Es wird eng für den FC Eintracht Bamberg - sehr eng. Der Bayernligist steckt in einer schweren Finanzkrise und droht, zum dritten Mal nach 1988 und 2010 in eine Insolvenz zu rutschen. Der kommissarische Vereinschef Jörg Schmalfuß informierte gestern auf einer außerordentlichen Hauptversammlung die Mitglieder des Vereins über die prekäre Lage.

Zunächst hieß es Anfang März noch, dass beim FC Eintracht Bamberg eine Lücke von 150.000 Euro klaffen würde - darin inbegriffen auch Außenstände bei der Stadt Bamberg für die Stadionmiete in Höhe von rund 30 000 Euro. Der Blick in die Kassen offenbart jetzt das ganze Drama um den Klub: Den Verein drücken 440.000 Euro Schulden. Über 270 000 Euro müssten zudem bis 30. Juni zurück gezahlt werden.


Unbezahlte Rechnungen aus dem Jahr 2013

Wie aber kam es zu diesem Riesen-Berg an Verbindlichkeiten? Schmalfuß erklärt gegenüber unserem Portal, dass sich die Schulden gegenüber Finanzamt und Gläubigern in den letzten Jahren regelrecht angehäuft hatten. "Die letzte unbezahlte Rechnung, die wir gefunden haben, stammt aus dem Jahr 2013." Diesbezüglich habe es beim früheren Vereinschef Mathias Zeck in den letzten Monaten auch an der nötigen Transparenz gefehlt. "Die Zahlen waren nicht im Ansatz die, die wir erwartet hatten." Auch, wenn der Ex-Präsident mit seiner Familie viel für den Verein getan habe, müsse er sich deshalb Kritik gefallen klassen. "Es war zuvor unmöglich, Konteneinsicht zu erhalten", so Schmalfuß.

Ziel sei es jetzt, ein "geordnetes Insolvenzverfahren" sicherzustellen. Diesbezüglich werde man sich in der kommenden Woche zusammensetzen. Der Spielbetrieb im Jugend- und Herrenbereich soll, wenn möglich, bis zum Ende der Saison aufrecht erhalten bleiben. Und irgendwie hofft man beim FC Eintracht auch noch auf ein Wunder, sprich einen Geldgeber, der einen Großteil der Verbindlichkeiten übernimmt.

Was sagt der frühere Präsident des FC Eintracht zu den Vorwürfen? Mathias Zeck ist derzeit im Urlaub. Sein Anwalt, Martin Reymann-Brauer aus Erlangen, stellt gegenüber inFranken.de fest: "Mein Mandant bedauert die wirtschaftliche Situation des Vereins, weist es aber von sich, dass er derjenige ist, der dies zu vertreten hat. Er und seine Familie haben in den vergangenen Jahren einen hohen sechsstelligen Betrag in den Verein gesteckt. Mein Mandant hat sich keine Unkorrektheit vorzuwerfen. Ich sehe zudem keinen Haftungstatbestand."


Ein Rücktritt mit Folgen

Zeck war am 3. März 2016 als Präsident des FC Eintracht Bamberg zurückgetreten. Er erklärte damals seinen Entschluss so: Er habe in den letzten Wochen versucht, ein Sanierungspaket auf die Beine zu stellen, um den Verein zu retten. Hierfür habe man "eine hohe Summe" bereitgestellt. "Ein faires Angebot." Parallel habe der 47-Jährige versucht, weitere Geldgeber mit ins Boot zu holen. Das sei ihm aber nicht gelungen. "Alleine konnten wir das nicht stemmen. Wenn nicht alle an einem Strang ziehen, geht es nicht", meinte Zeck weiter. Letztendlich habe er entschieden, zurückzutreten, damit wieder Bewegung in die Sache kommen kann.

Seit Monaten plagen Geldsorgen den FC Eintracht. Vor allem auch wegen einer Steuernachzahlung in Höhe von 180 000 Euro. Der scheidende Präsident, der erst im Dezember auf der Hauptversammlung einstimmig wiedergewählt worden war, hatte bis zuletzt gehofft, den Etat des Vereins in den Griff zu bekommen.