Lange haben die Polizisten aus dem Land, der Stadt und von der Verkehrspolizei Bamberg die neue Dienstkleidung noch nicht an. "Ich trage die Uniform jetzt eine halbe Stunde", sagt Melanie Nüßlein, Polizeihauptmeisterin der Polizei Bamberg-Stadt. Dennoch kann die junge Polizistin schon jetzt sagen: "Es trägt sich gut."

Am Donnerstag war bei der Polizeiinspektion in Bamberg große Anprobe angesagt. Zum ersten Mal testeten die fünf Beamten in Stadt und Land die Uniform auf ihre Funktion und ihre Außenwirkung. Sie sind fünf unter 35 Polizisten in Oberfranken, die bis 31. März 2015 ihre Erfahrungen festhalten. In Bayern sind es insgesamt 500 ausgewählte Polizisten. Auf ihren Eindrücken basiert das endgültige Aussehen der Dienstkleidung, wie sie für alle bayerischen Polizisten ab 2016 dann verbindlich werden soll.


Die Neue ist sicherer
Ein wenig wie beim Kostümverleih kommt man sich zunächst vor: Ungewohnt sind die neuen Uniformen auf jeden Fall. "Schwer zu bügeln", sagt Werner Rebhan über die Eindrücke, die seine Frau am Vorabend gesammelt hat. Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Bamberg-Land, kommt aber schnell wieder auf die wirklich ernste Seite zu sprechen: "Die neuen Uniformen sind sicherer", sagt Rebhan, der als Führungskraft in Repräsentationsuniform erschienen ist. Nur zu dieser Uniform muss Krawatte getragen werden, ansonsten auch nicht mehr zum Langarmhemd, wie das bisher im Einsatz auf der Straße der Fall war. Diese Pflicht ist weg und das sei gut, sagt Rebhan, schließlich war die Krawatte auch immer eine Möglichkeit für Personen, die Widerstand leisten wollten, die Polizisten damit zu strangulieren. Die neue Dienstkleidung bringt also nicht nur eine neue Mode mit sich, sondern auch praktische Verbesserungen.

Die Uniform macht schlanker
"Es ist reine Baumwolle, das trägt sich schon angenehmer als das Mischgewebe bisher", findet Uwe Gemeinhardt, Leiter für zentrale Verkehrsaufgaben bei der Verkehrspolizei Bamberg. Er ist der einzige Tester, der die neue Uniform bei der Verkehrspolizei trägt. Die Kollegen würden sagen, dass die Uniform schlanker mache, meint er. Die ersten Reaktionen sind also positiv. Wie das Urteil auf der Straße ausfallen wird, darauf sind die Beamten natürlich gespannt.

Die Hoffnung ist da, dass wieder mehr Respekt entsteht. Das sagt auch der Bamberger Polizeichef Udo Skrzypczak, der weiterhin in Grün bleibt, so wie es die Menschen seit 1972 von der hiesigen Polizei gewohnt sind. Wobei das Blau der neuen Uniformen auch noch nicht endgültig feststeht. Im Test jedoch schon.

Dass die Beamten, die Uniformen nach dem Vorbild der österreichischen Kollegen tragen, deshalb eventuell nicht für echte Polizisten gehalten werden könnten, das könnte bei dem ein oder anderen älteren Bürger vielleicht passieren, vermutet Oberkommissar Rainer Scheler von der Polizei Bamberg-Stadt. Für solche Fälle ist vorgesorgt: Ein "Blauer" geht immer nur mit einem "Grünen" auf Streife.