Jetzt wird aus Bamberger Streuobst Apfelsaft

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Vom Hänger geht es in die Baggerschaufel und anschließend in einen großen Sammelcontainer.
Vom Hänger geht es in die Baggerschaufel und anschließend in einen großen Sammelcontainer.
Eine Wagenladung Äpfel nach der anderen wird in Viereth angeliefert. Fotos: Annette Schäfer
Eine Wagenladung Äpfel nach der anderen  wird in Viereth angeliefert. Fotos: Annette  Schäfer
 

Rund 100 Besitzer von Streuobstwiesen im Landkreis Bamberg haben sich in einer GmbH zusammengeschlossen. Derzeit liefern sie ihre Äpfel an zentralen Sammelstellen ab.

Eine lange Autoschlange steht an einem herbstlichen Samstagnachmittag mitten in einem Kieswerk nordwestlich von Bamberg. An fast jedem Auto hängt ein Anhänger, darauf liegen zugeschnürte Säcke. Sogar ein paar Schlepper mit gut gefüllten Anhängern sind dabei. Langsam geht es voran. Ganz vorne stehen Georg Eichhorn und seine Männer, die die Autos zu einem Radlader einweisen. Der Geschäftsführer der "Bamberger Streuobst GmbH" freut sich auf seine Lieferanten, denn die Streuobstbauern des Bamberger Landes kennen sich untereinander.

Als Gerhard Gerner und seine Frau an der Reihe sind, entladen sie Auto und Anhänger. Die Säcke werden aufgeschnürt und in die bereitstehende Schaufel des Radladers fallen Unmengen von Äpfeln. Nach wenigen Minuten ist die Ernte von den 70 Stappenbacher Apfelbäumen der Gerners in der Schaufel gelandet. Der Radlader fährt zu einem großen Container, in dem bereits Tausende von Äpfeln heimischer Streuobstwiesen liegen. Da der Container auf einer Lkw-Waage steht (und so etwas gibt es nur an wenigen Orten, wie eben beispielsweise dem Vierether Kieswerk), kann die mit jeder Schaufelladung zusätzlich eingefüllte Menge gewogen werden. Bei den Gerners sind es stolze 600 Kilo. Auch der Landtagsabgeordnete Heinrich Rudrof, der sich einmal selbst ein Bild von der Apfelsammlung machen wollte, ist von diesem Ertrag beeindruckt.

Ein Stück heimische Landschaft bewahren


Rund 100 Besitzer von Streuobstwiesen rund um Bamberg sind in der "Bamberger Streuobst" zusammengeschlossen. Sie alle tragen dazu bei, ein wertvolles Stück heimischer Landschaft zu bewahren, denn Streuobstwiesen gehören zur fränkischen Kulturlandschaft einfach dazu. Die Flächen mit den frei stehenden Obstbäumen gestalten den Übergang vom Dorf in die Landschaft und dienen vielen Pflanzen und Tieren als Lebensraum.

Die Obstbauern liefern ihre Ernte im Herbst ab, die Äpfel werden in Pretzfeld exklusiv für die Bamberger gepresst und in Flaschen abgefüllt. Das Besondere: der Apfelsaft aus dem Bamberger Land ist nur an bestimmten Ausgabestellen erhältlich. Wo, erfährt man in den Gemeindeverwaltungen oder im Landratsamt. Damit sich die Bewirtschaftung der Wiesen für die Landwirte auch rentiert, erhalten sie einen etwas höheren Preis für ihre Äpfel. Dafür verpflichten sie sich, keine Dünge- und Spritzmittel anzuwenden und tatsächlich nur von hochstämmigen Obstbäumen zu liefern, also nicht von überzüchteten Hochleistungsbäumen wie andernorts.