Mit Familie oder Freunden den Tag verstreichen, die Sonne auf den Bauch scheinen und Eis auf der Zunge zergehen lassen. Zeitung lesen - und wenn's zu heiß wird, ab ins Wasser: So sorglos wird die Freibadsaison nach der geplanten Eröffnung ab 8. Juni in Pandemie-Zeiten nicht werden.

"Man kann nicht mehr so unbeschwert ins Wasser hüpfen wie zuvor, da wird man auch mal eine Viertelstunde warten müssen", sagt Klaus Lachmann, Vorsitzender vom Schwimmverein Bamberg 1925 e.V.. Das vom Verein betriebene Bad in Bug hat ein 25-seitiges Hygienekonzept erarbeitet. Zwar gibt es seitens der Bayerischen Staatsregierung noch keine klaren Vorgaben, "das überlassen die aber oft den Fachverbänden. Also haben wir uns mit dem Deutschen Schwimm-Verband abgesprochen", erklärt Lachmann.

Unter anderem müssen sich Besucher bei einer zusätzlichen Badeaufsicht mit Namen und Telefonnummer anmelden. Eine weitere Aufsicht überwacht die Zahl der Schwimmer pro Becken. Es muss drei Meter Abstand gehalten werden, und - "lachen Sie nicht: Es herrscht Überholverbot". Lachmann rechnet zwar mit Mehrausgaben in Höhe von bis zu 25 000 Euro - freut sich aber trotzdem sehr, dass die Sportschwimmer nach vielen Wochen mit Trockenübungen und Krafttraining endlich wieder Bahnen ziehen können. Das Vereinsbad soll pünktlich zum 8. Juni öffnen.

Das Hygienekonzept wird eng mit den öffentlichen Freibädern abgestimmt. Hier stehen auch andere Szenarien zur Diskussion: "Denkbar wären Zeitfenster, wie in Nordrhein-Westfalen", sagt Stadtwerke-Sprecher Jan Giersberg. Also zum Beispiel: Die Frühschwimmer dürfen bis 10 Uhr bleiben. Dann wird alles intensiv gereinigt. Von 11 bis 14 Uhr kommt wieder eine begrenzte Besucherzahl rein, dann wieder ab 15 Uhr und so weiter.

Auch fest abgesteckte Liegeplätze und eine Höchstschwimmerzahl in den Becken stehen zur Diskussion.

Zusatzkosten in Millionenhöhe

"Das ist aber nicht in Stein gemeiselt und auch zustimmungspflichtig im Aufsichtsrat", stellt Giersberg klar. Die Stadtwerke betreiben neben der Hainbadestelle auch das Stadionbad (am Bambados) und das Freibad Gaustadt. Weil der technische Aufwand im Hainbad am geringsten ist, wird dieses am 8. Juni öffnen. In Gaustadt startet die Saison am 13., im Stadionbad am 19. Juni. Normalerweise dauern die Vorbereitungen bis zu vier Wochen, die Mitarbeiter der Bamberger Bäder müssten nun einen "Rekordsprint" hinlegen.

Normalerweise hätten auch alle Bäder bereits seit etwa vier Wochen geöffnet - und diese Einnahmen fehlen. Auch wegen der maßnahmenbedingt niedrigeren Besucherzahlen gehen die Stadtwerke zudem von deutlich weniger Einkünften aus. Gleichzeitig sehen sie sich mit zusätzlichen Kosten - "einem mittleren sechsstelligen Betrag" - konfrontiert, um die Corona-Richtlinien mit erhöhtem Personalbedarf umzusetzen. Das wiegt umso schwerer, da öffentliche Bäder ohnehin ein "Draufzahlgeschäft" sind.

Trotzdem: "Wir freuen uns sehr, dass es nun wieder losgehen kann", sagt Giersberg. "Aber ich hätte mir schon mehr Vorlauf und konkretere Vorgaben gewünscht." Dennoch haben die Stadtwerke bereits mit dem Hygiene-Institut der Sozialstiftung Bamberg ein erstes Konzept erarbeitet, das auch an die Bäder in der Region verschickt wurde.

Blick in die Region

Im Freibad Hallstadt setzt man sich derzeit mit dem Konzept auseinander. "Wir wollen öffnen", sagt Janina Selig, Sprecherin der Stadt. "Aber wann, können wir noch nicht sagen, bis wir konkrete Vorgaben haben."

Klarer ist die Situation in Scheßlitz. "Wir öffnen am 1. Mai 2021", sagt Carsten Begerow. Der Betriebsleiter und Bademeister des Scheßlitzer Freibads hat sich dazu entschlossen, die für kommendes Jahr geplante Sanierung der Sanitäranlagen vorzuziehen. Zwar hätte er bereits vor zwei Wochen das Freibad öffnen können, "aber dann gab es so viel Hickhack von oben. Und wir sind so ein kleines Bad. Die Auflagen wären kaum umzusetzen, wir haben nicht so viel Personal", sagt Begerow. "Jetzt haben wir viel Zeit für die Sanierung. Das kommt auch den Badegästen zugute. Wir machen einfach das Beste daraus und freuen uns aufs nächste Jahr."

"Zumindest der Biergarten"

Im Acquasana Naturbad Ebrach soll es dagegen bald losgehen: "Ja wir planen unsere Eröffnung", sagt Geschäftsführer Karlheinz Gries. "Ob das Wasser in den Becken bis zum 8. Juni gefüllt und beprobt ist, müssen wir aber sehen, da zur Zeit die Anlage noch nicht rund läuft. Auch müssen wir noch abwarten, was die Auflagen sind und wie wir diese dann umsetzen können." Zumindest der Biergarten soll aber am 8. Juni öffnen. Gries sehnt eine baldige Öffnung des Freibads herbei: "Es wird Zeit, die Gäste wollen kommen, und scharren schon mit dem Huf. Das Wetter verspricht ja schön zu werden."

Freie Gewässer

In freien Gewässern wie Flüssen oder Seen, wo das Baden erlaubt ist, kann unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln ebenfalls gebadet werden. Im Bamberger Stadtgebiet ist dies nur am linken Regnitzarm in der Nähe des Hainbades erlaubt. In den Badeseen im Landkreis kann wenn nicht anders verordnet ebenso mit Abstand geplanscht werden.