LKR Bamberg
Ausschuss-Entscheidung

Naturerbe auf Bamberger Konversionsfläche gekippt

Der Haushaltsausschuss des Bundestags wird das geplante Nationale Naturerbe auf der Konversionsfläche stoppen. Damit könnte ein gemeinsames Gewerbegebiet der Stadt Bamberg mit den Gemeinden Memmelsdorf, Strullendorf und Litzendorf wieder in den Bereich des Möglichen rücken.
Östlich von Bamberg an der A73 wird es nun wohl doch kein Naturerbe geben. Foto: Ronald Rinklef/Archiv
Östlich von Bamberg an der A73 wird es nun wohl doch kein Naturerbe geben. Foto: Ronald Rinklef/Archiv
Überraschende Nachricht aus Berlin: Der Haushaltsausschuss des Bundestags wird in seiner Sitzung am Mittwoch das geplante Nationale Naturerbe (NNE) auf dem Konversionsgelände stoppen. Darauf hätten sich die Koalitionäre in den Vorberatungen geeinigt, teilte Bundestagsabgeordneter Andreas Schwarz (SPD) am Dienstagabend mit. Entsprechende Signale habe er vom haushaltspolitischen Sprecher seiner Partei erhalten.

Schwarz begrüßte die Entscheidung. Er hatte sich bereits als Strullendorfer Bürgermeister für ein Gewerbegebiet auf 90 Hektar des insgesamt 330 Hektar großen gemeindefreien Teils der Konversionsfläche östlich der A73 stark gemacht. Das Gebiet sollte mit der Stadt Bamberg und den Gemeinden Memmelsdorf und Litzendorf entwickelt werden, die Bundesrepublik jedoch wollte als Eigentümerin die Fläche zum Naturerbe erklären. "Es kann sein, dass sich das Ganze nun dreht", sagte Schwarz.
Eine Begründung der Ausschuss-Entscheidung war am Dienstagabend noch nicht bekannt.

Gewerbegebiet doch möglich?

Die Nachricht dürfte unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Bei den Gemeindevertretern wird sie die Hoffnung auf eine mögliche Entwicklung des Gebiets wieder aufkeimen lassen. Für die Naturschützer stellt die Entscheidung des Ausschusses hingegen eine herbe Enttäuschung dar.

Als nahezu sicher galt es bisher, dass der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags das Naturerbe durchwinkt. Denn die Bundesrepublik hatte sich freiwillig zur Einlage von bundesweit 30.000 Hektar Fläche in das NNE verpflichtet. Diese Selbstverpflichtung zielte vor allem auf vormals militärisch genutzte Flächen ab.

Vertreter der Regierung von Oberfranken hatten in der Vergangenheit die hohe naturschutzfachliche Bedeutung des Bamberger Areals hervorgehoben. So hätten hier laut Vertretern der höheren Naturschutzbehörde zum Teil stark gefährdete Tierarten ihren Lebensraum.