Wann wird's mal wieder richtig Sommer? In den Pfingstferien zumindest nicht mehr, glaubt man den aktuellen Wettervorhersagen. Wer in den beiden unterrichtsfreien Wochen auf die erste Hitzewelle des Jahres und entspannte Badetage an einem Baggersee oder in einem der regionalen Freibäder gehofft hat, wird bisher enttäuscht.

Stammgäste kommen zuverlässig

Entsprechend wenig los ist in und rund um die Pools in Stadt und Landkreis Bamberg. Immerhin: Vom Naturbad in Ebrach abgesehen sind alle anderen Freibäder regulär von früh bis abends geöffnet.

Dank technischer Heizmöglichkeiten ist das Wasser in den Schwimmbecken in Bamberg und Hallstadt, Zapfendorf und Scheßlitz deutlich wärmer als die Luft. Man könnte sich also eigentlich im Wasser aufwärmen. Aber das tun nur wenige. Die freilich genießen es, dass sie die Becken fast für sich alleine haben.

Der durchschnittliche Freibad-Gast dagegen kommt erst, wenn die Sonne zuverlässig von einem möglichst wolkenlosen Himmel scheint. Das wissen Schwimmmeister und Bäder-Verantwortliche aus Erfahrung.

Bei Außentemperaturen von teils unter 15 Grad wie in den vergangenen Tagen sind es vorwiegend Dauerkartenbesitzer und andere Stammgäste, die der Kälte trotzen. "Punkt 7 Uhr stehen die Ersten vor der Tür", berichtet zum Beispiel Carsten Begerow, zweiter Bademeister im Scheßlitzer Freibad. Das Wasser hat dort zur Zeit 27 Grad.

Ähnlich warm ist das Nass im Hallstadter Freibad. Das zieht laut Martina Dörfler, Fachangestellte für Bäderbetriebe, auch bei frischer Luft täglich 100 bis 200 "Wasserratten" an. Elke Lindner, Monika Baumann, Andrea Nüßlein und Inge Schmitt gehören zu den Unentwegten. Sie treffen sich täglich mittags zum Wasser-Jogging und lassen sich ihre gute Laune von schlechtem Wetter nicht verderben.

Immer mal schlechte Jahre

Das Freibad in Zapfendorf wartet zur Zeit mit 21 Grad im Schwimmer- und 30 Grad im Wellness-Becken auf. Der Besuch ist nach den Worten von Schwimmmeister Frank Gohlisch dennoch "witterungsbedingt schlecht". Er tröstet sich mit der Erkenntnis, dass es schon immer schlechte Jahre gegeben hat.

Gohlisch, nach eigenen Angaben seit 40 Jahren "im Geschäft", hat erst kürzlich nachgeblättert und festgestellt: "1980 war auch so ein miserables Jahr." Umso besser hat er 2003 mit seinem "Jahrhundertsommer" in Erinnerung, als alles nach Abkühlung und Erfrischung lechzte.

Besucherzahlen "trostlos"

An die heißen Wochen vor zwölf Jahren dürften auch die Verantwortlichen in den Bamberger Freibädern am Stadion und im Stadtteil Gaustadt sehnsuchtsvoll zurück denken. Zu den Besucherzahlen in diesem Mai fällt Jan Giersberg als Sprecher der Stadtwerke-Bäder GmbH dagegen nur ein Begriff ein, der die Lage trifft: "Trostlos!"

Auch wenn nicht viel los ist: Stadionbad (Wassertemperatur: 19 Grad) und Gaustadter Bad (20 Grad) waren laut Giersberg bisher täglich geöffnet und sollen es auch bleiben. Das sei man den "Hartgesottenen" schuldig.
Die interne Schlechtwetterregelung besage, dass nur bei Regen und Temperaturen unter 15 Grad ab 13 Uhr geschlossen werden kann.

Anders in Ebrach. "Wenn's kalt ist, geht keiner 'rein", bringt Karlheinz Gries, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des dortigen Naturbads, die Sache auf den Punkt. Deshalb hatte man seit dem Saisonbeginn am 14. Mai fast nur stundenweise geöffnet. Immer dann, wenn sich nachmittags die Sonne länger als einen Moment zeigt, reagiere man kurzfristig und mache auf. Ein paar Sonnenanbeter und Café-Gäste kämen schon.

Das Wasser ist es in Ebrach noch nicht, das die Leute lockt. Es ist laut Gries 16 bis 18 Grad frisch, weil die Sonne sich bislang so rar macht und die Nächte kalt sind. Andere Möglichkeiten, den Beckeninhalt zu erwärmen, hat man nicht.

Am kühlsten im aktuellen Vergleich ist das Wasser in der so genannten Hainbadestelle in Bamberg, wo man in der Regnitz schwimmt: 14 Grad weist der Fluss momentan auf. Trotzdem kämen auch dort abgehärtete Stammgäste, um ihrem Sport zu frönen, versichert man bei den Stadtwerken.

Wie beliebt das idyllisch gelegene, 80 Jahre alte Flussbad selbst bei mäßigem Wetter ist, belegt ein Blick auf die Besucherzahlen im Mai: Mit 1316 Gästen lag es auf Platz zwei hinter dem Stadionbad (1655); vergleichsweise abgeschlagen ist das Gaustadter Bad mit gerade 650 Gästen.