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Bamberg
Fußball

Bayernligisten winkt ein weiterer Aufstiegsplatz

Der Bayerische Fußballverband hat die Saisonfortsetzung in den beiden Bayernligen geregelt.
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Foto: Symbolbild, dpa
Foto: Symbolbild, dpa

Der Bayerische Fußballverband (BFV) hatte den Vereinen nach der Entscheidung für die Saisonfortsetzung und den Verzicht auf die Saison 2020/21 weitere attraktive Wettbewerbe mit einem sportlichen Wert in Aussicht gestellt - wie dieses Zusatzangebot in den beiden Bayernligen aussieht, hat er nun in einem Webinar den Bayernliga-Vereinen vorgestellt. Vier Wettbewerbsbausteine füllen die Zeit bis Juni 2021.

Im Zeitraum zwischen September 2020 und Mai 2021 wird neben dem regulären Ligaspielbetrieb der Saison 2019/20 in zwei Blöcken (September/Oktober und April/ Mai) zudem die Qualifikation der Bayernligisten zum Toto-Pokal-Wettbewerb (2020/21) auf Verbandsebene, der Toto-Pokal-Wettbewerb (2020/21) auf Verbandsebene sowie ein Liga-Wettbewerb ausgetragen. Die vom BFV eingesetzte Lösungsarbeitsgruppe (LAG) "Spielbetrieb und Pokal Verbandsebene" empfiehlt für letztgenannten Wettbewerb staffelinterne Ligapokale mit Vor-, Zwischen- und Finalrunde, die während der spielfreien Zeiten der Liga ausgetragen werden. Der attraktive Preis: Die jeweiligen Sieger (Nord- und Süd-Staffel) spielen im Finale um einen direkten Aufstiegsplatz in die Regionalliga Bayern. Weiterhin ist eine Verzahnung mit der Saison 2021/22 im Toto-Pokal auf Verbandsebene angedacht.

Vereine sehen Ligapokal positiv

"Der Ligapokal wäre aus meiner Sicht ein sehr attraktives Zusatzangebot, der durch den Regionalliga-Aufstiegsplatz und die direkte Verknüpfung mit dem Toto-Pokal-Wettbewerb ohne Frage einen hohen sportlichen Wert besitzt", wird Verbandsspielleiter Josef Janker in einer BFV-Mitteilung zitiert. "Das sehen auch die Vereine der Bayernliga so. Die Resonanz auf den in der LAG erarbeiteten Vorschlag war sehr positiv - kein einziger Klub hat sich gegen die Durchführung eines Ligapokals ausgesprochen."

Hoffnung auf regionale Gruppen

Auch Jörg Schmalfuß, Vorstandsvorsitzender des Bayernligisten FC Eintracht Bamberg gewinnt den neuen Vorschlägen viel ab: "Ich bin ohne Erwartung in das Online-Meeting gegangen und mit einem positiven Eindruck wieder rausgegangen. Es kann nun eine attraktive Saison für uns Bayernligisten werden, gerade der neue Ligapokal ist durchaus reizvoll."

Schmalfuß hofft in diesem Pokal auf regionale Gruppen und träumt schon von zuschauerträchtigen Partien gegen DJK Don Bosco Bamberg, FC Sand und SpVgg Bayern Hof. "Wenn man dann in so einem Pokal antritt, dann will man ihn auch gewinnen", macht Schmalfuß gleich eine Kampfansage an die Konkurrenz. Doch dann schränkt er ein: "Natürlich ist das von der Leistungsfähigkeit unserer Kaders abhängig. Und noch können wir es nicht abschätzen, welche Auswirkung der Wegfall der Saison 2020/21 auf unseren Kader haben wird." Denn, und daraus macht der Bamberger keinen Hehl, die wirtschaftliche Unsicherheit für die Vereine löst das neue Spielkonzept nicht. So seien die Spiele der fortzusetzenden Saison bereits vermarktet, so dass nur die für Sponsoren meist unattraktiveren Pokalwettbewerbe für die kommenden Monate Vermarktungsmöglichkeiten bieten. "Deswegen hatten wir uns von Anfang an für einen Saisonabbruch ausgesprochen", verdeutlicht Schmalfuß. "Aber wir akzeptieren die Mehrheitsentscheid und setzen unser Vertrauen in die BFV-Verantwortlichen."

Konstanz im Kader

Zudem erklärt er, dass der zu erwartenden Umsatzeinbruch für den FC Eintracht nicht existenzbedrohend ist: "Das ist alles machbar, der Verein ist nicht gefährdet." Das Loch in der Vereinskasse soll unter anderem durch eine Crowdfunding-Aktion möglichst klein gehalten werden. Mit dieser - weitere Infos gibt es auf der Eintracht-Homepage - sollen die Kosten für die umfangreiche Infrastruktur des Vereins finanziert werden. Darüber hinaus will sich Schmalfuß nun intensiv um die Kaderplanung kümmern: "Die Spieler wissen jetzt, welche sportlichen Anreize es in den kommenden Monaten gibt. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass uns bei Wiederbeginn der gleiche Kader zur Verfügung steht wie bei unserem bislang letzten Spiel im November 2019." Er hofft zudem, dass auch der eine oder andere Nachwuchsspieler ins Team rückt. Allerdings ist er skeptisch, dass die bereits vermeldeten Neuzugänge schon ab September das Eintracht-Trikot tragen.

Genauso wie auf die Bamberger wartet auf den Verband in den nächsten Tagen jede Menge Arbeit. So ist der nächste Schritt die detaillierte Ausarbeitung des neuen Ligapokals. Hierfür wird in jeder Bayernliga eine Arbeitsgruppe mit Vereinsvertretern ins Leben gerufen, die sich konkrete Gedanken zur inhaltlichen und terminlichen Gestaltung des Wettbewerbs machen. In den kommenden Tagen will der Verbandsspielausschuss auch mit den Vertretern der Landes- und Bezirksligen zusammenkommen und die in der LAG erarbeiteten Vorschläge vorstellen.