Bamberg
Quartier an der Stadtmauer

Quartier an der Stadtmauer wird im Frühjahr 2018 eröffnet

Mit seinem Ja zum Bebauungsplan hat der Bausenat nach 18 Jahren intensiver Diskussion grünes Licht für die weiteren Planungen gegeben.
Das Gelände zwischen Langer Straße und Franz-Ludwig-Straße ist schon weitgehend freigeräumt  Fotos: Matthias Hoch
Das Gelände zwischen Langer Straße und Franz-Ludwig-Straße ist schon weitgehend freigeräumt Fotos: Matthias Hoch
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Erst die Theorie, dann die Praxis: Nachdem der Bausenat am Mittwoch grünes Licht für den Bebauungsplan Nummer 114 F "Quartier an der Stadtmauer" gegeben hatte - die einzige Gegenstimme kam von GAL-Stadträtin Ursula Sowa - lud die Sparkasse Bamberg am Donnerstag zu einem Rundgang über das Gelände ein, das in den nächsten eineinhalb bis zwei Jahren eine riesige Baustelle sein wird.
In den vergangenen Wochen ist auf dem Areal zwischen Langer Straße, Promenade und Franz-Ludwig-Straße schon viel passiert. Die Schuppen und Lager, die wild durcheinandergewürfelt hinter dem alten Metzner-Haus und den historischen Gebäuden an der Hellerstraße standen, sind abgerissen worden. Stehen geblieben sind die Reste der alten Stadtmauern, deren überirdische Teile sichtbar bleiben sollen.


Zusätzliche Feuertreppe

Am Tag zuvor war den Mitgliedern des Bausenats die aktualisierte Planung vorgestellt und zur Abstimmung vorgelegt worden. Nach Abschluss der öffentlichen Auslegung hat das Regensburger Architekturbüro Dömges mehrere Verbesserungen eingearbeitet. So wurde der Eingang für den Lebensmittel-Supermarkt in der Langen Straße ein Stück weit verlegt und am "Gebäude B" im Inneren des Geländes auf Bitten der Feuerwehr eine außenliegende Treppe eingeplant.
Die skeptischen Stimmen im Senat bezogen sich nicht auf die geänderte Architektur. Stadtrat Heinz Kuntke monierte aber den Mietpreis von 9,80 Euro pro Quadratmeter im Rahmen der Sozialklausel, die den Eigentümer verpflichtet, 10 Prozent der Wohnungen - insgesamt 270 Quadratmeter - zehn Jahre lang günstig anzubieten. Heinz Kuntke dazu: "9,80 ist schon ein stolzer Preis. Glücklich bin ich nicht damit."
Ursula Sowa, GAL, mochte nicht glauben, dass der Anlieferverkehr so reibungslos verlaufen wird wie vom Planungsbüro dargestellt. In einem Gutachten sei von 57, in einem anderen von nur vier Lastwagen die Rede. Der Vertreter von Dömges antwortete, dass eines der Gutachten auch die Zahl der Lieferfahrzeuge für die Pakete der Quartier-Bewohner eingerechnet habe.


Originalsubstanz erhalten

"Stiefmütterlich behandelt" fand Sowa die Überreste der historischen Stadtmauern, die in der künftigen Tiefgarage nicht sichtbar sein sollen. Baureferent Thomas Beese und Bürgermeister Christian Lange redeten wie mit Engelszungen auf sie ein: Es gebe in diesem Fall nur die Wahl zwischen dem weitgehenden Erhalt der Mauer - indem man sie einmauert - oder dem Sichtbarmachen unter Inkaufnahme von Verlusten der Originalsubstanz. Beese: "Und wir möchten doch möglichst viel erhalten!"
Wie geht es jetzt weiter? Sparkassenvorstand Stephan Kirchner informierte am Donnerstag auf der Baustelle, dass nach dem Abbruch diverser Lager und Nebengebäude demnächst in "Abbruchphase Zwei" das ehemalige Metzner-Gebäude an der Ecke Promenade/Franz-Ludwig-Straße und der alte "Babyladen" in der Hellerstraße fallen werden. Zuletzt werde in "Phase Drei " das alte Sparkassengebäude an der Langen Straße abgebrochen. Dessen Abriss werde etwa vier Monate länger dauern als ursprünglich geplant, weil der darin verbaute Asbest umweltverträglich entfernt werden müsse.
Überhaupt komme es nicht auf Schnelligkeit an, betonte Kirchner: Lieber wolle man langsam und sorgfältig arbeiten, und dabei auf die Bedürfnisse der Nachbarn und die Belange der Denkmalpflege größtmögliche Rücksicht nehmen. Er rechne mit der Eröffnung im Frühjahr oder Sommer 2018.