Für ein Zehnerla Kaugummis, für einen Zwanziger einen Flummi und für 50 Cent einen Ring - und die schmale Barschaft eines Schülers wird noch schmaler.

Sie hängen nach wie vor hauptsächlich dort, wo die Kundschaft sowieso ist: entlang der Schulwege und in der Nähe von Haltestellen.

In die Jahre gekommen sind die meisten Automaten-Halterungen. Zerkratzt, bekritzelt, die Farbe abblätternd. Der Inhalt lockt aber immer noch. Für viele Kinder sind es die ersten Geschäfte, die sie tätigen.

Ungeachtet der Mahnung der Mutter, daran zu denken, das so ein Automatenschacht nicht unbedingt ein Hort der Hygiene ist. Die bunten Kugeln gehen immer - obwohl es Kaugummis woanders und in viel größerer Auswahl günstiger zu kaufen gibt.

Aber nicht nur die Kleinen stehen auf den Kick, sich mit einem Dreh in den Besitz einer Nascherei oder eines kleinen Spielzeugs zu bringen.
Beim Sammeln von Automaten Standorten in Stadt und Landkreis Bamberg haben uns die FT-Facebook-Fans geholfen. Und die dürften mehrheitlich dem Schulalter entwachsen sein.

Gleich mehrere Nutzer wiesen auf eine Seite hin, auf der Fotos von Kaugummi-Spendern in der Region Bamberg gesammelt werden. Sie sterben einfach nicht aus, die Taschengeld-Gräber.


Wenn man ein faues Ei erwischt

Was ist das Interessanteste, das jemand, der nicht mehr neun Jahre alt sondern neunund...zig ist, aus einem Kaugummiautomaten holen kann? Eine Stinkbombe. "Nicht für Kinder" warnt das Kleingedruckte im Sichtfenster. Ach. Für wen sonst? Aber dann passt es ja.

Von einem Aufenthalt in Hessen mitgebracht, druckfrei transportiert (nur kein Risiko eingehen!) harrt sie im Staufach der Autotür tagelang ihrer Bestimmung. In der Plastikkapsel befinden sich eine zahnfleisch- und eine leberwurstfarbene Masse.

Aufmachen und ausschütten, oder wie? Im Internet steht die Bedienungsanleitung: "Auf den Boden werfen, drauftreten und wegrennen". Der Schuh wird sicherheitshalber mit einem Eingefrierbeutel ummantelt.

Es kracht der Kunststoff. Das rosa Etwas erweist sich als äußerst elastisch und es passiert - nichts. Hätte die Stinkmasse vorgewärmt werden sollen? Mehre Tage und Nächte Lagerung bei Temperaturen im einstelligen Grad-Bereich werden sie doch wohl nicht inaktiv gemacht haben? Im Automaten ist sie aber auch ab und zu Frost ausgesetzt. Tja.


Das war nix

Nach mehreren Minuten Wartezeit stellt sich immer noch kein Gestank ein. Rohrkrepierer. Die erste Stinkbombenzündung in neunund...zig Jahren ist: geplatzt!

Zur Facebook-Seite "Kaugummiautomaten" geht es hier.