"Was? Geräte für Senioren gibt es auch?" Das Damenkränzchen ist begeistert. "Die probieren wir aus!", ist sich die Mittwochsrunde gleich einig. Seit es die Marktscheune in Hallstadts Zentrum gibt, treffen sich die reiferen Damen hier. Rosmarie Stretz, Karonette Dorsch, Henriette Kaddatz, Helena Schnitz und Erika Ortlauf. Ausnahmsweise wird man die Damenrunde am heutigen Samstag wieder bei der Marktscheune treffen. Dann jedoch ein paar Meter weiter. Denn um 14 Uhr wird der neue Stadtpark offiziell eröffnet.

Dafür hat die dreiköpfige Gärtnerabteilung des städtischen Bauhofes die letzten Tage noch mit Hochdruck gearbeitet. Sorgenkind ist der Rasen in der Elipse, der anfangs so überhaupt nicht wachsen wollte. Diese Woche konnte erstmals gemäht werden, aber nur ganz vorsichtig und nur mit dem Handmäher, erklärt Vorarbeiter Christian Neumohr, der hier mit seinen Garten-Kollegen Max Stapf und Tino Miley zu Gange war. Hier ist ihnen eine weitere wichtige Aufgabe zugewachsen: Auf etwa 2500 Quadratmetern wurden 26 Bäume, 42 Sträucher und insgesamt 4000 verschiedene Blumenzwiebeln in den Boden gebracht. Und die wollen so gepflegt werden, dass die Hallstadter bleibende Freude an ihrem neuen Stadtpark haben.


Duftende Baustelle

Der erste der Stadt seit deren urkundlicher Ersterwähnung vor 1364 Jahren übrigens, wie Bürgermeister Thomas Söder (CSU) bei seinem kurzen Besuch auf der wohl lange Zeit grünsten und duftendsten Baustelle Hallstadts scherzhaft erwähnte. Eher unwahrscheinlich ist es, dass Karl der Große, als er am 24. Dezember 793 hier Hof hielt, etwas Parkähnliches vorfand.
Der neue Stadtpark jedenfalls ist ein weiteres wichtiges Element der Stadtentwicklung in deren Herzen. Deswegen hat die Städtebauförderung das 600 000 Euro teure Projekt wohl auch mit 258 000 Euro gefördert.

Ein Brunnen plätschert munter vor sich hin, zwölf Bänke laden zum Verweilen, Wege in unterschiedlicher Pflasterausführung und Farbe zum Flanieren. Phantasievolle Spielgeräte warten auf die Kinder, durchdachte Bewegungsstationen auf couragierte Senioren, die sich an sie wagen.
Man merkt es gleich: Das hier ist ein echtes Schmuckstück, das jetzt nur noch zwei Dinge braucht: Zeit, damit sich Bäume zu schattenspendenden Gewächsen entwickeln und Besucher, die der zentralen Einrichtung Leben einhauchen.

Am heutigen Samstag dürfte das wohl kaum ein Problem sein, denn auch die Gäste aus der fränzösischen Partnergemeinde Lempdes werden an den neuen Vorzeigeort geladen sein. Einer, der sicher auch vorbeischauen wird, das ist Timo Tscherner. Der 16-Jährige findet es schön, "dass es hier mal was gibt für die Leute." Er hofft sehr, dass alles so schön bleibt, wie bei der Eröffnung. Er wird bestimmt öfter mal vorbeisehen und seinen Kaffee mitbringen.
Vandalismus, das ist auch ein bisschen so die Sorge von Bürgermeister und Gärtnern. Einen kleinen Vorgeschmack gaben die "Besucher", die vor der Eröffnung auf dem weichen Rasen unschöne Spuren hinterlassen haben. Deswegen wurde der Park bis zur Eröffnung erst einmal mit Bauzäunen abgeschottet. Nun ist er nur noch von den regulären Zäunen von den umliegenden Gärten und Grundstücken abgegrenzt. Jedes der anliegenden Anwesen, so Bürgermeister Söder, hat seine eigne Zugangstür zum Park bekommen.

Vorarbeiter Neumohr setzt ein bisschen auch auf das Innerstädtische Quartier, das gleich angrenzend neu errichtet wird. Die Bewohner der 25 neu entstehenden Wohneinheiten (Umsetzung Joseph-Stiftung) werden wohl ein Auge auf die Anlage haben, hofft der Stadtgärtner. Er und seine Kollegen finden den Park jedenfalls sehr gelungen und modern. "Der macht was her."
Die Drei sind stolz darauf, bei der Konzeption mitgewirkt zu haben. Sicherlich werden sie die eine oder andere Pause hier verbringen und ihre Sprösslinge die Geräte testen.

So wie das Mittwochs-Kaffeekränzchen die Seniorengeräte. Möglicherweise wird man die Damen künftig auch öfter an Samstagen antreffen, bei der Reihe "Musik im Stadtpark", oder einfach so. Denn der Park schafft auch eine gute fußläufige Anbindung, wie die Hallstadterinnen recherchiert haben.