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Auch Leo De Rycke muss bei Brose Bamberg gehen

Dem Neustart beim Bundesligisten Brose Bamberg fällt auch der Posten des Sportdirektors zum Opfer. Der noch zwei Jahre laufende Vertrag des Belgiers wurde aufgelöst. Trainer Johan Roijakkers soll den Job nun mit übernehmen.
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Glück- und erfolglos: Leo De Rycke muss nach nur 56 Wochen im Amt des Sportdirektors bei Brose Bamberg schon wieder seinen Stuhl räumen. Foto: Daniel Löb
Glück- und erfolglos: Leo De Rycke muss nach nur 56 Wochen im Amt des Sportdirektors bei Brose Bamberg schon wieder seinen Stuhl räumen. Foto: Daniel Löb

Der Kehraus beim Basketball-Bundesligisten Brose Bamberg geht mit den neuen Besen unvermittelt weiter. Am Montag trennte sich der einstige Serienmeister von seinem Sportdirektor Leo De Rycke.

Der 55-jährige Belgier war erst zum 1. Juli 2019 aus Antwerpen nach Bamberg gekommen und hatte einen Vertrag über drei Jahre unterschrieben. In der sehr kurz gehaltenen Mitteilung des Klubs hieß es neben der üblichen Floskel mit den guten Wünschen für die Zukunft am Montag lediglich: "Nach einer Analyse der Situation lösten Brose-Bamberg-Geschäftsführer Philipp Galewski und De Rycke den noch bestehenden Zweijahresvertrag einvernehmlich auf. Eine Nachbesetzung der Position ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant."

Lösung für beide Seiten

Auf Nachfrage erklärte Mediendirektor Thorsten Vogt, dass Galewski und De Rycke zur Auffassung gelangt seien, künftig getrennte Wege zu gehen. Man habe eine individuelle Lösung gefunden, die für beide Seiten in Ordnung sei. Die Aufgaben des Sportdirektors werden künftig der neue Trainer Johan Roijakkers mit seinen Assistenten in Absprache mit Galewski übernehmen. Die Spielerakquise und die Marktbeobachtung an einen externen Berater zu vergeben, wie es Brendan Rooney von 2009 bis 2015 für Bamberg getan hatte, sei - so Vogt - keine Option.

Bei der BG Göttingen hatte Roijakkers bereits den Job des Sportdirektors und Trainers in Personalunion erfüllt. Bei Medi Bayreuth sorgt Trainer Raoul Korner ebenfalls für die Kaderzusammenstellung. Da der Medi-Alleingesellschafter Carl Steiner ebenfalls im Aufsichtsrat der Bamberger Basketball-GmbH sitzt und mit Philipp Galewski der ehemalige Geschäftsführer des oberfränkischen Liga-Konkurrenten nun die Geschäfte in Bamberg leitet, lag es nahe, dass Roijakkers das Bayreuther respektive Göttinger Modell auch in Bamberg praktiziert.

Dass die Auflösung des noch zwei Jahre laufenden Vertrags mit De Rycke dem Klub wieder eine Stange Geld kosten dürfte, nimmt man wieder in Kauf - wie so oft in den vergangenen Jahren.

Durch die Bank ein Neuanfang

Mit der Trennung vom Sportdirektor wurde der Neuanfang - Roijakkers wollte den Begriff des Reset-Knopf-Drückens vermeiden - fortgesetzt. Neben Trainer Roel Moors, dessen Assistenten Thomas Crab und Athletiktrainer Sandro Bencardino stehen nach den Abgängen und Vertragsauflösungen von zehn Spielern noch fünf Akteure aus dem Vorsaisonkader unter Vertrag. Dass sich der Klub gerne noch vom verletzungsanfälligen Bryce Taylor trennen möchte, der mit einem hochdotierten Vertrag ausgestattet ist, gilt als offenes Geheimnis.

Mit bisher fünf Neuzugängen hat Trainer Roijakkers die deutschen Positionen wohl komplett und zwei der sechs Ausländerstellen besetzt. Der bisherige Brose-Kader 2020/21: Christian Sengfelder, Mateo Seric, Bryce Taylor, Nelson Weidemann, Moritz Plescher (alle aus der Vorsaison), Dominic Lockhart, Bennet Hundt (beide aus Göttingen), Tyler Larson (Oldenburg), Gerry Blakes (Straßburg) Einen Kommentar zur Trennung von Leo De Rycke lesen sie hier

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