Durch die Landesgartenschau wurde ein ganz neuer Stadtteil erschlossen: Die Erbainsel, das ehemalige Fabrikgelände der Spinnerei Erba. 600 Menschen sollen dort einmal wohnen. Momentan werden zwei moderne Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 40 Wohnungen gebaut.

Die Geschichte der Erbainsel bietet genug Stoff für einige Buchkapitel, wie Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) es beim Richtfest für das "Park Ensemble auf der Regnitzinsel" feststellte.

Industriestandort

Einst war die Insel, zwischen der Regnitz und dem Main-Donaukanal gelegen, ein Industriestandort. Daher hat sie auch ihren Namen, von der Baumwollspinnerei Erba (Erlangen/Bamberg), die 1858 auf dem Gelände gebaut wurde und bis 1993 in Betrieb war. Einige Zeit später, im Jahr 2012, fand dort die Landesgartenschau statt, wodurch die Erschließung eines ganz neuen Stadtteils ermöglicht wurde.
Heute hat sich nicht nur die Universität dort angesiedelt. Auch als Wohnort wird das ehemalige Fabrikgelände immer beliebter. 600 Menschen sollen dort einmal insgesamt ein Zuhause finden, verriet Oberbürgermeister Starke. Vor allem auch im Hinblick auf die baldige Ansiedlung der Firma Brose sei zusätzlicher Wohnraum zwingend notwendig.
Aktuell entstehen auf der Erba-Insel, direkt am Fischpass, zwei hochwertige Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 40 Wohnungen mit jeweils ein bis vier Zimmern. Die Fläche der einzelnen Wohnungen liegt jeweils zwischen 27 und 153 Quadratmeter.
Die Bamberger Klappan Gruppe, die bereits das Universitätsgebäude auf der Erba-Insel gebaut hat, ist nun gemeinsam mit der Völkel + Heidingsfelder GmbH aus Nürnberg erneut in Gaustadt tätig. Die Bauarbeiten für das "Park Ensemble auf der Regnitzinsel" begannen im Sommer 2013. Eine Fertigstellung der beiden Gebäude ist für Dezember 2014 vorgesehen.

Die bisherigen Bauarbeiten seien zügig vorangegangen und im Kostenrahmen geblieben, wie Marcus Bauer, Geschäftsführer der Klappan Gruppe, beim Richtfest berichten konnte. Dass die Planung so gut umgesetzt werden kann, sei unter anderem dem milden Winter zu verdanken, fügte Jürgen Reinhardt, technischer Geschäftsführer der Völkel + Heidingsfelder GmbH, noch hinzu.

Im letzten halben Jahr wurden 10 000 Kubikmeter Erdreich bewegt, 3600 Quadratmeter Wände gemauert sowie 4500 Kubikmeter Beton und 450 Tonnen Stahl verarbeitet. Diese beeindruckenden Zahlen nannte Stephan Gleisner, der ausführende Architekt des Projekts, beim Richtfest.

Er selbst war während der Landesgartenschau erstmals auf dem heutigen Baugelände, um sich einen Eindruck zu verschaffen. "Das Grundstück lebt von der Lage am Bach, den Fußgängerbrücken und der Aussicht", beschreibt er. Genaudavon sollen auch die Wohnungen profitieren. Die beiden Häuser sind wie Kleeblätter angeordnet. Dank ihrer Form und wohl auch im Hinblick auf die Landesgartenschau erhielten die zukünftigen Mehrfamilienhäuser den Arbeitstitel "Blumenhäuser".

Flügelbauweise

Durch die besondere Flügelbauweise hat jeder Bewohner maximal zwei Nachbarn pro Flügel. Diese Beschaffenheit sowie individuelle Grundrisse sollen eine hohe Privatsphäre für alle Wohnungen bringen. Von jeder Wohnung aus kann zu drei Seiten nach außen geblickt werden, wodurch sie ihren Bewohnern zusätzlich das Gefühl von Einfamilienhäusern vermitteln sollen.

Neben ihrer modernen Architektur und dem unverbaubaren Blick ins Grüne sollen die entstehenden 40 Wohnungen durch Nähe zur Innenstadt sowie durch ihre hochwertige Ausstattung - dazu zählen unter anderem elektrische Rollläden, Aufzüge und Tiefgaragenstellplätze punkten. Außerdem verfügen alle Wohnungen über Balkone oder Terrassen ins Grüne. Auch barrierefreies Wohnen ist möglich.

Durch eine energieeffiziente Bauweise leisten die beiden Mehrfamilienhäuser auch ihren "Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt", wie Bauer beim Richtfest betonte. Die Nachfrage sei entsprechend groß. Über die Hälfte der Wohnungen sei laut Peter Klappan, geschäftsführender Gesellschafter der Klappan Gruppe, bereits verkauft.