Die Auszeichnung ist zwar nicht dotiert, für Engel und Euler und ihre drei weiteren Betriebsrats-Kollegen aber dennoch wertvoll. Mehr als die Hälfte der rund 500 Teilnehmer sprachen ihnen den Preis zu, würdigten damit das Projekt "Aufbau von Betriebsratsstrukturen in atypischen Beschäftigungssituationen" in Bamberg wie Mainz.

Wie in den meisten Cinestar-Häusern arbeiten auch im Bamberg Kino, das sich auf dem "Atrium" befindet, vorwiegend Minijobber und Teilzeitbeschäftigte. Der noch junge Betriebsrat vertritt 62 Beschäftigte. In seiner ersten Amtszeit erkämpfte er beispielsweise einen Tarifvertrag, Mindesturlaubsansprüche, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Zulagen für Nachtvorstellungen.

Der Publikumspreis wurde ihnen von Frauen und Männern zugesprochen, die in einer ganz anderen Liga agieren - was die Bamberger doppelt stolz macht.
Immerhin stimmten Leute mit ab und für sie, die tausende von Arbeitnehmern vertreten. Euler: "Dagegen sind wir uns vorgekommen wie kleine Mäuschen!"

Zudem konkurrierte man mit 13 anderen Projekten aus dem ganzen Bundesgebiet. Der Sonderpreis "Europa mitbestimmen" ging beispielsweise an den Europäischen Gesamtbetriebsrat von Unilever.

Laut Euler haben "die Gewerkschaft und unsere Anwaltskanzlei und die Seminare, die wir besuchen" einen erklecklichen Anteil am Preis.

Und künftig haben die Bamberger Kino-Betriebsräte noch viele Ansprechpartner mehr: Carina Engel brachte aus Bonn viele Visitenkarten von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen mit, die ihnen Rat angeboten haben.