Die Stadt und der Landkreis Bamberg sind größtenteils verschont geblieben vom Sturmtief "Sabine", das am Montag auch durch Oberfranken zog.

Dass vor allem in Bamberg der Orkan nicht seine volle Wucht entfalten konnte, hat auch mit dem Waldgebiet im Westen zu tun: "Der Steigerwald hat seine Schutzfunktion für Bamberg voll erfüllt", erklärt Meteorologe Thomas Foken. Laut ihm ist die Kaltfront gegen 6 Uhr mit einer Windstärke von 6 bis 7 durch Bamberg gezogen. Die Spitzenböen erreichten am Montag etwa 80 Kilometer pro Stunde. Woanders ging es deutlich stürmischer zu: In Coburg waren es 97 km/h, in Würzburg gar 115 km/h.

Hain weiter gesperrt

Dennoch hat "Sabine" auch in Bamberg Schäden hinterlassen. Am heftigsten getroffen hat es in der Stadt wohl den Hain. Das Garten- und Friedhofsamt hat den Park vorsorglich gesperrt, nachdem am frühen Montag bereits vereinzelt Bäume dem starken Wind zum Opfer gefallen waren. Laut Stadtsprecher Steffen Schützwohl sollte der Hain, aber auch andere Parks, noch am Dienstag gemieden werden: "Es ist zwar nicht vergleichbar mit Kyrill, aber da es auch am Dienstag noch stürmen soll, kann noch keine Entwarnung gegeben werden."

Die Beschäftigten des Gartenamts müssen schließlich hunderte Bäume entlang der Wege im Hain, aber auch im Volkspark, auf ihre Standfestigkeit kontrollieren und Sturmschäden beseitigen - und das bei turbulent wechselndem Wetter: mit Sturm, Regen und Sonnenschein. Die Stadt hat am Montag auch die Friedhöfe gesperrt. Aus Sicherheitsgründen konnten keine Beisetzungen stattfinden.

Zur Sicherheit hatten am Montag auch die Schüler in Bamberg und im Landkreis aufgrund der Vorwarnungen "sturmfrei". Ebenso blieben viele Kindergärten und Einrichtungen in Stadt und Landkreis vorsorglich geschlossen.

Strommast umgestürzt

Im Landkreis haben Ausläufer von "Sabine" vor allem in Gerach ihre Spuren hinterlassen. Ein Strommast war umgefallen. So fiel im Laufe des Tages der Strom in der 1000-Einwohner-Gemeinde aus.

Die Verkehrspolizei Bamberg hatte laut Leiter Werner Schnödt bis zum Nachmittag hauptsächlich mit umfallenden Baustellenabsicherungen zu kämpfen. Der größte Vorfall auf den Autobahnen war bereits am frühen Montagmorgen gegen 5.10 Uhr passiert: Starker Seitenwind hatte den leeren Anhänger eines Kleinlasters auf der Autobahn A 70 zwischen Scheßlitz und dem Autobahnkreuz Bamberg umgeworfen. Verletzt wurde niemand. Es kam allerdings zu Behinderungen. Laut Schnödt war der Hänger leer und dadurch ein leichtes Opfer für die starken Böen.

Eine Leichtverletzte

Auch auf der Staatsstraße zwischen Altendorf und Neuses an der Regnitz war es laut Angaben des Polizeipräsidiums Oberfranken gegen 6.20 Uhr zu einem Unfall gekommen. So wehte eine Sturmböe einen Kleinwagen von der Fahrbahn. Die Fahrerin zog sich dabei leichte Verletzungen zu.

Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann zog am frühen Montagnachmittag ein beruhigendes Zwischenfazit. So sei es im Landkreis in der Nacht verhältnismäßig ruhig gewesen. In Scheßlitz und Heiligenstadt musste die Feuerwehr Dächer sichern. Tagsüber hatte die Wehr mit heruntergefallenen Ästen und entwurzelten Bäumen zu tun.

Die Einsatzkräfte um die Kreisbrandinspektion und den Katastrophenschutz am Landratsamt waren gut vorbereitet, hatten sich bereits am Sonntag aufgrund der Warnmeldungen durch den Wetterdienst vorsorglich getroffen. "Wir haben versucht, dem Sturm vorherzueilen", sagte der Kreisbrandrat. So wurde ein Sicherheitsstab für den Katastrophenfall in Hallstadt gebildet. In Hirschaid, Burgebrach, Scheßlitz und Hallstadt wurden Abschnittsführungsstellen eingerichtet. Der Stab wurde zwischenzeitlich wieder aufgelöst, konnte aber jederzeit wieder bei Änderung der Lage zusammentreten.

Die Müllabfuhr kommt später

Das Orkantief hat auch dafür gesorgt, dass die Müllabfuhrunternehmen im Landkreis keine flächendeckende Versorgung mehr sicherstellen konnten. Die Abfuhrtermine verschieben sich deshalb laut Mitteilung des Landratsamts in der kompletten Woche um jeweils einen Tag.

Die Woche bleibt vom Wetter her durchwachsen - fest steht: Es ist zu warm für die Jahreszeit. Zwar sind Mitte der Woche einige Schneeschauer möglich, so Meteorologe Foken. Doch ändert dies nichts: "Es ist kein Winter in Sicht."