Im Landkreis Bamberg fiel das frisch renovierte Sportheim des 1. FC Oberhaid vor wenigen Wochen einem Brand zum Opfer - nach zwei Jahren Arbeit mit viel Herzblut. Die anfängliche Schockstarre der fränkischen Fußballer wich bald einer Aufbruchsstimmung - nicht zuletzt durch die überwältigende Unterstützung von außen. 

"Die Solidarität, die aus ganz Fußball-Franken kam, hat uns sehr bewegt", berichtet Marketing-Vorstand Uwe Dotterweich am Mittwoch (5. Mai 2022) inFranken.de. "Egal, ob wir mit Geld oder Material unterstützt wurden - das war phänomenal." Die Hilfsbereitschaft der Menschen halte die Vereinsmitglieder auch "mental in der Spur", erklärt Dotterweich. "Das ist ja auch ganz wichtig."

1. FC Oberhaid plant nach verheerendem Sportheim-Brand Wiederaufbau

Auch lokale Firmen leisteten demnach Beachtliches. "Egal, wen ich anspreche", sagt Dotterweich. "Viele Handwerker sagen: 'Eigentlich haben wir zwar keine Kapazitäten, aber für euch machen wir das.'" Der Marketing-Vorstand lobt zudem die "hervorragende Zusammenarbeit" mit der Versicherung des Fußballvereins, die infolge des Brands schnell reagiert habe. Nur wenige Tage nach dem Feuer stand bereits die erste Begehung des vernichteten Vereinsheims statt.

"Die Versicherung wird den Schaden übernehmen", erklärt der Oberhaider Marketing-Vorstand merklich erleichtert. Ein abschließender Bericht liege gleichwohl noch nicht vor. Auch die Brandursache sei bislang nicht final geklärt, da eine entsprechende Einschätzung der Staatsanwaltschaft noch ausstehe. 

Weil die Mannschaftskabinen den Flammen zum Opfer fielen, ziehen sich die Fußballer derzeit in Containern auf dem Parkplatz um. "Das ist alles bereits geliefert und montiert", berichtet Dotterweich. Mithilfe eines Architekten und eines Statikers soll zugleich der Wiederaufbau des Sportheims realisiert werden. 

Spiele vor Sportheim-Ruine geben Fußballern zusätzliche Motivation

Nicht zuletzt durch eine kurzerhand ins Leben gerufene Spendenkampagne konnte der Spielbetrieb trotz des gewaltigen Feuerschadens fortgesetzt werden - "mit Notstromaggregat und Toilettenwagen." Der Vorstand unterstreicht die Bedeutung, vor heimischer Kulisse antreten zu können. "Unser großes Ziel war es, der Mannschaft zu vermitteln: Ihr müsst nicht irgendwo spielen. Ihr spielt - auch wenn es ein wenig makaber ist - vor der Ruine eures Sportheims." Dies setzte mitunter zusätzliche Motivation frei.

Die Spendengelder seien in erster Linie für Ausgaben gedacht, für die die Versicherung nicht aufkomme. Auf zwei Sportplätzen gebe es inzwischen wieder Strom. "Das ist für uns wichtig, weil dort unsere Tiefbrunnenpumpe für die Bewässerung steht." Aus dem Gebäudeinnern konnte indessen augenscheinlich nichts gerettet werden. "Estrich, Parkett, Kegelbahn - alles muss raus." 

"Ein Abriss hat bislang noch nicht begonnen." Ob dieser notwendig ist, hänge letztlich davon ab, ob die Außenmauern des Brandgebäudes stehen bleiben können." Der Gesamtschaden stehe ebenfalls noch nicht fest. Fakt sei, dass 75 Prozent des Gebäudekomplexes zerstört worden seien. Einzelne Bereiche seien eingestürzt. Dotterweich rechnet mit einem Schaden in Höhe von zwei bis zweieinhalb Millionen Euro. 

"Wir haben wieder richtig was vor mit dem Verein"

Das Vereinsheim sei ab 1967 über Generationen hinweg entstanden. "Unsere Großväter haben zunächst eine Bretterbude hingebaut", erzählt der Marketing-Vorstand. Im Lauf der Jahrzehnte seien mehrere Bauabschnitte hinzugekommen. 

Wie es mit dem Sportheim des 1. FC Oberhaid weitergeht, wird die Zukunft zeigen. Mitte des Monats steht erst einmal ein Lokaltermin mit Versicherung, Statiker und Architekt auf dem Vereinsgelände an. "Da werden die ersten Weichen gestellt." Auch wenn der Blick auf die Überreste des Sportheims weiter schwerfalle, überwiege bei dem Bezirksligisten letztlich der Optimismus. 

"Das ist zwar alles sehr traurig. Aber wir schauen in die Zukunft." Auch sportlich laufe es hervorragend. In der Bezirksliga Oberfranken West steht der 1. FC Oberhaid aktuell auf Platz 4. "Wir haben wieder richtig was vor mit dem Verein."