Schlüsselfeld. Die Einheimischen wissen es längst: Der Steigerwald mit seiner intakten Natur, seinen in die hügelige Landschaft eingebetteten Städten und Dörfern ist wunderschön. Hier isst man gut und genießt dazu ein Bier oder den köstlichen Frankenwein. Und das alles zu Preisen wie sie in ganz Deutschland kaum günstiger zu finden sind. Für die Tourismusbranche sozusagen noch ein Geheimtipp. Aber die Region Drei-Franken-Eck, an der Schnittstelle der drei fränkischen Bezirke, will touristisch stärker mit ihren Pfunden wuchern. Wie dies professionell geschehen kann, dazu fanden zwei Veranstaltungen an einem Tag in Schlüsselfeld statt.
Eingeladen hatte zum einen die Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim (WIR). Sandra Schneider, Leiterin der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz rückte die Familie als Zielgruppe in den Mittelpunkt ihres Vortrags. Am Abend informierte Stefanie Rauh, Leiterin des Projektbüros der Kommunalen Allianz über die Entwicklungen im Drei-Franken-Eck.
Erst durch den Zusammenschluss der Gemeinden Schlüsselfeld, Burghaslach und Geiselwind zur Kommunalen Allianz könne sich die Region Drei-Franken-Eck mit ihrer ganzen Vielfalt präsentieren, betonte Rauh. Schwimmbäder, Golfplätze, Freizeitland, aber auch Hotels und Gastronomie könnten gemeinsam viel besser beworben werden. Ein Schwerpunkt ihres Projektmanagements ist es daher, mit Prospekten und Broschüren auf die Attraktivität der Region aufmerksam zu machen. Mit der ansprechenden Imagebroschüre "Drei-Franken-Eck" beispielsweise, die Region und Gemeinden von ihren schönsten Seiten zeigt. Das Heft habe das Selbstwertgefühl der Gemeinden sehr gesteigert, zitiert Stefanie Rauh Burghaslachs Bürgermeister Hermann Wehr. "Schlemmen & Schlummern" titelt ein Führer, der gerade wieder neu aufgelegt wird. Er zeigt alles auf, was in dieser Ecke gastronomisch geboten ist. Für die Betriebe wird er noch dazu kostenfrei erstellt. Jüngstes Kind der Projektmanagerin ist ein Natur-, Kultur- und Freizeitführer für das Drei-Franken-Eck. Auch auf Messen und Ausstellungen, wie jüngst auf der Landesgartenschau lassen sich nach Rauhs Worten die Steigerwaldgemeinden gemeinsam viel besser vermarkten. Ohne eigene Homepage (www.drei-franken-info.de) geht es natürlich nicht mehr. Der Drei-Franken-Stein sei darauf der absolute Renner und werde am häufigsten angeklickt.
Im Steigerwald habe das Wandern dem Radfahren den Rang abgelaufen, erklärt die Fachfrau. Vielleicht weil es doch recht auf und ab geht. Wanderwege gebe es in unterschiedlichen Strecken. Kurze Wege, die auch von Kindern zu schaffen seien bis hin zum Drei-Franken-Stein-Rundweg, der über 40 Kilometer geht.
Neben der Förderung des naturnahen Tourismus und der Steigerung des Freizeitwerts hat sich das Projektmanagement die Verbesserung der Lebensqualität für die Bevölkerung, eine nachhaltige ökonomische Stärkung Region als wichtige Ziele gesetzt. Als Mitglied der Lokalen Aktionsgruppe Südlicher Steigerwald erhält die Kommunale Allianz seit März 2010 eine dreijährige Anschubfinanzierung aus dem europäischen Leader-Programm.
Familien sind als Gäste im Drei-Franken-Eck eine wichtige Zielgruppe. Der Vortrag, den Sandra Schneider im Schlüsselfelder Hotel Storch vor einem Fachpublikum hielt, fand daher in Stefanie Rauh eine aufmerksame Zuhörerin. Ein Fünftel aller Urlaubsreisen seien Familienreisen, erklärte Schneider. Für Kinder sei es nicht wichtig, wo der Urlaub stattfinde, sondern wie spannend und erlebnisreich er sei. 50 Prozent der Kids hätten ein Mitspracherecht bei der Wahl des Urlaubsortes. Gastronomische Betriebe müssten sich heute auf veränderte Familienstrukturen - Singles mit Kind, Patchworkfamilien, Familien mit Freunden, Großeltern mit Enkeln - einstellen. Barrierefreiheit sei sowohl für Familien mit Kinderwagen als auch für ältere Gäste eine wichtige Voraussetzung. "Kloß mit Soß" als Kindergericht mache noch keine kinderfreundliche Gastronomie aus. Eine Familienkarte, kleine Gerichte und kleine, günstige Getränke sollten angeboten werden. Ganz wichtig wären Betreuungsangebote, denn auch die Eltern müssen sich erholen. "Die aktiv reisende Familie" wolle heute vieles unter einen Hut bringen: Badefreuden, Wandern, Radfahren,