Sandkerwa 2017 in Bamberg ist endgültig abgesagt

In der Diskussion um die Zukunft der Sandkerwa haben sich nun auch die betroffenen Gastronomen positioniert: "Wir sind der Ansicht, dass eine Veranstaltung in der Sandstraße nur mit dem Bürgerverein stattfinden darf", erklärte am Dienstag Florian Müller, Betreiber des Ahörnla. Damit stellen sich die Sandstraßen-Wirte demonstrativ hinter den Bürgerverein Sand und die Sandkerwa Veranstaltungs GmbH. Einer Ersatzveranstaltung ohne den Bürgerverein erteilt Müller, der die Rolle des Sprechers der Wirte im Sand übernommen hat, dagegen eine Absage. "Das würden wir nicht mittragen."


Wirte wollen Teil der Lösung sein

An einem Treffen der Gastronomen am Dienstag hatten unter anderem Vertreter von Schlenkerla, Live-Club und Kachelofen sowie vielen weiteren Kneipen und Wirtshäusern teilgenommen. Der Austausch sollte laut Müller klären, wie die Wirte mit dem Thema Sandkerwa umgehen wollen.

Das Ergebnis ist ein Gesprächsangebot: "Wir haben den Bürgerverein zur nächsten Sitzung eingeladen." Neben der Hoffnung, dass die Sandkerwa weiter bestehen bleibt, wollen die Sand-Wirte aber auch, dass sie stärker eingebunden werden: "Wir wünschen uns, dass mit uns geredet wird und nicht nur über uns", erklärt Müller. Anscheinend können sich die Gastronomen sogar für eine Kostenbeteiligung erwärmen: "Wir wollen Teil einer Lösung sein, auch einer finanziellen Lösung."


Freiwillige Abgabe der Wirte?

Ulrike Heucken, Geschäftsführerin der Sandkerwa GmbH hatte am Samstag bei der Pressekonferenz des Bürgervereins, unter anderem den Wunsch geäußert, dass "jeder, der von der Sandkirchweih nur einen Euro verdient, 20 Prozent davon freiwillig abgibt". Dazu zählen in erster Linie Gastronomen außerhalb des Sandgebiets, aber auch innerhalb.

Laut Müller würden sich die Wirte im Sand teilweise schon freiwillig an den Kosten beteiligten. Außerdem bedeute das Volksfest mit rund 300.000 Besuchern nicht für jeden Gastronomen automatisch ein besseres Geschäft. "Wir wehren uns gegen die Behauptung, dass wir uns eine goldene Nase verdienen. Das ist mehr als ärgerlich." Müller weist auf die Freischankflächen hin, die wegfallen oder die Sperrzeiten, die an der Sandkerwa wesentlich früher greifen als bei normalem Kneipenbetrieb.

Da offenbar nicht jeder gleich profitiert, scheint es die eine Lösung für eine finanzielle Beteiligung der Wirte somit nicht zu geben. "Der eine kann mehr, der andere weniger geben."


Die Stadt freut's

Den Vorstoß der Gastronomen im Sand begrüßt die Stadtverwaltung. Die hatte ebenso klar gemacht, dass es das beliebte Volksfest nur mit den bisherigen Veranstaltern geben könne: "Der Tenor in der Stadtgesellschaft ist: Eine Sandkerwa ohne Bürgerverein wird es nicht geben", sagt Ulrike Siebenhaar, Sprecherin der Stadt Bamberg. Unabhängig davon bleibt das Gesprächsangebot der Stadt an den Bürgerverein bestehen: "Wir reichen die Hand", erklärt Siebenhaar.

Der Bürgerverein Sand hat sich noch nicht zu den Angeboten geäußert, hat aber seine generelle Gesprächsbereitschaft am Samstag auf der Pressekonferenz signalisiert.
 
"Stadt und Bürgerverein sollen sich an einen Tisch setzen und das auf die Reihe kriegen", findet Florian Müller. Es dürfe keine Denkverbote für eine Fortführung geben. Auf eine zwingende Fortführung in diesem Jahr dränge man aber nicht, will Müller ergänzt wissen. Aus Sicht des Vorsitzenden des Hotel- und Gaststättenverbands ist es unerlässlich, dass dafür alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Die Gastronomen scheinen bereit dazu.