Mit ihrem Heimsieg über den Titelverteidiger haben die Basketballer von Brose Bamberg in der Champions League für ein Ausrufezeichen gesorgt. Am Dienstagabend fügten sie mit dem 77:73 in der Brose-Arena dem Spitzenreiter AEK Athen nach zuvor acht Siegen die zweite Niederlage in der Vorrundengruppe C zu. Damit stieß die Mannschaft das Tor zum Achtelfinale, für das sich die vier besten Teams qualifizieren, ganz weit auf. Zudem sind die Bamberger auf den zweiten Platz geklettert und haben auch noch Chancen auf den Gruppensieg.

Elias Harris, der seine Magen-Darm-Grippe überstanden hatte, markierte die ersten vier Zähler für die Gastgeber. Doch seine Teamkollegen ließen zu Beginn einige Chancen aus, die nächsten sechs Würfe gingen daneben. Dann fand das Brose-Team aber seinen Rhythmus und zog mit einem 9:0-Lauf zum 15:11 erstmals in Front (7. Minute). Die Griechen, die auf den Einsatz ihres kurz nach dem Jahreswechsel verpflichteten Neuzugangs Jordan Theodore verzichteten, schlugen aber zurück.

Alle zehn Bamberger punkten

Die Partie blieb auch nach dem ersten Viertel jederzeit ausgeglichen, weil beide Mannschaften nicht mit hohen Trefferquoten glänzten (Brose 38 Prozent/AEK 47). Die Bamberger zeigten aber den besseren Team-Basketball. Bereits nach 15 Minuten hatten alle zehn eingesetzten Spieler gepunktet. Maurice Stuckey und Daniel Schmidt erhielten wie zuletzt gegen Ulm viel Einsatzzeit, die sie zu jeweils fünf Punkten bis zur Pause nutzten. Nur ein Ballverlust zeugte vom konzentrierten Spiel der Heimmannschaft. Sie hatte nach einem Ballgewinn durch Ricky Hickman die Chance, die Führung erstmals auf sieben Punkte auszubauen, doch vergab der US-Amerikaner den Korbleger in Bedrängnis. Athens Kapitän Dusan Sakota bestrafte dies mit fünf Zählern in Folge zum 39:39-Halbzeitstand.

Abnutzungskampf

Auch im dritten Abschnitt sahen die Zuschauer einen zähen Abnutzungskampf. Beiden Mannschaften gelangen nur wenige schöne Spielzüge, viele Körbe mussten sich hart erarbeitet oder an der Freiwurflinie verdient werden. Auf Bamberger Seite trug Augustine Rubit mit sieben Punkten in diesem Viertel die Hauptlast im Angriff.

Führung wieder verspielt

Mit einer hauchdünnen 56:55-Führung des Bundesliga-Vierten ging es in den Schlussdurchgang. Mit zwei Drei-Punkte-Spielen (Korberfolg und Freiwurf nach Foul) von Alexander und Tyrese Rice hintereinander erspielten sich die Bamberger in der 35. Minute ihre bis dahin größte Führung (68:60). Sie übertrieben dann jedoch das Spiel Eins-gegen-Eins und verzettelten sich in Einzelaktionen. Zudem schlichen sich Fehler in der Verteidigung ein, und nur zweieinhalb Minuten später stand es wieder unentschieden (71:71).

Rubit nervenstark

Gleichstand herrschte auch 42 Sekunden vor Schluss, ehe Rice Bamberg mit zwei Freiwürfen mit 75:73 nach vorne brachte. Zwei Dreier der Griechen gingen anschließend daneben, und Brose hatte 13,7 Sekunden vor der Schlusssirene wieder Ballbesitz. AEK schickte Rubit mit einem taktischen Foul an die Freiwurflinie. Von dort aus machte der Bamberger Center mit zwei Treffern den verdienten Heimsieg über den Titelverteidiger perfekt. Die Statistik

Brose Bamberg - AEK Athen 77:73 (19:20, 20:19, 17:16, 21:18) Bamberg Rice (13 Punkte/2 Dreier), Rubit (11), Alexander (9), Jelovac (8/1), Harris (8), Schmidt (7/1), Zisis (6), Taylor (5/1), Stuckey (5/1), Hickman (5/1) Athen Sakota (15/1), Hunter (14), Maciulis (12), Griffin (11/3), Larentzakis (9/1), James (5/1), Xanthopoulos (3/1), Sant-Roos (2), Giannopoulos (2) SR Conde (Spanien), Zapolski (Polen), Yilmaz (Türkei) Zuschauer 6000 Gesamtwurfquote Bamberg 40 Prozent (25 Treffer/63 Versuche), Athen 44 (27/62)

Dreierquote Bamberg 33 Prozent (7/21), Athen 29 (7/24) Freiwurfquote Bamberg 80 Prozent (20/25), Athen 71 (12/17) Rebounds Bamberg 37 (26 defensiv/11 offensiv), Athen 40 (29/11) Ballgewinne/-verluste Bamberg 4/5, Athen 2/11 Assists Bamberg 19/ Athen 18 Fouls Bamberg 18 / Athen 20