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Lisberg
Premiere

Endlich Manege frei für Circus Corona in Lisberg

Mit viermonatiger Verspätung konnte der neu gegründete Circus Corona nun endlich seine allererste Vorstellung geben. Wir waren dabei.
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Zirkusdirektor Sergio Schmidt
Zirkusdirektor Sergio Schmidt
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Noch ein bisschen Glitzer hier und schnell eine rote Nase dort. Schnell werden die letzten Vorbereitungen mit klopfendem Herzen getroffen. "Ich bin sehr aufgeregt, ich trete als Clown auf", sagt der sechsjährige Sajosha. Auch bei Zirkusdirektor Sergio Schmidt ist deutlich Anspannung zu spüren. Er feilt an den letzten Feinheiten seines Begrüßungstextes als Zirkusdirektor.

Donnerstagnachmittag trat der neu gegründete Circus Corona zum allerersten Mal überhaupt vor Publikum auf. Natürlich mit dem entsprechendem Hygienekonzept. Bis zur Premiere war der Zirkus vom Pech verfolgt. Doch jetzt kann die Familie loslegen, zeigen, was in monatelanger Arbeit einstudiert wurde. Neben den Eltern sorgen der elfjährige Luciano, die neunjährige Ashley und Sajosha für Staunen. Immer wieder Applaus unter der Kuppel des roten Zeltes, das statt mit 250 Besuchern nur mit 100 besetzt ist, wegen der Abstandsregeln. Die Mini-Ponys und der Araberhengst Ramses bringen Kinderaugen zum Leuchten.

Doppeltes Pech: Corona

Bis es so weit war, musste die Familie allerdings einiges durchmachen. Vor ein paar Jahren beschlossen Janine Renz und Sergio Schmidt sich selbstständig zu machen und sich mit dem eigenen Zirkus einen Lebenstraum zu erfüllen.

Doch gerade als alle Vorkehrungen getroffen waren, und der erste Auftritt in Oberhaid bevor stand, machte die Corona-Krise dem Zirkus einen Strich durch die Rechnung- im wahrsten Sinne des Wortes: Durch das Auftritts- und Weiterreiseverbot geriet die Familie in eine finanzielle Notlage. "Wir hatten keine Reserven mehr", sagt Schmidt. "Der Name Corona war doppeltes Pech."

Der Name des Zirkus' sei schon lange vor der Corona-Pandemie ausgewählt worden. Ursprünglich sollte der Zirkus nach dem großen Vorbild Krone benannt werden. Allerdings konnte der Jüngste der Rasselbande, Sajosha, das Wort Krone nicht richtig aussprechen. Deshalb wird der Name des Zirkus kurzerhand in der spanischen und italienischen Version von Krone verwendet: Corona.

Vorstellung ausverkauft

Jetzt gehe es langsam wieder aufwärts. Dies habe die Familie vor allem der Gemeinde Oberhaid zu verdanken. Dort konnte sie in Zeiten des Weiterreiseverbots ohne Standgebühr bleiben. Mehr noch - Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD) legte für die Artisten-Familie ein Spendenkonto an. Allerdings ist das Geld mittlerweile aufgebraucht. Nun lebt die Familie von den Aufführungen.

Die Premiere in Lisberg war ein voller Erfolg. Die Tickets waren schnell ausverkauft. Das Publikum war begeistert und hat zu mitreißender Musik wie "Eye of the Tiger", kräftig mitgeklatscht. Nach 45 Minuten war Pause mit Tierschau. Dann weitere 45 Minuten Show.

Nächste Stationen sind Oberhaid, Ebelsbach, Haßfurt und Ebern. Die Zirkusfamilie ist froh, dass sie jetzt endlich loslegen kann. "Jetzt darf bloß keine zweite Corona-Welle kommen", hofft Schmidt.