"Das wird richtig teuer", stellte Peter Mai (CWL) bei der Besichtigung der Frensdorfer Schule fest. Als Mann vom Fach weiß der Zimmerermeister bestimmt, wovon er spricht. Aus gegebenem Anlass fand die Sitzung des Gemeinderats in der Schule statt. Die in ihren ältesten Teilen fünfzig Jahre alte Schule wird derzeit generalsaniert.

Die Schulklassen sind für ein Jahr nach Herrnsdorf und Pettstadt ausgelagert. Was auch bedeutet, dass die Sanierung bis Schuljahresbeginn 2015 abgeschlossen und in den Räumen wieder Unterricht stattfinden soll.
Geplant ist die Sanierung schon lange. Inzwischen sind sieben Jahre ins Land gezogen und der erste Bauabschnitt ist bereits abgeschlossen. Nun geht es um die Unterrichtsräume mit Blick auf Heizung, Wasser, Strom und einen Teil der Fenster.


Jede Menge verdeckter Mängel

Doch wie sagte Manfred Wurm (Vereinigte Wähler Vorra) so treffend: "Fangt nur was an in so einem alten Gebäude." Wie Planer Kurt Steuer bei einem Rundgang durchs Haus mehr als deutlich machte, sind inzwischen jede Menge verdeckter Mängel zum Vorschein gekommen. Decken, Böden, Dach, fasste Steuer die ins Gewicht fallenden Gewerke zusammen. Selbst für den Laien wurde klar, dass da vor Jahrzehnten nachlässig gearbeitet worden war. Eingezogene Wände, die unter der Decke nicht geschlossen waren, Böden, die einen Estrich nur noch erahnen ließen, versetzten die Räte in ungläubiges Erstaunen.

Die Decken waren ursprünglich in den veranschlagten Kosten überhaupt nicht vorgesehen. Nun müssen nach den Worten des Architekten "hundert Prozent der Decken erneuert werden". Bei den Böden schaut es etwas besser aus: Nur einige müssen herausgerissen werden. Wie mit dem Dach des Nordflügels verfahren wird, wollen die Räte erst Anfang nächsten Jahres entscheiden. Auch Brandschutzmaßnahmen stehen an, doch diese Auflagen müssen selbstverständlich erfüllt werden.

"Da kommen wir nicht drum rum", war die einhellige Meinung im Gremium zur Beseitigung all dieser Schäden. Wegen Erkrankung von Bürgermeister Jakobus Kötzner (AWL) leitete dessen Stellvertreter Norbert Neundorfer (CSU/FBG) die Sitzung.

Vor sechs Jahren Bauabschnitt auf 2,3 Millionen veranschlagt

Architekt Steuer steht nun vor der Aufgabe, nicht nur die Preissteigerungen der vergangenen sechs Jahre - etwa drei bis vier Prozent jährlich - , sondern auch die Mehrkosten in den Griff zu kriegen. Beides aufzufangen sei nicht möglich, erklärte er. Vor sechs Jahren war dieser Bauabschnitt auf 2,3 Millionen veranschlagt worden. Grob geschätzt geht er von einer Kostenmehrung in Höhe von 250.000 Euro netto aus.

Geschäftsleiter Bernd Köppl hofft auf die übliche Förderung. Eines will er auf jeden Fall vermeiden: Einen neuen Förderantrag zu stellen, weil damit ein Baustopp einher ginge und die Fertigstellung der Schule zum nächsten Schuljahr gefährdet wäre. Am Ende ihres Rundgangs beschlossen die Räte, dem Sanierungsumfang zuzustimmen. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Mehrkosten im Förderverfahren der Regierung nachzumelden.