Egal bei welchem Wetter: Der Georgenritt zum Senftenberg ist seit altersher ein Fest für Pferd und Reiter. So auch gestern. 64 Pferde und Ponys aller Art hatten am Sonntag wieder den Weg nach Gunzendorf gefunden, um im großen Zug auf den Senftenberg zur Kapelle des heiligen Georg zu ziehen.



An der Spitze ein "Gespann", das man beim Georgiritt 2014 nicht mehr gemeinsam sehen wird - Pfarrer Alexander Berberich und die nunmehr 25-jährige Stute Velvet, die diesen Dienst ab dem kommenden Jahr wohl altersbedingt nicht mehr versehen wird, ließ Besitzerin Barbara König zu der nun betagten Pferdedame wissen.

Mit Musik und viel Prominenz bewegte sich am Sonntag ein stattlicher Zug nach der Aufstellung am Gunzendorfer Ortsrand vor der prachtvollen Frühlingskulisse hoch zur Kapelle. Es handelte sich um den nunmehr 62. Georgenritt, nach dessen Wiedereinführung im Jahre 1951.
Der Blick zurück in die Geschichte dieser weithin bekannten Traditionsveranstaltung des Glaubens zeigt, dass die große Zeit des Senftenberges als Wallfahrtsort in etwa mit dem Ausbruch des 30-jährigen Krieges zusammenfiel. 1618 wurde sogar davon gesprochen, dass dort Wunder vorgekommen sein sollten, die man auf die Fürsprache des heiligen Georg zurückführte.

Wegen der steigenden Pilgerzahlen am Georgentag wurde am Aufgang zur Kapelle sogar ein Markt für bäuerlichen Bedarf abgehalten. Das war der Ausgangspunkt dafür, dass der Georgenritt schnell volksfestähnlichen Charakter annahm - mit der Folge, dass sich auch Trinkgelage, Schlägereien und Diebstähle häuften. Als Konsequenz stellten verschiedene Pfarreien ihre Wallfahrten ein. Die kirchliche Glanzzeit endete im Jahre 1806. Der Georgenmarkt wanderte nach Buttenheim ab, die Wallfahrt zur Senftenberger Kapelle wurde komplett eingestellt.

Die Epoche der Georgenritte der Neuzeit begann dann im Jahr 1951. Seither nutzen viele Reiterinnen und Reiter diese Wallfahrt, um mit ihren Pferden zum Kapellenvorplatz hinauf zu reiten. Dort findet traditionell eine Messe im Freien statt, an deren Ende die Segnung von Rössern und Reitern steht. Im Anschluss zieht die Wallfahrt feierlich nach Gunzendorf zurück. Zum Ausklang laden die örtlichen Wirtschaften und der Senftenberger Keller zum Verweilen ein.