Im Rathaus ist bis 27. April die Wanderausstellung "Claus Schenk Graf von Stauffenberg und der Umsturzversuch vom 20. Juli 1944" zu sehen. Es handelt sich um eine Dokumentation der "Stiftung 20. Juli 1944" und der "Gedenkstätte Deutscher Widerstand".

Bürgermeister Andreas Schlund (CSU) eröffnete sie nach einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Vitus, den "The Golden Gospel Choir" aus Schwaig bei Nürnberg umrahmte, und einer Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal. Unter den Ehrengästen war auch Claus Schenk Graf von Stauffenberg, ein gleichnamiger Enkel des Hitler-Attentäters.

Dieser sprach in seinem Grußwort davon, wie wichtig es sei, an die "Männer und Frauen des 20.
Juli zu erinnern und ihr historisches Erbe nicht zu vergessen". Sie hätten "ein Zeichen setzen" wollen, auch wenn das bis weit in die deutsche Nachkriegszeit hinein "nicht gern gesehen wurde". Auf die aktuellen politischen Ereignisse auf der Krim eingehend forderte er "den Mut zu haben, zur Freiheit der Menschen zu stehen".

Auf 20 großen Schautafeln und mit vielen historischen Bildern wird Besuchern das Leben und die Gedankenwelt des 1907 in Schloss Jettingen bei Burgau geborenen Claus Schenk Graf von Stauffenberg vorgestellt. Sie zeigen insbesondere seinen Weg vom Eintritt beim 17. (Bayerischen) Reiter-Regiment in Bamberg im Jahr 1926, über seine glänzende Karriere im Oberkommando der Wehrmacht bis hin zu seinem entscheidenden Beitrag zur "Operation Walküre", der zum - wenn auch misslungenen - Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 führte. "Es ist Zeit, dass jetzt etwas getan wird", dies hatte er noch kurz vorher der Frau seines Bamberger Regimentskameraden Bernd von Pezold anvertraut. Am 21. Juli wurden er und einige seiner Mitverschwörer erschossen.

"Etwas tun" will man auch im Hirschaider Rathaus, wie es Georg Eichhorn, der Leiter des Bürgerbüros, formulierte, der mit seinem Team die Ausstellung organisiert hat. Die Marktgemeinde gehört dem "Bündnis gegen Rechts" in der Metropolregion Nürnberg.

Viel Zuspruch fand dort 2013 laut Eichhorn die Ausstellung zum "Tagebuch der Anne Frank". Für 2015 sei eine Zusammenarbeit mit der "Geschwister Scholl-Stiftung" geplant.