Es war ein kurzer Moment im politischen Leben des Peter Gack, als die Tür zur Macht einen Spalt weit aufging. Das Angebot stand, nachdem die Bamberger Wähler im März 2014 die Stimmen und damit die Entscheidungsgewalt so wenig entschlossen verteilt hatten, dass Mehrheiten mühsam ausgehandelt werden mussten.

Gack sollte nach dem Plan von Helmut Müller (CSU) den gut dotierten Posten des Sozial- und Umweltreferenten erhalten und mit den Stimmen der Grünen die Wahl von Christian Lange (CSU) als Zweitem Bürgermeister und von Heinz Kuntke (SPD) als drittem hauptamtlichen Bürgermeister sichern.

Gack lehnte den Deal ab und verlor in der Folge den Zweikampf gegen Lange um den Bürgermeister-Posten knapp. Das Nein zum verführerischen Koalitionsangebot mit CSU und SPD und damit die Verweigerung gegen das herrschende System des Gebens und Nehmens bereut Gack bis heute nicht. Natürlich hätte der leidenschaftliche Verkehrs- und Klimapolitiker gerne für seine Ziele in Bamberg auch aus einer führenden Position und nicht mehr rein ehrenamtlichen Rolle heraus gekämpft. Doch er weiß auch: "Bei den aktuellen Mehrheiten hätte mich dies zermürbt."

So blieb Gack 2014, was er bis heute über ein viertel Jahrhundert lang war: einer profiliertesten Oppositionspolitiker Bambergs, nicht nur grünes, sondern auch kommunalpolitisches Gewissen Bambergs, der die Debattenkultur im Rathaus durch seine Sachorientierung und seinen Fleiß wesentlich mitprägte.

Und es sind mehr Themen, als man der in dieser Zeit von drei auf acht Sitzen gewachsenen grünen Fraktion zutrauen würde. Themen, die in der Folge auf die Tagesordnung und ins Bewusstsein Bambergs wanderten. Vieles wurde von Gack und Co. aufgegriffen, lange bevor es kommunalpolitisches Allgemeingut war: die Abkehr vom Bild eines autogerechten Bamberg, das Nein zur Bergverbindung samt der Erhöhung der Aufenthaltsqualität an vielen Punkten der Stadt. Dass die Sandstraße heute eine Flaniermeile ist oder die Kettenbrücke zum verkehrsberuhigten Bereich erklärt wurde - ohne die Arbeit von Gack und seinen Kolleginnen und Kollegen wäre das schwer vorstellbar.


Bus-Kahlschlag verhindert

Auch das hohe Niveau des öffentlichen Nahverkehrs in Bamberg trägt die Handschrift des grünen Vordenkers. Davon profitieren viele. Ein aktuelles Beispiel: Der Kahlschlag bei den Buslinien, der 2017 geplant war, um ein Defizit der Stadtwerke auszugleichen, konnte gerade noch verhindert werden: Statt den Fahrplan erheblich auszudünnen, wurden auf Gacks Anregung hin die Parkgebühren angehoben.

Es ist vor allem der kritische Blick auf die Stadtfinanzen, den Gacks politische Gegner respektieren, aber auch fürchten gelernt haben. So waren es Gack und die Grünen, die aus Sorge vor dem bis heute noch großen Defizit dem Bambados die Zustimmung beharrlich verweigerten - ebenso wie übrigens dem Kauf der Volksparkgaststätte durch die Stadtwerke, die mit Verlusten von fast einer Million Euro wieder abgestoßen wurde.

Wenn Bambergs OB Andreas Starke (SPD) Peter Gack dennoch als strategisches Talent lobt, wenn Helmut Müller ihn als den kompetentesten Stadtrat bezeichnet und wenn ihm Leser auf infranken.de als einem "Aufrechten" hinterhertrauern, dann ist das mehr als nur Verabschiedungsrhetorik.

Und was macht Peter Gack künftig mit seiner gewonnenen freien Zeit? Der gebürtige Bamberger will sich mehr seiner Frau Katharina und seiner großen Familie widmen. Der GAL bleibt er in zweiter Reihe erhalten.