Die Ministranten von St. Sigismund in Seußling waren beim Pfarrfest nicht gar so fröhlich bei der Sache, wie es sonst üblich ist. Schließlich galt es, Abschied zu nehmen von Pater Maria Pushpam Pannir Selvam (MSFS), der am 31. August in seine Heimat in den Süden Indiens, in die Provinz Tamil Nadu, zurückkehren wird.

Der 1998 zum Priester geweihte Ordensmann war seit 2008 als Pfarradministrator in Sassanfahrt und Seußling tätig und insbesondere für die Seußlinger Ministranten einfach ein "klasse Pfarrer, der auch nie geschimpft hat, wenn einmal etwas nicht so geklappt hat". Daher haben sie sich an diesem Tag noch einmal richtig ins Zeug gelegt und Waffeln gebacken und die Spendenbox immer wieder von Tisch zu Tisch getragen. Denn der Erlös des gesamten Pfarrfest wurde am Abend Pater Maria für seine caritative Arbeit in seiner Heimatgemeinde überreicht.
Dort hat er bereits ein Waisenhaus mit einer Kapelle aufgebaut und eine Einrichtung für Behinderte soll folgen.

Pater Maria hatte sich zum Abschied eine Fahrt mit einem Traktor durch Seußling gewünscht. Die Seußlinger hatten daraufhin schnell einige historische Fahrzeuge und einen kleinen Autocorso durch die Ortschaft organisiert. Zuvor erteilte Pater Maria den Fahrzeugen und den Fahrzeugführern den Segen. Dann fuhr er, unterstützt von Heinrich Schubert und Altendorfs Bürgermeister Karl-Heinz Wagner (CSU), an der Spitze des Zuges, wie immer fröhlich lachend und winkend, selbst durch Seußling.

Kirchenpfleger Heribert Neudecker hatte bereits im Gottesdienst das seelsorgerische Wirken Pater Marias in Seußling gewürdigt und sprach ihm seinen Dank für "seinen geistlichen Rat und die vielen persönlichen Kontakte" aus. Er erinnerte dabei auch an den Seußlinger Pfarrer Hopfenmüller, der vor 133 Jahren nach Indien in die Mission ging und sich sicherlich nicht hätte vorstellen können, dass heute so viele indische Priester in Deutschland das Evangelium verkünden.

Pater Maria selbst wies jegliches Lob bescheiden zurück, dankt aber den Seußlingern für ihr Engagement und ihren Zusammenhalt und die vielen schönen Stunden, die er mit ihnen erleben durfte. Ganz menschlich gestand er "schon ein bisschen traurig zu sein", aber gleichzeitig freut er sich auf die Rückkehr in seine Heimat und in sein Kloster sowie auf das Wiedersehen mit seiner ganzen Familie.

Nicht nur die Ministranten sondern auch die anderen Besuchern des Pfarrfestes werden sein herzliches und lautes Lachen vermissen. Seine warmherzige und freundliche Art auf Menschen zuzugehen, ganz gleich, ob es sich nun um Kleinkinder, Kranke, ältere Menschen oder irgendwelche Honoratioren handelt, hat ihm nicht nur in Seußling viele Sympathien entgegen gebracht. "Er wird uns sehr fehlen mit seinem freundlichen Auftreten und seiner Offenheit", hatte es Altendorfs Bürgermeister Wagner auf den Punkt gebracht.