"Hält mich das auch", fragt die junge, leicht pummelige Frau, die neben mir steht. Skeptisch blickt sie dabei an die Decke, wo sich der Haken befindet, an dem das schwarz-gelbe Seil baumelt.
Aber sicher, genau dafür ist es ja gedacht. Um mit dem eigenen Körpergewicht zu trainieren. Aber was, wenn der eigene Körper sich eher anfühlt wie ein nasser Sack, der Rücken mal wieder zwickt und spannt? Gerade dann - verspricht der Flyer über das sogenannte TRX-Training, auch als Schlingentraining bekannt: "Egal ob Gewichtsreduktion, Muskelaufbau, Konditionsverbesserung, Bekämpfung/Vermeidung von Rückenschmerzen, Aufbautraining nach (Sport-)Verletzung oder Stärkung des Rumpfes.
Mit TRX-Suspension-Training sind diese Ziele, sowohl für Reha-Patienten über den Fitnesseinsteiger und Freizeitsportler als auch für den Profi-Athleten, schnell und effektiv erreichbar."


Training bekommt man zu spüren

Aha - ein Alleskönner quasi. Gibt's eigentlich etwas, wofür dieses Training nicht gut ist? Bei der Frage ist es passiert: Der innere Schweinehund ist überwunden. Die Neugier zu groß.
Nach dem Aufwärmtraining geht es also hinein in die Schlaufen. Die Trainerin meinte ja, das Seil hält. Auch mich.
Los geht's mit der Kniebeuge: Ich greife mit beiden Händen nach den Griffen, laufe ein paar Schritte nach hinten, das Gesicht zeigt zum Befestigungspunkt, auch Anker genannt. "Die Ellbogen sind unterhalb der Schultern, die Handflächen zeigen zueinander", erklärt Trainerin Carolin Schmidt vom Kronacher Fitnessstudio "Caerobics" die Ausgangsposition.
Und dann geht es in die Knie. "Das Steißbein Richtung Boden. Tiefer", gibt sie an. Und wieder hoch - aus den Fersen. Wieder in die Knie. Der Oberkörper wird während der Kniebeuge mit ausgestreckten Armen gerade gehalten. Und wieder hoch. Das Ganze wiederholt sich noch einige Male.
Die obere Rückenmuskulatur sowie der Rumpf-, die Gesäß- und Beinmuskulatur sollen so gestärkt werden.Was ich am Tag darauf auch deutlich zu spüren bekomme. Setzen und vor allem wieder aufstehen, ist nicht so einfach. Und das war ja nicht die einzige Übung: Wieder stehe ich mit dem Gesicht Richtung Befestigungspunkt. Mit gestreckten Armen lehne ich mich zurück, die Handflächen sind nach unten gerichtet. Eigentlich ganz entspannt. Doch dann kommt's: "Schulterblätter zusammendrücken, Ellbogen im 45-Grad-Winkel zu Seite halten und dann den Körper nach oben, Richtung Anker, bewegen", erklärt Carolin Schmidt. Dass was da spannt, muss der Bizeps sein. Gekräftigt werden soll aber auch die Rücken- und Rumpfmuskulatur. Und daran hab ich nach der Übung auch keinen Zweifel.


Fallen lassen!

Als nächstes ist die Brust dran: Dazu stellt man sich mit dem Rücken zum Befestigungspunkt, streckt die Arme auf Höhe der Schultern nach vorne aus und hält das Gewicht auf den Fußballen. Dann lässt man sich nach vorne Richtung Boden fallen, so dass die Ellbogen im 90-Grad-Winkel gebeugt sind. Und in dieser Körperhaltung drückt man sich dann nach hinten. Mehrmals versteht sich. Zu spüren bekommt man hinterher die Brustmuskeln, den Trizeps und auch Schultern und Rumpf werden gestärkt.
Zur vierten Übung geht's mit den Füßen in die Schlaufen und für den Körper ins sogenannte Brett.
Auf die Knie also. Die zeigen weg von der Befestigung, die Füße werden in die Schlaufen gehängt und die Hände befinden sich unterhalb der Schultern (Tipp: Im Ellbogenstütz geht's leichter). Jetzt die Knie anheben, der Körper sollte eine Linie bilden. "Die gesamte Rumpfmuskulatur wird beansprucht, Stabilität und Kraft des Oberkörpers aufgebaut", erklärt Carolin Schmidt.
Und die Trainerin weiß auch, wie es noch effektiver geht: "Indem man die Beine Richtung Bauch zieht, entweder gleichzeitig oder abwechselnd."


Fühlt sich anders an als sprichwörtlich in den Seilen zu hängen

Aber ich will es für den Anfang ja mal nicht übertreiben. Dehnen, und dann hab ich erstmal genug in den Seilen gehangen. Allerdings nicht so, wie man das aus der Redewendung kennt. Ganz im Gegenteil: In-den-Seilen-hängen kann so richtig effektiv sein - sogar für meinen zwickenden Rücken. Das liegt daran, dass die Gurte des TRX beim Training ständig in Bewegung sind und so neben den großen Muskelketten auch die kleinen, gelenknahen Muskeln aktiviert werden.