Endlich mal was los in Hallstadt! Einige der Stadträte nahmen's mit Humor: Dass sie vor der Sitzung von einer Gruppe mit Plakaten Protestierender konfrontiert wurden. Unter Führung von Andreas Friedmann, dem Vorsitzenden des Hallstadter Gewerbevereins, hatten sich rund 40 Hallstadter versammelt. Sie taten ihren Unmut über die angestrebte Umgestaltung des Marktplatzes und der Lichtenfelser Straße kund. "Wir stehen im Regen", war da zu lesen.

Friedlich, gesittet und ohne die Transparente verfolgte die Gruppe im Sitzungssaal die weiteren Entscheidungen zu der Maßnahme des Städtebaus. Bürgermeister Thomas Söder (CSU) gewann der Aktion eine gute Seite ab und freute sich über so zahlreichen Besuch - den wünsche er sich auch in den anderen Sitzungen. Nach einem zweijährigen (Dialog-)Prozess mit etlichen Versammlungen und Workshops erklärte dann Planer Ralph Stadter vom Bayreuther Büro RSP in der Stadtratssitzung, wie er die Anregungen in die Vorentwurfsplanung eingearbeitet hat.


Die Knackpunkte

Besondere Knackpunkte waren dabei erwartungsgemäß unter anderem die Geschwindigkeits-Reduzierung (20 oder 30 km/h in einem Bereich, laut Bürgermeister hat man sich auf 30 geeinigt), die Forderung nach mehr als den vorgesehenen (9) Parkplätzen am Marktplatz, der Standort des Kriegerehrenmals (darüber ist noch zu sprechen), die Breite der Engstellen (ursprünglich 3,8 bis 4,8 Meter, nun 4,75 vorgesehen) und vor einer Gaststätte parkende Busse (sie werden in den Norden verlagert).

Bürgermeister Söder zeigte sich zufrieden, dass nur wenige Details noch nicht geklärt werden konnten. Er lobte die Bemühungen der Planer. Man habe Kompromisse geschlossen. Das Ergebnis dieser Planung jedoch könne sich sehen lassen, befand er. Sehr viele Details und "alle Anliegen sind weitestgehend berücksichtigt".
Die Statements der Stadtratsmitglieder gingen in die gleiche Richtung. Namens der SPD schloss sich deren Sprecher Hans-Jürgen Wich mehr oder weniger an. Ihm ist es weiter wichtiges Anliegen, den Schwerlastverkehr rauszubringen. Keine Frage sei dabei, dass die Gewerbetreibenden weiterhin angesteuert werden können müssen.


"Wichtig und gelungen"

Man habe mit dem Plan nun vielleicht die für Hallstadt wichtigste Entscheidung getroffen, fand Veit Popp (CSU). Den dabei eingeschlagenen Weg bezeichnete er als "wichtig und gelungen". Die Planung nannte er einen "großen Wurf". Die Innenstadt werde sich verändern.

Claudia Büttner (BB) äußerte den Wunsch, die Neugestaltung möge künftig auch dazu beitragen, dass man nicht mehr zum Kaffee-Trinken weggeht, sondern in der Innenstadt bleibt. Als seinen großen Wunsch formulierte Zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf (BB) "die Fertigstellung 2019".

Hans Partheimüller (CSU) tat seine Zweifel über die ausreichende Breite der Engstellen kund. Außerdem ist es ihm wichtig zu kommunizieren, dass die Bürger bei den Maßnahmen finanziell garantiert nicht beteiligt werden. "Die Bürger werden nicht belastet", bestätigte Thomas Söder. Einstimmig wurden die Planungen abgesegnet.


Nicht zufrieden

Während der Sitzung hatte die "Protestversammlung" um Andreas Friedmann kein Rederecht. Im Anschluss äußerte der Vorsitzende gegenüber dem FT jedoch seine Unzufriedenheit. Ihn stören Formulierungen im Konjunktiv, dass etwa so und so viele Parkplätze möglich seien. Gerade um den Marktplatz plane die Stadt auf Flächen, die ihr nicht gehören, kritisiert er. Auch die erste Äußerung des Planers, dass von Geschwindigkeiten von 20 oder 30 Stundenkilometern möglich seien, mache ihn stutzig.

Bei den Engstellen zur Verkehrsberuhigung befürchtet er, dass deren Breite nicht ausreicht und es dann zum Stop-and-Go komme. Man überlege nun, wie man weiter auf die Planungen reagiere. Ihn störe zudem, dass wohl bereits am Tag nach dem Beschluss erste Aufträge vergeben worden seien.