Bamberg
Serie

Geheimnisse im Gärtnerviertel: Schilderrätsel und Katzensteckbrief

Im Schnelldurchlauf durch die Heiliggrabstraße in Bamberg: vom Aussichtsturm mit Schlagseite bis zur Kirchenmauer mit "Gipsverband".
An Laternenpfählen und Stromkästen hängen Suchmeldungen. Foto: Sabine Christofzik
An Laternenpfählen und Stromkästen hängen Suchmeldungen. Foto: Sabine Christofzik
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Och Goddala, ein Katzen-Opa! 17 Jahre alt und schon seit 23. März vermisst. Das ist es, was sich auf diesem Fotostreifzug durch die Heiliggrabstraße am stärksten einprägt. Die in Klarsichthüllen verpackten Suchmeldungen an mehreren Stellen sind nicht zu übersehen.


Klein und zierlich

"Er hört auf den Namen ,Böser'", ist darauf zu lesen. Böse kann der Kater mit dem grauschwarz und weißen Fell, der als klein und zierlich beschrieben wird, aber nicht sein - sonst würden sich seine Besitzer nicht so um ihn sorgen. Wer das liest, fühlt mit.

Vom "Schiefen Turm" bis zur Klosterkirche geht der Marsch, der, zugegeben, etwas länger dauert als zehn Minuten. Aber es gab auch schon Serien-Folgen, bei denen die Bilder in weitaus kürzerer Zeit entstanden.

Nirgendwo reingehen - auch wenn Gärtnerei-Besuche sehr verlockend sein können. Das ginge alles von der Zeit ab. Einmal rauf auf die Aussichtsplattform mit Blick ins Gärtnerland und gleich wieder runter auf den Boden, wo man beim Laufen keine Schlagseite hat.

Leicht schräg präsentiert sich auch die alte Gaslaterne, bei der die Zuleitung noch erhalten ist und die von einer wesentlich jüngeren Peitschenleuchte überragt wird. Es ist nicht die einzige im Gärtnerviertel. Auf die pastellfarbenen Fassaden einiger Häuser fällt genau das richtige Foto-Licht.


Erst muss der Groschen fallen

Zumindest eine der Informationstafeln, die auf die Besonderheiten des Gärtnerviertels hinweisen, gibt Rätsel auf. Die Aussicht auf die Kirchtürme der Stadt wird erklärt. Mit Blick in den Garten der Landesjustizkasse. Bis der Groschen fällt und man sich um 180 Grad wendet.

"Glas-/Dosencontainer stehen jetzt Spiegelgraben Parkplatz Heiliggrab" informiert ein Schild, kurz bevor man einschwenkt, um den längeren Teil der Mauer um das Klostergelände entlangzugehen. Darauf pappt ein von Hand beschrifteter Aufkleber. "Polizisten auf Steine". Öh wie? Scheint das nächste Schilderrate-"Spiel" zu sein. Würde man die Wörter umstellen, ergäbe sich eine Aufforderung, die sich ziemlich strafbar anhört. Ist das so gedacht?


Seltsamer "Sockel" an der Kirche

Stirnrunzeln beim Anblick der Mauer neben dem Eingang zur Klosterkirche. Unter halb abgerissenen Plastikplanen scheint eine cremefarbene Masse auszuhärten, die viele grobe Risse aufweist. Ein Test? Ein Provisorium? Weitaus mehr im Gedächtnis bleibt jedoch die Frage, wie es wohl "Böser", dem kleinen, alten Kater geht.