Der unverwüstliche Stephan Bach spielt einen griesgrämigen Jäger, der in den Bamberger Wäldern einen Zentauren zur Strecke bringen will. Aber natürlich überlebt der Bamberger Reiter. Im Trailer zu den 28. Bamberger Kurzfilmtagen und überhaupt.

Nicht nur, dass er überlebt, er ist auch quicklebendig. Muss er doch auch als Trophäe dienen, die am Ende der Kurzfilmwoche vom 23. bis 28. Januar 2018 diverse Preisträger diverser Sparten des Genres mit nach Hause nehmen werden: So wird vom nach wie vor ehrenamtlichen Team - Volker Traumann darf man als Sprecher und Spiritus Rector würdigen - ein Publikumspreis verliehen, einer für den besten Kurzspielfilm, den besten Animations- und/oder Experimentalfilm, je einer für Dokumentar- und Kinderfilm. Einen Preis der Jugendjury und einen Regionalfilmpreis gibt es noch obendrauf.


Umfassendes Programm

Womit die Bandbreite dieser national und international etablierten Veranstaltung schon umrissen wäre. Unmöglich, ein 112 eng bedruckte Seiten umfassendes Programmheft auf wenige Zeilen zu schneiden. Zum aufmerksamen Studium desselben oder der Homepage des Festivals sei geraten. Dennoch seien einige Punkte in dem 150 Filme aus 17 Ländern umfassenden Programm angetupft.

Zum Auftakt am kommenden Montag haben die Veranstalter einen Stargast gewonnen, den gebürtigen Oberfranken Andreas Schadt - vielen besser bekannt als Kommissar Sebastian Fleischer im "Franken"-Tatort. Er wird in der Villa Concordia aus seiner Profession erzählen. Für alle alten und auch neuen Bamberger wird eine Serie von Kurzfilmen besonders interessant sein, die ab Dienstag in der Stadtbücherei in Dauerschleife zu sehen ist. Eine Rarität sind etwa Aufnahmen vom Brand der Synagoge in der Reichspogromnacht vom 9. November 1938. Regionale Schwerpunkte setzen auch Filme der Reihe "Made in Oberfranken".


Auch internationale Spielfilme

Nicht nur kurze Filme sind während der Kurzfilmtage zu sehen, sondern auch ein vom international wirkenden Nils Dünker produzierter Spielfilm: "Die beste aller Welten", ein Drama um eine drogensüchtige Mutter. Kurz sind dagegen jede Menge Dokumentar-, Spiel-, Animations- und Experimentalfilme - Kinderfilme nicht zu vergessen. Welche sind hervorzuheben? Vielleicht "Regretting Motherhood" über ein im vergangenen Jahr vieldiskutiertes Thema? Oder "Obst & Gemüse" über einen Culture Clash der besonderen Art? Es gibt wieder viel zu entdecken.

Als spezielle Gimmicks ist ein "Fokus Griechenland" eingeschoben worden, korrespondierend zu den Stipendiaten in der Villa Concordia. Eine Werkschau einer Stipendiatin, der Videokünstlerin Janis Rafa, ist zu sehen und eine von Marian Lenhard. Das führende griechische Kurzfilmfestival gastiert mit einer Auswahl aktueller griechischer Kurzfilmkunst. Von Dienstag bis Samstag können Besucher des Festivals im Kurzfilmclub (ist gleich der dafür wiederbelebte Morph Club) - nicht nur - mit DJs entspannen. Eine Nacht des Horror- und eine des erotischen Films setzen eher unterhaltende Akzente. Nach 150 Filmen sollten die Hirne in Bilderräusche versetzt sein.


Eintritt

Wie viel das Ganze kostet, ist unterschiedlich. Ein normales Ticket lässt sich für neun Euro erwerben, ermäßigt für sieben Euro. Daneben gibt es spezielle Karten für den Wettbewerb des Kinderfilms, welche vier Euro für Kinder und neun Euro für Erwachsene kosten. Zur Preisverleihung kommt man für zehn Euro, zur Eröffnung ("Meet and Greece") für zwei Euro. Daneben gibt es Dreier- und Zehner-Karten. Die Tickets sind an den Festivalkassen des Lichtspielkinos und Luli-Kinos erhältlich.