Lärmschutz ist ein zentrales Thema. Aber es ist nicht das einzige, das Bamberg im Zusammenhang mit den Ausbauplänen der Bahn bewegt. Aus dem angekündigten "Arbeitskreis Schallschutz" wurde darum der "Koordinierungskreis Bahnausbau Bamberg", der sich am Donnerstag konstituierte. Nach der ersten Sitzung, zu der unter anderem Vertreter der Stadtverwaltung, der Politik (Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrats), der Bamberger Bürgervereine, der AG Bahnsinn, des Bundesverkehrsministeriums, der Landesdenkmalpflege und der IHK eingeladen waren, gaben OB Andreas Starke (SPD) und der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für Bayern, Klaus-Dieter Josel, zwar keine fundamentalen Neuigkeiten bekannt, kündigten aber neue Erkenntnisse an.
Auf der Basis von zwei in Arbeit befindlichen Studien soll im Koordinierungskreis "miteinander und nicht über einander" geredet werden, wie es Starke und Josel einhellig formulierten.

Elementare Themen und Interessen Bambergs sind laut Starke neben dem Schallschutz der Erhalt des Welterbes auf der Grundlage der vom Stadtrat einstimmig verabschiedeten Resolution "Bamberger Erklärung zum Erhalt des Welterbes" sowie die Frage eines regelmäßigen ICE-Halts in Bamberg. Zu letzterem führte Josel aus, dass die Bahn plane, Bamberg stündlich zu bedienen. Der ICE-Halt würde dann vermutlich auf Kosten von Lichtenfels und Coburg erfolgen. Den Erhalt des Welterbes sieht Starke nicht nur als eine Aufgabe der Stadt Bamberg, sondern auch als "gesamtgesellschaftliche Verpflichtung", also auch Bund und Bahn in der Verantwortung.

"Es wird keine Mauer geben"

Der "Spagat" zwischen Schallschutz (Stichwort: Lärmschutzwände) und Welterbe (Stichwort: Sichtachsen) zu schaffen, sei eine zentrale Aufgabe des Gremiums, sagte Starke. "Eine acht Meter hohe Mauer wird es nicht geben, auch keine sieben Meter hohe", betonte der OB. Und damit der Koordinierungskreis "kein Kaffeekränzchen" wird, sondern "ohne Tabus" alle relevanten Themen behandelt werden können, habe man beschlossen, sich eine Geschäftsordnung zu geben. Die Beratung dieser Geschäftsordnung soll einer der beiden Tagesordnungspunkte in der nächsten Sitzung des Koordinierungskreises sein, die für den 25. Januar geplant ist. Zweites Thema an diesem Tag werden dann die optischen Auswirkungen des Bahnausbaus sein. Eine von der Stadt in Auftrag gegebene Sichtachsen-Studie, die sich, wie Starke betonte - nicht nur mit dem Kern des Welterbes befasst, soll bis dahin vollständig vorliegen.

Ein weiteres Treffen ist für den April 2013 geplant. Diskussionsgrundlage soll dann eine Machbarkeitsstudie zu einer möglichen Ostumfahrung sein. Über Kosten der Ostvariante oder Auswirkungen auf die Fahrtzeiten, konnte Bahnmann Josel nichts sagen, bevor diese Studie vorliegt. Es scheint sich aber abzuzeichnen, dass diese Trasse, wenn denn regelmäßige ICE-Stopps in Bamberg realisiert werden, nur dem Güterverkehr dienen wird. Da dieser die entscheidende Lärmquelle sei, wäre dann auch Schallschutz in Bamberg kein Thema mehr.