Ein "Scheiß Termin", witzeln die Gäste. Stimmt. Zumindest dem Wortsinn nach. Weil es dabei genau darum geht: unerwünschte, übelriechende, schmierige Hinterlassenschaften. Tierische. Tretminen. Nicht nur in Bamberg ein Politikum.

Zuletzt im Oktober 2015 bei der Bürgerversammlung in Süd-West, da hat Stefanie Diller eindringlich an die Stadtverwaltung appelliert, tätig zu werden. Mit Erfolg: Gestern wurde am Adenauer die erste von zunächst fünf Entsorgungsstationen für Kotbeutel, kurz Dog Station, in Betrieb genommen. Möglich geworden dank insgesamt 15 Sponsoren, die den Kauf der Metall-Vorrichtungen für einen Zeitraum von fünf Jahren finanzieren.


Sponsoren

Ein für Bamberg augenscheinlich sehr wichtiges Thema, erschien doch der Herr Kulturbürgermeister, also Christian Lange höchstselbst, zur offiziellen Inbetriebnahme. Mit von der Partie weitere Prominenz: Merle. Die über die Stadtgrenzen hinaus und im Internet bekannte Hündin des Stadtmarketing-Geschäftsführers. Klaus Stieringer freilich spielte auch einen bedeutenden Part.

Denn übers Stadtmarketing war die Sponsorenlösung und auch ein Partner fürs anrüchige Thema gefunden. "Damit haben wir etwas geschafft, was zum Wohle aller beiträgt." Die Stadt, das heißt das für derartige Bereiche zuständige städtische Garten- und Friedhofsamt, kann das Gebiet Hundekot weder personell noch finanziell alleine beackern, ließ Lange dazu wissen.

Dank des Sponsoren- und Kooperationsmodells ergeben sich sozusagen kostenneutrale Synergie-Effekte: Die Dog Stations werden überall da positioniert, wo Robert Neuberths Mitarbeiter sowieso Abfalleimer ausleeren. Der Amtsleiter erklärt dazu, dass dies dann im halbwöchigen Turnus erfolge. "Mindestens." Dass die erste Dog Station am Adenauerufer steht, hänge von der Hunde-Frequenz ab. Die Standorte der weiteren basieren ebenfalls auf Vorschlägen des Amtes. Dank der 15 Sponsoren, die über das Institut für Stadtmarketing Lorenz (Heilbronn) gewonnen werden konnten, sind derzeit weitere fünf Dog Stationen gesichert.

Standorte der mannshohen "Reinigungssäulen" sind am Weegmannufer der Abgang Jakobus-von-Hauck-Platz, im Hain am Jahnwehr, am Bootshaus und am Hainparkplatz. Ins Auge gefasst, je nach Sponsorenzahl, sind ferner am Adenauerufer die Abgänge an der Schleuse und am Hallenbad, am Weegmannufer bei der Europabrücke, im Hain bei der Buger Spitze sowie bei der Grünanlage Wassermannstraße im Bereich der Querung Heinrich Weber Platz.

Bereits über Kotbeutelspender verfügt die Erba-Insel. An jedem der Eingänge befindet sich einer, die Entsorgung erfolgt über Abfalleimer, merkt Neuberth dazu an. Dog-Stationen-Versuche im Hain scheiterten vor einiger Zeit am Vandalismus.

Etwa 1500 Euro sind für eine Station fällig, wo man sich kostenlos Beutel holen und gefüllte einwerfen kann. Bestückung und Leerung übernimmt das Garten- und Friedhofsamt ebenso wie die Aufstellung. Was laut Bürgermeister Lange kostenneutral und somit gegenüber dem finanzbewussten Stadtrat vertretbar ist. Und was sagen die Hundebesitzer? Dina Schmid meint, jetzt gibt's keine Ausreden mehr für Tretminen.

Die "IG Mensch und Hund gemeinsam leben in Bamberg" hat ihren Dank prompt per Plakat ausgedrückt. Und Lothar Zeise findet: "Das hat schon lange her gehört." Er lobt die Bamberger Station. "Ich hoffe nur, dass sie dem Vandalismus Stand hält." Alles andere wäre scheiße, sind sich die Hundeleute einig.

Wem die Bamberger Hundebesitzer nun im einzelnen den neuen Service für ihre Lieblinge zu verdanken haben, können sie auf den Stationen nachlesen: da sind die Sponsoren verewigt. Wer seinerseits Sponsor werden möchte, braucht sich nur ans Stadtmarketing zu wenden.