Auf dem Gelände des ehemaligen Michelin-Reifenwerks in Hallstadt soll nach der Werksschließung eine "Keimzelle grüner Mobilität" entstehen. Die bayerische Regierung will das neue Projekt des Autozulieferers mit bis zu 20 Millionen Euro fördern.
Die Pläne, auf dem Gelände des ehemaligen Michelin-Reifenwerks in Hallstadt (Landkreis Bamberg) ein Cleantech-Park mit zukunftsfesten Arbeitsplätzen zu errichten, erreichen laut dem Bamberger Landratsamt "ein neues Stadium", wie es in einer Pressemitteilung heißt. „Ich sehe, dass alle Partner an einem Strang ziehen und konkrete Planungen anstoßen. Die Erfolgsaussichten sind vielversprechend und wir rechnen damit, die Projekte noch stärker fördern zu können“, wird Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) am Montag (21.06.2021) bei einem Besuch in Hallstadt zitiert.
„Im Zuge der Hightech Agenda Bayern plus und anderen Fördertöpfen schnüren wir ein Gesamtpaket von bis zu 20 Millionen Euro, um den Cleantech-Park gemeinsam mit allen Partnern anzuschieben. Ich rechne fest damit, dass weitere Finanzierungspartner gefunden werden“, wird Aiwanger weiter zitiert.
Michelin Hallstadt: Werkleiter spricht über Schließung - "einschneidendes Erlebnis"
Landrat Johann Kalb (CSU) sprach laut der Behörde von einem "existentiellen Transformationsprozess in der Automobilindustrie". Der geplante "CleanTech-Innovation-Park" sei für die Region "ein Schlüssel, diesen Prozess zukunftssicher gestalten zu können", so Kalb. Man sei bereit, "erhebliche Investitionen zu tätigen". Ohne finanzielle Förderung durch den Freistaat könne man dies aber nicht bewältigen. Der Michelin-Werkleiter, Christian Metzger, der dem Treffen beiwohnte, sprach über die Schließung, die bei vielen Mitarbeitern Wut und Enttäuschung ausgelöst hatte.
„Ein einschneidendes Ereignis für unsere Mitarbeiter, aber auch für die Region. Also haben wir umgedacht – aus der Not wollen wir eine Tugend machen. Auf dem Gelände wollen wir jetzt gemeinsam mit Partnern eine Keimzelle für grüne Mobilität und Innovation entstehen lassen: einen Cleantech Innovation Park", wird Metzger zitiert. Man wolle so "ein Leuchtturmprojekt für den Transformationsprozess der deutschen Autobranche sein und damit die Region stärken und neue Arbeitsplätze schaffen.“
Von den Fördermitteln bereits genehmigt seien ein "Technologietransfermanager" von Bayern Innovativ, die Förderung des Energienutzungsplans für das KWK-Kraftwerk auf dem Michelin-Gelände sowie Verbundprojekte in der Region und die Sonderförderung "Transformationsprozesse im Regionalmanagement".
Neuer Technologiepark in Hallstadt: Uni Bamberg soll eingebunden werden
Hallstadt setze auch auf die Nähe zur Universität Bamberg. „Um Innovationen voranzubringen, wird es immer wichtiger, über den Rand des eigenen Unternehmens zu blicken. Hier vor Ort sollen deshalb Forschung und Wirtschaft Hand in Hand die Innovationen der Zukunft gestalten: Die Partner können hier Prototypen bauen und diese zur Marktreife entwickeln“, wird Peter Keller, Michelin-Projektleiter zitiert.
Landtagsabgeordnete Melanie Huml (CSU) sagte, in der Region Bamberg seien "viele Tausend Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Transformationsprozess der Automobilbranche betroffen". Die gesamte Zulieferer-Branche müsse sich neue Geschäftsfelder erschließen. Huml forderte, dabei den Weg "gemeinsam mit den Beschäftigten" zu gehen. 'Lebenslanges Lernen' sei deshalb besonders wichtig.
Es bleibt im wesentlichen dabei, daß die Politik in ihrer großen Mehrheit unter grüner Mobilitat allein den Wechsel der Antriebsart für Kraftfahrzeuge versteht.
Daß eine Politik, die den Umweltverbund aus Bahn, Bus, Fahrrad und Gehen und ihrer intelligenten Vernetzung zum Rückgrat der Mobilität entwickelt, nicht nur ökologisch verträglicher wäre und gewaltige Mengen Rohstoffe einsparte, sondern auch der Gesundheit zu Gute käme und weit mehr Arbeitsplätze zur Folge hätte, spielt angesichts der Verflechtungen mit einschlägigen Lobbyinteressen keine Rolle. Und daß auch die sogenannten regenerativen Energien zwar geringere, indes immer noch spürbare Beeinträchtungen von Mensch und Natur mit sich bringen, wird gleichfalls außer acht gelassen. Doch die Energieverschwendung, die der motorisierte Individualverkehr sowie der Straßengüterverkehr als Massenmobilität zwangsläufig nach sich ziehen, können wir uns nicht (länger) leisten - schon gar nicht als Modell für die globale Entwicklung.
Wenn ich diesen Artikel auch noch so oft lese, kann ich keine Information daraus ziehen, was jetzt eigentlich passieren soll. Bis auf die Rekrutierung eines Managers, der KfW - gelder verbrennen soll, nix Konkretes. Alles Andere ,meiner Meinung nach Floskeln und Ankündigungen.