Am Donnerstagabend um 22.15 Uhr hatte das Warten ein Ende: Bayern München feierte in der Berliner o2 -World einen 101:96-Sieg über Alba Berlin und buchte den Finaleinzug. Garant für den Triumph des Titelverteidigers war Nihad Djedovic. 30 Punkte, 6 Dreier, 3 Rebounds, 5 Assists und 4 Ballgewinne standen am Ende für den Scharfschützen in der Statistik. Damit entschieden die Münchner die Serie mit 3:2 Siegen für sich und treffen bereits am Sonntag (15 Uhr) im ersten Finale in Bamberg auf die Brose Baskets. Die Partie ist ausverkauft. Letzte Karten kommen nur in den Verkauf, wenn die Bayern Tickets aus ihrem Kontingent zurückgeben.

Brose Baskets treffen im Finale auf Bayern München


In einem packenden Basketball-Krimi haben die Bayern den Angriff von ALBA Berlin abgewehrt. Matchwinner war der überragende Nihad Djedovic mit 30 Punkten. "Unterschätze niemals das Herz eines Champions", sagte der Bosnier, der seit einigen Wochen auch einen deutschen Pass besitzt. "Auch ALBA hätte es verdient gehabt. Ich bin glücklich, dass wir im Finale sind."

Für Berlin konnte vor den Augen von NBA-Profi Dennis Schröder auch ein starker Jamel McLean mit 29 Zählern das Aus nicht verhindern. "Leider muss jemand so ein Spiel verlieren", sagte ALBA-Coach Sasa Obradovic. "Es ist schade, dass wir unsere großartige Saison nicht krönen konnten."

Bei den Gästen wurde Coach Svetislav Pesic im dritten Viertel nach zwei Technischen Fouls aus dem Innenbereich verbannt.

Wie bei den bisherigen beiden Heimsiegen dieser Serie agierte Berlin zunächst defensiv aggressiver, dominierte beim Rebound und setzte die Bayern unter Druck. Beim 7:12 aus Münchner Sicht reagierte Bayerns Coach Pesic mit der ersten Auszeit und brachte mit der Einwechslung von Nationalspieler Heiko Schaffartzik Struktur ins Angriffsspiel.

Obwohl vor allem McLean unter dem Korb gegen den häufig defensiv phlegmatischen John Bryant dominierte, konnte sich ALBA zunächst nicht absetzen. Während die Berliner bis zur Halbzeitpause nur einen einzigen Dreipunktewurf traf, versenkte der überragende Djedovic in der ersten Hälfte vier von insgesamt acht erfolgreichen Bayern-Versuchen aus der Distanz.

Nach der Pause brachte Djedovic die Bayern an der Freiwurflinie beim 49:48 das erste Mal seit der Anfangsphase in Führung, doch ALBA blieb dran. Als Pesic sich zum wiederholten Male lautstark über eine Entscheidung der Schiedsrichter beschwerte, kassierte der Coach ein Technisches Foul. Für den anschließenden hämischen Applaus setzte es das zweite und damit den Ausschluss - sein Assistent Emir Mutapcic konnte den aufgebrachten Trainer-Routinier nur mit Mühe zurückhalten.

Doch ALBA tat die Aufregung vorerst nicht gut, mit einem 10:2-Lauf zogen die Münchner davon. Angepeitscht von den frenetischen Fans kam Berlin jedoch wieder heran, es entwickelte sich der Höhepunkt einer packenden Serie. Zum Ende der regulären Spielzeit fiel der Wurf von McLean nur auf den Korbrand, in der Verlängerung verpasste Alex Renfroe den Ausgleich. Damit verlor ALBA auch die dritte Play-off-Serie gegen die Bayern, die den Finaleinzug ausgelassen feierten.