Wenig angetan war der Kreisausschuss auch von der überarbeiteten Fassung des Landesentwicklungsprogramms (LEP). Denn keine der Anregungen und keiner der Wünsche aus dem Landkreis Bamberg sei darin in irgendeiner Weise berücksichtigt worden, informierte Landrat Günther Denzler (CSU) das Gremium. Weder sei eingeflossen, dass die Ausweisung von Teilräumen mit besonderem Handlungsbedarf nicht an Landkreisgrenzen festgezurrt werden dürfe, noch sei auch nur einer der fünf Anträge aus dem Landkreis auf Einstufung als Mittelzentrum durchgekommen. Die Gemeinden hätten auf ihre Anträge noch nicht einmal ein Schreiben aus dem zuständigen Ministerium erhalten. Es könne nicht angehen, dass ein Landkreis von dieser Größe kein einziges Mittelzentrum habe, beklagte Denzler und verwies darauf, dass Anträgen einiger Kommunen "im Raum München" stattgegeben wurde.

Im nun vorgelegten, vom Kabinett unter Federführung des Wirtschaftsministeriums Ende November beschlossenen neuen LEP-Entwurf seien lediglich "einige redaktionelle Änderungen" vorgenommen worden. Da nur noch Stellungnahmen zu diesen Änderungen, die die Bamberger Belange in keinster Weise berührten, abgegeben werden können, empfahl der Landrat, am zweiten Anhörungsverfahren gar nicht mehr teilzunehmen. Die Frist dafür sei zudem mit dem 14. Januar recht knapp bemessen, so Denzler. Da scheine jemand etwas über die Feiertage durchpeitschen zu wollen. Denzler kündigte an, er werde vielmehr einen Brief an Wirtschaftminister Martin Zeil (FDP) schreiben und sich darin über die Missachtung Bamberger Interessen beschweren.
Im Gegensatz zum Landrat war Bernd Fricke der Ansicht, der Kreisausschuss solle "als politisches Gremium eine klare Meinung dazu abgeben". Dem Wunsch, klar Position zu beziehen schlossen sich auch Bruno Kellner (ÜWG) und Georg Zipfel (BBL) an. Der Kreistag will nun in seiner nächsten Sitzung am 21. Dezember eine klare Stellungnahme zum LEP formulieren.