Zum Abschluss verloren die deutschen U16-Jungs bei der Europameisterschaft in der Ukraine zwar ihr Spiel um Platz 7 gegen die Türkei. Doch die letzte Partie soll nicht über die gute Leistung hinwegtäuschen, die die Jungs von Bundestrainer Alan Ibrahimagic und seinem Assistenten Patrick Femerling während des Turniers gezeigt haben. Allen voran bot Bambergs Center-Talent Leon Kratzer ein ums andere Mal starke Vorstellungen.

Der 16-Jährige, der in der kommenden Saison im Brose-Baskets-Nachwuchskonzept für das Breitengüßbacher NBBL-Team und für Baunach in der ProB auflaufen wird, zeigte besonders in der Vorrunde, dass ihm unter den Körben auch in Europa kaum jemand stoppen kann.

Nach einer Auftaktniederlage gegen die Türkei (55:62) folgten Siege über Litauen (71:68), Schweden (66:50) und die späteren Europameister aus Spanien (77:70). Es folgte eine herbe Pleite gegen Griechenland (47:68), ehe die deutschen Jungs mit einem knappen 71:69 gegen Russland die Vorrunde auf Platz 3 beendeten.

Immer in den Statistiken vorne mit dabei: Leon Kratzer. Nach verhaltenem Auftakt gegen die Türken (8 Punkte/6 Rebounds) folgten Gala-Vorstellungen gegen Spanien und Russland. Mit 22 Punkten und 20 Rebounds brachte er die Iberer schier zur Verzweiflung. Und auch die Russen konnten Kratzer nicht stoppen. 19 Punkte und 14 Rebounds standen hier für den Bamberger zu Buche. Nach den beiden Double-Doubes konnte man auf der Homepage der Fiba schon die Frage lesen: "Wer stoppt die Rebound-Könige?"

Die Antwort lautete Serbien. Denn im Viertelfinale war gegen den späteren Vize-Europameister Endstation und nach Niederlagen gegen Frankreich und die Türkei stand "nur" Platz 8 für die Deutschen zu Buche.

Neben Kratzer spielte mit Tibor Taras ein weiterer Spieler des Brose-Baskets-Förderprogramms bei der EM mit. Der Neuzugang aus Köln kam in fünf von sechs Spielen zum Einsatz und erzielte beim Sieg über Schweden zehn Punkte und holte sieben Rebounds. Die Baskets sind stolz auf ihre beiden Jugend-Nationalspieler, wobei sie auch wissen, dass man bei den beiden noch viel verbessern kann. Trainer Mirko Petrick weiß, dass eine Menge Arbeit auf die Rohdiamanten zukommt. "Leon ist gerade dabei, seinen Rhythmus wieder zu finden. Er war lange verletzt und hat die Vorbereitung mit der Nationalmannschaft nahezu komplett verpasst. Gerade wenn er unter Druck gerät, wird das noch auffällig. Jeder zusätzliche Tag bringt ihn zurück in die Spur", erklärt Petrick.

Hartmann bei U18-EM wohl raus

Für Alina Hartmann von der DJK Brose Bamberg läuft es dagegen bei ihrer Europameisterschaft in Ungarn nicht so gut. Nach zwei Siegen und zwei Niederlagen haben die deutschen Mädels nur noch theoretische Chancen auf das Halbfinale. Hierfür müssen die Spielerinnen von Bundestrainer Stefan Mienack auf österreichische Schützenhilfe hoffen. Nur wenn die Alpenländler gegen Bosnien mit maximal zwölf Punkten gewinnen, haben Hartmann & Co. das Halbfinalticket gebucht.

Hartmann merkte man während des Turniers noch deutlich den Rückstand nach überstandener Verletzung an. Die Flügelspielerin plagte sich in der Vorbereitung mit einer Knöchelverletzung herum. Bei der Niederlage gegen Bosnien (60:64) kam die Kapitänin neun Minuten zum Einsatz, erzielte aber keine Punkte. Gegen Dänemark (64:50) erzielte sie ihre einzigen beiden Treffer im Turnier. Beim Spiel gegen Belgien (48:57) spielte sie fünf Minuten - gegen Österreich (58:50) kam sie nicht zum Einsatz.