Begeistert war Justizminister Winfried Bausback, Anlass seines Besuchs der Jugendstrafanstalt Ebrach die offizielle Wiedereröffnung des Kaisersaales. Rund 2,8 Millionen Euro investierte der Freistaat in diese Maßnahme, die auch die Dachsanierung und weitere Modernisierungen beinhaltete. Dabei wurde unter anderem ein barrierefreier Zugang in Form eines Aufzugs errichtet. Der Freistaat habe dem imposanten Saal zu neuem Glanz im alten Gewand verholfen, stellte Bausback in seiner Ansprache zufrieden fest.


Mit Detailwissen geglänzt

Der Staatsminister zeigte sich vom einstigen Zisterzienserkloster, das heute als Jugendstrafanstalt genutzt wird, tief beeindruckt. Er glänzte mit Detailwissen und verwies dabei etwa auch darauf, dass das zentrale Deckengemälde in den 30ern des vergangenen Jahrhunderts um 180 Grad gedreht worden war. Er betonte aber auch, dass der Freistaat seit 1980 insgesamt über 57,5 Millionen Euro in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Ebrach investierte. Der bayerische Justizvollzug sei sich der Verantwortung für denkmalgeschützte Gebäude sehr bewusst. Zugleich sicherte Bausback weitere Investitionen zu: um die Sicherheitsstandards weiter zu erhöhen, aber auch um die Gebäudesubstanz des einstigen Zisterzienserklosters zu erhalten und zu verbessern.

Dieses Engagement wusste Anstaltsleiter Gerhard Weigand vor einem hochkarätigen Auditorium aus Justiz, Politik, öffentlichem Leben und an den Maßnahmen Beteiligten entsprechend zu würdigen. Wie auch der Minister dankte Weigand allen, die an Planung, Finanzierung und Realisierung mitgewirkt hatten.

Die Tatsache, dass die weithin bekannte Veranstaltungsreihe Ebracher Musiksommer nur eine Saison auf den Saal hatte verzichten müssen, bezeichnete er als echte Meisterleistung der in die Sanierung Eingebundenen. Weigand betonte, sich seiner kulturhistorischen Verantwortung bewusst zu sein. Zugleich gelte es aber auch, modernen Strafvollzug umzusetzen. Eine Herausforderung, für die ein vollzugliches Gesamtkonzept nötig sei.
Landrat Johann Kalb gratulierte zu der gelungenen Generalsanierung und stellte Ebrach in den Kontext mit den weiteren bedeutenden Kulturstätten im Landkreis.

Ebrachs Bürgermeister Max-Dieter Schneider erinnerte an die Bedeutung von Kirche und Kaisersaal für den Tourismus. Er würdigte auch die Leistung des Ministeriums, dass es in Ebrach immer Anstaltsleiter gibt, die am ehemaligen Kloster und an der Gemeinde interessiert sind.