• Gundelsheim: Unbekannte verteilen Plakate und Zettel auf Schulgelände Anfang des Jahres
  • Zunächst mit Sprüchen gegen Corona-Maßnahmen
  • Kurz darauf tauchen neue Plakate mit Todesdrohungen an Lehrer*innen und Schulleitung auf
  • Polizei mit Update im April: Polizei hat einen Tatverdächtigen ermittelt 

Die gesetzlich verordneten Corona-Maßnahmen haben die Meinungen sehr gespalten. In manchen Fällen überschreiten Gegner*innen der Regelungen jedoch zweifelsfrei Grenzen. An einer Schule in Gundelsheim im Landkreis Bamberg wurden auf dessen Gelände Zettel und Plakate mit teils üblen Drohungen verteilt. Im April berichtet die Polizei, dass sie einen Tatverdächtigen ermittelt haben.

Update vom 04.04.2022: Strafbare Plakate an Schule - Ermittlungen führen zu 38-Jährigem

Mitte Januar diesen Jahres sorgten fragwürdige und zum Teil auch strafbare Plakate in einer Gundelsheimer Grundschule für Verunsicherungen. Nach wochenlanger Ermittlungsarbeit der Kripo Bamberg konnte nun ein Tatverdächtiger ermittelt werden, wie das Polizeipräsidium Oberfranken mitteilt.

Zunächst führte die Bamberger Kriminalpolizei die Ermittlungen gegen "Unbekannt“. Es ergaben sich nur wenige Ansatzpunkte, die für die Ermittlung eines Tatverdächtigen von Bedeutung sein könnten. Die Kriminalbeamten stellten die an einer Schulturnhalle angebrachten Plakate, die in Teilen Drohungen gegen Schulleitung und Lehrpersonal enthielten sicher und untersuchten sie nach Spuren. Zudem wurde ein Schriftgutachten in Auftrag gegeben und ein Zeugenaufruf gestartet. Über Wochen trugen die Ermittler die Hinweise zusammen und führten Vernehmungen durch - letztlich mit Erfolg.

Aufgrund eines Zeugenhinweises kam die Polizei auf die entscheidende Spur, welche zu einem 38-jährigen Mann führte. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Bamberg durchsuchten die Polizisten am Dienstag, 29. März, die Wohnräume des Tatverdächtigen und stellten Beweismittel sicher. Zudem fanden sie eine kleinere Menge Marihuana, die ebenfalls sichergestellt wurde. 

Der Mann steht nun im Verdacht, im weiteren Wochenverlauf auf eine Zeugin eingewirkt und deren Pkw beschädigt zu haben. Aufgrund dieser Erkenntnisse nahmen ihn die Kriminalbeamten fest und führten ihn am Donnerstag einem Ermittlungsrichter vor. Dieser erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bamberg Haftbefehl gegen den 38-Jährigen. Nachdem er die Anbringung der Plakate in der Schule eingeräumt hatte, wurde der Vollzug der Untersuchungshaft unter empfindlichen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Er wird sich nun wegen des Verdachts der Bedrohung, Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten sowie der Sachbeschädigung strafrechtlich verantworten müssen. 

Update vom 08.02.2022: Drohungen gegen Lehrkräfte im Kreis Bamberg - Polizei ermittelt weiter

Nachdem an einer Schule in Gundelsheim Droh-Plakate aufgehängt worden waren, dauern die Ermittlungen der Polizei an. Es seien zahlreiche Hinweise eingegangen, diese würden nun ausgewertet, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag (8. Februar 2022) in Bayreuth der dpa. Noch werde gegen Unbekannt ermittelt.

Ende Januar waren im Eingangsbereich der Grundschule sowie an der Turnhalle Zettel befestigt worden, teils mit massiven Drohungen gegen Schulleitung und Lehrkräfte. Schon Wochen zuvor waren Plakate aufgetaucht. Damals sei Kritik an den Corona-Maßnahmen ausgeübt worden, erklärte die Polizei, es seien aber keine strafbaren Inhalte gewesen. Die neueren Plakate mit den Drohungen dagegen schon.

Meldung vom 01.02.2022: Lehrer werden von Gegnern der Corona-Maßnahmen mit dem Tod bedroht

An einer Schule in Gundelsheim sind Zettel mit Drohungen gegen die Lehrkräfte aufgetaucht. Grund für die Tat sind offenbar die Corona-Maßnahmen an der Schule. Bereits am 13. Januar 2022 seien zwei Plakate nahe der Turnhalle mit Sprüchen gegen die von der Schule ordnungsgemäß angewandten Corona-Maßnahmen gefunden, so die Polizei. "Es handelte sich nicht um spezielle Drohungen", erklärt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken gegenüber inFranken.de. "Hier konnte man keine strafrechtliche Relevanz feststellen. Die Polizei hat den Fall aber polizeilich aufgenommen und mit der Staatsanwaltschaft Rücksprache gehalten." 

Im Zeitraum vom Freitag (28. Januar) bis zum Montag (31. Januar) dann die nächste Aktion. Wieder im Bereich der Turnhalle und im Eingangsbereich der Schule seien mehrere Zettel angebracht worden. Dieses Mal habe es sich im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen um Morddrohungen gegen Schulleitung und Lehrer*innen gehandelt. "Es wurde als Anzeige polizeilich aufgenommen und das Kommissariat für Staatsschutzdelikte der Kriminalpolizei Bamberg ermittelt jetzt wegen des Verdachts der Bedrohung und der Androhung von Straftaten", schildert der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken.

Wörtlich habe auf den Zetteln beispielsweise gestanden: "Masken und Tests. Wir vergeben nicht." Die Polizei nehme den Fall ernst und habe das Schulpersonal für die Situation sensibilisiert, sehe aber derzeit keine erhöhte Gefahr für die Personen selbst. Die Zettel in Gundelsheim seien sichergestellt worden und würden nun nach Spuren untersucht, teilt der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken außerdem mit. Die Kripo Bamberg bittet  um Hinweise zu möglichen Tätern oder Täterinnen unter 0951/9129-491. 

mit dpa