würfe (57 Prozent), darunter fünf Dreier bei neun Versuchen. Zudem verbuchte Fieler einen Assist, einen Rebound und einen Ballverlust in 28:41 Minuten Spielzeit.