Oldenburg in Oldenburg
Basketball-Pokal

86:65 gegen Alba Berlin: Brose Baskets stürmen ins Finale

Die Bamberger setzen sich dank einer tollen Teamleistung gegen Alba Berlin am Ende deutlich mit 86:65 durch. Am Sonntag soll im Finale gegen Gastgeber Oldenburg der große Wurf gelingen.
Der Bamberger Kapitän Brad Wanamaker steigt zum Sprungwurf hoch und erzielt zwei seiner insgesamt 22 Punkte. Fotos: Daniel Löb
Der Bamberger Kapitän Brad Wanamaker steigt zum Sprungwurf hoch und erzielt zwei seiner insgesamt 22 Punkte. Fotos: Daniel Löb
+7 Bilder
} } } } } } }
3:17 Minuten vor dem Ende feierten die gut 400 Fans aus Freak City "ihre" Jungs: "Ole, ole - super Bamberg" schallte es durch die EWE-Arena, 70 Sekunden später legten die Bamberger Anhänger nach und feierten den Finaleinzug beim Top Four in Oldenburg. Mit 86:65 (44:30) setzte sich die Mannschaft von Andrea Trinchieri im Gigantenduell gegen Alba Berlin durch. Am Sonntag (14 Uhr/ZDF live) treffen die Bamberger im Finale auf die Gastgeber. Die EWE Baskets Oldenburg bezwangen im zweiten Halbfinale die Telekom Baskets Bonn mit 77:71. Entscheidenden Anteil am Sieg der Hausherren hatte der Ex-Bamberger Philipp Neumann, der Ende des dritten Viertels mit viel Energie für die Wende gesorgt hat.

Sicher profitierten die ausgeruhten Bamberger bei diesem Halbfinalsieg davon, dass die Berliner 43 Stunden zuvor in der Euroleague gegen Maccabi Tel Aviv ein Do-or-die-Spiel nach hartem Kampf unglücklich verloren und so hauchdünn den Einzug in die Play-offs verpasst hatten. Aber die Brose Baskets taten mit einer engagierten Vorstellung auch alles dafür, dass die Berliner von der ersten Sekunde ihre letzten Kräfte mobilisieren mussten und mit Ausnahme einiger Minuten nach der Pause nie Luft zum Atmen bekamen.

"Hut ab vor Alba. Das Team hat eine unglaubliche Euroleague-Saison gespielt und beste Werbung für den deutschen Basketball gemacht. Wir haben das ausgenutzt, dass die Berliner müde waren. Meine Mannschaft hat aber auch eine tolle Teamleistung gezeigt. Jeder Spieler, der heute aufs Feld kam, hat etwas sehr gut gemacht. Man braucht einfach eine funktionierende Mannschaft, wenn man gegen eine sehr gute Mannschaft bestehen will. Und das war heute der Fall", lobte Bambergs Coach Andrea Trinchieri seine Jungs.

Sein Gegenüber Sasa Obradovic wollte nicht nach Ausreden suchen, betonte aber, dass die Umstände für dieses Spiel schon schwierig gewesen seien. "Ich denke, wenn wir uns in ein paar Wochen erneut gegenüberstehen, werden wir den Bambergern anders begegnen."

Die Brose Baskets starteten sehr fokussiert und zielstrebig in das Halbfinale gegen die müden Berliner. Vor allem Elias Harris ging in der Anfangsphase mit viel Energie zu Werke und war zusammen mit Karsten Tadda dafür verantwortlich, dass die Bamberger, die auf Josh Duncan als siebten Ausländer verzichteten, nach fünf Minuten bereits zweistellig (16:6) in Front lagen. Alba verkürzte zwar bis zum Viertelende auf 16:22, doch Janis Strelnieks eröffnete den zweiten Abschnitt gleich mit einem Dreier. Nicht nur in der Verteidigung, sondern auch im Angriff gingen Wanamaker und Co. überaus aggressiv zu Werke und zwangen die Albatrosse so zu etlichen Fouls - die daraus resultierenden Freiwürfe wurden sicher verwandelt.

Dann gingen aber auch die Berliner in der Abwehr engagierter zu Werke und kämpften sich durch einige Punkte kurz vor Ablauf der 24-Sekunden-Angriffszeit bis auf 28:32 heran. Doch auch durch diese Aufholjagd ließen sich die Trinchieri-Schützlinge nicht aus der Ruhe bringen und antworteten postwendend mit Dreiern von Brad Wanamaker und Ryan Thompson. Die beiden Scharfschützen liefen jetzt heiß und sorgten zusammen mit Harris dafür, dass der Bundesliga-Spitzenreiter mit einem komfortablen 44:30-Vorsprung in die Kabine ging. Kapitän Wanamaker glänzte aber nicht nur als Vollstrecker, sondern sorgte auch mit zwei Ballgewinnen und einem spektakulären Block für Aufsehen. Die Bamberger Fans verabschiedeten ihre Jungs mit viel Applaus, während die Berliner sich auf die Unparteiischen einschossen und diese mit einem Pfeifkonzert in die Pause schickten.

Nach dem Seitenwechsel machten die Berliner deutlich, dass sie sich keineswegs kampflos geschlagen geben wollten. Mit einem 14:2-Lauf - die Bamberger blieben fast fünf Minuten ohne jeden Korberfolg - waren sie bis auf 44:46 dran. Und die Brose-Center Daniel Theis und Trevor Mbakwe waren in argen Foulproblemen. Coach Trinchieri reagierte mit der Einwechslung von Routinier Dalibor Bagaric - und das war ein kluger Schachzug. Der Hüne erzielte nicht nur wichtige Punkte, sondern holte auch einige Rebounds und verwandelte seine Freiwürfe sicher. Spätestens nach dem Dreier des bärenstarken Wanamaker zum 56:45 waren die Verhältnisse wieder zurechtgerückt. Die Bamberger ließen jetzt im Stil einer Spitzenmannschaft nichts mehr anbrennen und fanden immer die richtige Antwort gegen das letzte Aufbäumen der Albatrosse.


Stimmen zum Spiel


Brad Wanamaker (Bambergs Topwerfer): "Das war ein wichtiger Sieg im Duell zweier guter Mannschaften. Wir sind raus gekommen und haben sehr gut gespielt - das war ein Erfolg der ganzen Mannschaft. An diese Leistung gilt es morgen im Finale anzuknüpfen.

Ryan Thompson (Bambergs Scharfschütze): "Wir sind hierher gefahren, um einen Titel zu gewinnen. Mit einer starken Teamleistung gegen eine sehr gute Mannschaft ist uns der erste Schritt dahin gelungen. Jetzt müssen wir uns morgen erneut voll konzentrieren und unseren besten Basketball zeigen."

Rolf Beyer (Geschäftsführer der Brose Baskets): "Wir haben in der ersten Halbzeit sehr konzentriert gespielt. Da haben wir schon gemerkt, dass den Berlinern ein, zwei Prozent an Energie fehlt, mental wie physisch. Diesen Vorteil haben wir exzellent ausgenutzt. Alba hat nach der Pause gezeigt, was es kann und wie stark es ist, aber eben nur für drei bis vier Minuten. Heute hat jeder seinen Beitrag zum Sieg geliefert. Wir haben mentale Härte gezeigt. Die Favoritenrolle fürs Finale können wir nicht leugnen. Aber wird dürfen nicht in den Schlendrian zurückfallen, wie es uns schon ein paar Mal nach solchen Spielen passiert ist. Wir müssen die Spannung in den nächsten 15 Stunden aufrecht erhalten."

Akeem Vargas (Alba-Spieler): "Die Bamberger haben uns das Leben extrem schwer gemacht. Wenn wir heran kamen, haben sie auf Zone umgestellt und wichtige Würfe getroffen. Ich glaube aber, dass wir uns trotz der schwierigen Begleitumstände teuer verkauft haben und die Mannschaft ihren Charakter gezeigt hat."