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Hallstadt
Bakterien

Hallstadter müssen ihr Trinkwasser abkochen

8400 Bürger in Hallstadt und Dörfleins müssen ihr Trinkwasser abkochen. Der Grund: Bakterien im Wasser.
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Das Trinkwasser in Hallstadt ist verunreinigt. Foto: Berg/dpa
Das Trinkwasser in Hallstadt ist verunreinigt. Foto: Berg/dpa

Ausgerechnet am Kerwa-Wochenende: Im Hallstadter Trinkwasser wurden Bakterien gefunden. Die Stadt ruft deshalb alle 8400 Bürger auf, ihr Leitungswasser abzukochen. Währenddessen läuft die Suche nach der Quelle für die Verunreinigung auf Hochtouren.

"Bei einer regelmäßigen Überprüfung des Trinkwassers wurde eine Überschreitung des Normwertes für bakterielle Verunreinigungen festgestellt", berichtet Stadtsprecherin Janina Selig. Das Gesundheitsamt habe deshalb ein Abkochgebot für das gesamte Stadtgebiet, also Hallstadt und Dörfleins, angeordnet. Seit Sonntagvormittag wird dem Trinkwasser 0,25 Milligramm Chlor pro Liter als Zusatzstoff zur Desinfektion zugesetzt.

"Die Quelle für die Bakteriken-Kontamination ist nicht bekannt, unsere Mitarbeiter sind auf der Suche", sagt Selig. Das ist deshalb so schwierig, weil das Wasser in den Leitungen in Bewegung ist und die Bakterien transportiert. Seit am Sonntagvormittag der Laborwert einen Befall aufgezeigt hat, sind die Arbeiter im Einsatz.

Für die Menschen in Hallstadt und Dörfleins bedeutet das einige Umstellungen. Die Stadt rät: "Trinken Sie Leitungswasser nur abgekocht. Lassen Sie das Wasser einmalig sprudelnd aufkochen und dann langsam über mindestens zehn Minuten abkühlen." Auch für die Zubereitung von Nahrung - besonders für Babys - und zum Zähneputzen sollte ausschließlich abgekochtes Leitungswasser oder Mineralwasser genommen werden.

"Für Körperpflege, also zum Waschen, Duschen und Baden kann das Leitungswasser unbehandelt verwendet werden, allerdings sollte es nicht in offene Wunden gelangen. Sie können es für die Toilettenspülung und andere Zwecke ohne Einschränkungen nutzen", erklärt Selig.

Laut der Pressesprecherin bezieht Hallstadt sein Trinkwasser über die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO), genauer von der Ködeltalsperre. Aus diesem gigantischen Wasserreservoir entnimmt die FWO jährlich etwa zwölf Millionen Kubikmeter Wasser für die Trinkwasseraufbereitung. Laut Janina Selig handelt es sich bei der Bakterien-Verunreinigung in Hallstadt jedoch um ein örtliches Problem. "Uns ist nicht bekannt, dass noch andere Kommunen betroffen sind."

Für die Veranstalter der Kilian-Kirchweih in Hallstadt bedeutete das Abkochgebot eine Herausforderung. Zum Spülen der Bierkrüge und des Geschirrs wurden eigens große Wassertanks aufgestellt. "Wir setzten bei unserer eigenen Kirchweih unser Abkochgebot natürlich um", versichert Selig.

Infotelefon eingerichtet

Wie geht es nun weiter? "Es werden regelmäßig neue Beprobungen gezogen", antwortet die Hallstadter Sprecherin. Bis diese wieder einwandfreie Werte anzeigen, bleibe das Abkochgebot aktiv und die Leitungen würden gechlort. Hallstadt hat ein Infotelefon eingerichtet, bei dem Bürger Antworten auf weitere Fragen bekommen.

Ein Mitarbeiter ist unter der Handynummer 0171/9517500 erreichbar. Die Stadt informiert, sobald das Trinkwasser wieder sorglos verwendet werden kann. Die Bürger werden gebeten, auch Nachbarn, Freunde und Bekannte über das Abkochgebot zu informieren.

Sebastian Schanz