Irgendwann trifft es jeden. Also jede Kommune: die Auseinandersetzung mit dem Friedhof. Der Ortstermin auf dem Friedhof mit Claudia Kühnel hat es in Hallstadt gezeigt: Es gilt, sich auf veränderte Anforderungen in der Bestattungskultur einzustellen. Positiv die Erkenntnis: Es sind bereits die besten Voraussetzungen gegeben. Hallstadt hat also Glück. Nun muss der Stadtrat nur noch eruieren, wie genau er mit dem Vorhandenen neu gestalten möchte.

Bereits in einer Sitzung hatte die Kreisfachberaterin im Stadtrat zum Thema Bestattungswesen referiert. Anhand der Unterlagen, die ihr seitens der Stadt zur Verfügung gestellt worden waren, hatte sie sich Gedanken gemacht und diese in Form von acht Skizzen auf Papier gebannt.

Weil man sich Dinge beim Ortstermin eben besser vorstellen kann, so Bürgermeister Thomas Söder (CSU), nutzten etliche Stadträte dieses Angebot. Mit dabei Elisabeth Thumer aus der Stadtverwaltung, in deren Zuständigkeit als "Sachbearbeiterin Friedhofswesen" der Friedhof fällt. Auch Bauamtsleiter Sebastian Faulstich war als Bauexperte dabei.

Wie Bürgermeister Söder in Erinnerung brachte, hatte man vor etlichen Jahren die Liegezeiten im Grabfeld D (555 Quadratmeter) im Osten des insgesamt über 18 000 Quadratmeter großen Friedhofes bewusst auslaufen lassen und nicht mehr belegt, um hier einmal ganz neu und nach veränderten Bedürfnissen gestalten zu können.
Die Kreisfachberaterin legte ihren Skizzen die Besonderheiten des Hallstadter Friedhofes, aber auch die aktuelle Entwicklung im Bestattungswesen zugrunde.

Der Trend geht zur Urne. Demnach weist der Friedhof eine ganze Reihe von Familiengräbern (Doppelgräbern) auf, die nicht mehr belegt sind. Für Bedarf in diesem Bereich ist man damit gerüstet, ohne groß etwas unternehmen zu müssen. Dafür gibt es Bedarf in einem anderen Bereich: Reihengräber, das sind Einzelgräber ohne Tieferlegung, für damit einen einzigen Bestatteten.

Um nur einige Zahlen zu nennen, der 9000-Einwohner-Stadt stehen am Friedhof 667 Doppelgräber, 230 Reihengräber, 138 Gruften, 89 Nischengräber und 117 Urnengräber zur Verfügung. Gebühren werden in der Regel für zwölf Jahre erhoben, Ausnahme bilden Gruften mit 30 Jahren. Ruhefristen sind die jeweils vorgeschriebenen Jahre für Särge (zwölf) und Urnen (sechs). Wie die Sachbearbeiterin wissen ließ, dürfen Urnen auch nach der Ruhefrist nicht entsorgt werden, sondern müssen bestattet werden (was in einem Gemeinschaftsgrab erfolge). Das schreibe das Friedhofs- und Bestattungsrecht vor. Eine komplexe Angelegenheit also.

Es gelte, "den Friedhof kontinuierlich zu verbessern, zu verschönern, neu zu gestalten". Freilich sei es schwierig, künftige Bedürfnisse vorherzusagen, erklärte der Bürgermeister. "Es ist ja nicht für die Ewigkeit", merkte Claudia Büttner (Bürgerblock) diplomatisch an.

Der Rundgang zeigte, dass sich bei den Priestergräbern geeignete Flächen für die immer gefragteren Gemeinschaftsanlagen finden. Eine ideale Baumbestattungsfläche biete sich bei der kleinen Kapelle und das Feld D kann gut für Urnen sowie (Reihen-) Einzelgräber gestaltet werden.


Tipps aus der Praxis

Als Tipp aus der Praxis empfahl Kühnel, einerseits etwas anzubieten, auf dem der Name des Bestatteten steht, "das ist für die Angehörigen wichtig." Die Gestaltungsdetails bestimmt nun der Stadtrat.